Wann ist ein Held ein Held

Es gibt doch kaum Menschen aus dem zivilen Bereich, die man als "Helden" bezeichnet. Der Begriff ist historisch dem Krieg zugeordnet und hat daher in der Zivilgesellchaft nichts zu suchen.

Ich sehe im Gegenteil hier viel mehr Möglichkeiten für Heldentum. Jemand der mehr leistet, als man eigentlich von ihm erwarten kann.

Die Gelegenheit hat ein Soldat ja eigentlich gar nicht.

Beim Militär wird der Held nur verwendet, um zu suggerieren, der Tod hätte eine Bedeutung. Eigentlich müßte es heißen: "Das ist Krieg- Shit happens".

Und wenn die eigenen Leute mit der Mündung auf Dich zielen, dann ist der Vorwärtsdrang erst recht keine Heldentat.
 
Haben nicht die Kriegsherren den Begriff "Held" mißbraucht, um ihre Soldaten zur erwünschten Leistung anzustacheln?

KaPiTN schrieb:
Ich sehe im Gegenteil hier viel mehr Möglichkeiten für Heldentum. Jemand der mehr leistet, als man eigentlich von ihm erwarten kann.

In einer Zivilgesellschaft gibt es andere Möglichkeiten Vorbilder herauszustellen als im Krieg.
 
In der Zivilgesellschaft ist der Held i.d.R. ja auch nicht tot. Und ein Held muß auch kein Vorbild sein und kann es eigentlich auch gar nicht. Denn man orientiert sich bei einer Heldentat nicht an jemandem, sondern jemand handelt instinktiv.
 
Es werden doch nicht nur Tote zu Helden erklärt; viele natürlich schon. Ihr "Opfertod" wird ja in Kriegszeiten sogar als vorbildhaft bezeichnet.

Ich weiß jetzt nicht ob eine Erforschung der Motivation von Kriegshelden weiter führt. So manche Geschichte deutet mir eher auf einen Rauschzustand von Kriegshelden hin.

Ich befürchte, daß Du den "Helden" in die Zivilgesellschaft hineininterpretierst. :D
 
Was für Gesellschaften sind denn sonst noch im Angebot?

Soldaten? Militärgesellschaften ?

Ein Soldat der sich für seine Kameraden Opfert, obwohl er es nicht müsste (Befehl) ist ein Held.
Ein Mann der in einen Fluß springt um ein Kind zu retten ist aber ebenso ein Held. Nur eben die Zivilversion.

Ergo ist ein Held jemand der etwas sehr gutes tut und dabei selber schaden nimmt oder nehmen könnte.

Snowden und Manning haben etwas gutes getan, nehmen dafür schaden. so sind sie Helden für jeden der ihre Taten gut findet.
Des einen Verräter ist des anderen Held.
 
Ich befürchte, daß Du den "Helden" in die Zivilgesellschaft hineininterpretierst. :D

Nein. Aber hier ist er am ehesten zu finden. In der nicht Zivilgesellschaft/Militärgesellschaft wird man ihn kaum finden, aber hier wird er "herein interpretiert"
 
Ist es nicht so, daß ein Held in Kriegszeiten die jeweils herrschende Ideologie durch sein Heldentum stärkt?

Das schmeckt mir eben nicht, weil es in Friedenszeiten nicht auf eine Ideologie ankommt, wenn man sein Leben für andere Menschen einsetzt oder eine sonstige Tat vollbringt, die vielen Menschen nutzt.
 
Soldaten? Militärgesellschaften ?

Die herkömmliche Unterscheidung ist die zwischen Staat und Gesellschaft.

Staat ist das das Produkt der planenden Vernunft, dahinter stecken Zweck und Absicht, Menschen haben ihn sich ausgedacht und ihn gemacht.

Gesellschaft ist ungeplanter, unvorhersehbarer Wildwuchs. Gesellschaft ist immer der ungeregelte, unorganisierte Teil des Ganzen, welcher der Regelung bedarf.

Gesellschaftliche Phänomene sind etwa Geburtenrate, Kriminalitätsrate, Selbstmordquote, alles, was man nicht beschließen .

Staatliche Phänomene sind etwa Kindergeld, Polizei, Gesettze, alles, was man beschließen und machen kann.

Wozu also "Zivilgesellschaft"?

Um Gesellschaften zu klassifizieren, sind Begriffe wie Industriegesellschaft, Klassengesellschaft, patriarchalische Gesellschaft, Stammesgesellschaft. Da weiß man, was es bedeutet. Bei "Zivilgesellschaft" weiß man es nicht.

PS:

Mal Wikipedia geguckt.

Zivilgesellschaft bezeichnet im modernen Sprachgebrauch in der Soziologie und in der Politik einen Bestandteil von Gesellschaft bzw. eine Art von Gesellschaft, die nicht Auswuchs staatlichen Handelns ist, sondern sich dem Handeln und der Kooperation einzelner Menschen oder gesellschaftlicher Gruppen verdankt. Die nähere Bedeutung des Begriffs Zivilgesellschaft ist in verschiedenen Konzeptionen unterschiedlich akzentuiert und ausgerichtet. Ein verwandter und je nach zu Grunde liegender Konzeption ähnlich verwendeter Begriff ist Bürgergesellschaft.


Warum muss man den Quatsch drei mal lesen, damit man ihn kapiert? Weil er welcher ist. Gesellschaft ist immer das Nichtstaatliche, der Pleonasmus verwirrt nur.

Absichtlich?

Wenn der Pferdehändler einnen "weißen Schimmel" anpreist, ist es wahrscheinlich ein gefärbter Brauner.

Wenn eine Gesellschaft sich "Zivilgesellschaft" nennt, wäre analog zu fragen, ob sie so durchorganisiert und durchmilitarisiert ist, dass es der Versicherung bedarf, es handele sich um eine zivile.
 
Zuletzt bearbeitet:


Ich fände es besser zu sagen, dass ein Held in Kriegszeiten häufig benutzt wird, um die herrschende Ideologie zu stärken. So wie du es geschrieben hast wären nämlich auch die Leute, die sich einfach nur für ihre Mitmenschen einsetzen automatisch "Komplizen" der vorherrschenden Ideologie. Einfach nur, weil man sich gerade in kriegszeiten befindet.
 
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