Ich glaube Ted Cruz hat zwar die besseren Verbindungen in der Partei, ist aber der schlechtere Populist. In den Vorwahlen ist das weniger wichtig als in der tatsächlichen Wahlkampagne. Der exzentrische Trump spricht noch eher Wechselwähler an. Gerade falls bei den Demokraten sich Hillary Clinton durchsetzt verkörpert er die Alternative und den Wechsel wie kein anderer.
Der Verhältnis der US-Amerikaner zu den akzeptablen Maßnahmen zur Abwehr schwerster Straftaten ist nunmal ein ganz anderes als in Deutschland. Spätestens beim nächsten Terroranschlag werden Cruz und Trump sich in ihrer weißen Vorraussicht sonnen und die Terror-Abwehr des derzeitigen Präsidenten Obama als unfähig darstellen. Der Anschlag von San Bernadino hat klar gezeigt, dass die aktuellen Maßnahmen gegen zuwandernde islamische Terroristen nicht ausreichen. Bei der folgenden Ansprache im Weißen Haus hat Obama dann nach Ansicht vieler Konservativer - und auch meiner - das Thema völlig verfehlt. Mir fehlt eine klare Strategie, wie man die Sicherheit verbessern möchte. Die populistische Ankündigung, keine Muslime ins Land zu lassen und die Scheiße aus dem IS zu bomben ist zumindest eine Reaktion. Ich kann das Volk durchaus verstehen, wenn es sich einen Präsidenten wünscht, der solche Anschläge nicht zum Anlass nimmt, zu mehr Toleranz für den radikalen Islam aufzurufen und einen Versuch unternimmt, einem die Waffen wegzunehmen. Da ist dann doch ein Donald Trump die bessere Wahl, der laut seinen eigenen Versprechen zumindest reagiert, das Einfallstor Einwanderung radikaler Muslime schließt, die Täter und Hintermänner bestraft, die Streitkräfte vermehrt gegen den Islamischen Staat einsetzt und allgemein aktiver wirkt.
Das Phänomen Trump wäre ohne Obama nicht möglich.