[Netzwelt] Frankreich - Offenes W-LAN und TOR sollen verboten werden

Wie jetzt im Blog bekannt wurde, berichtet die renommierte Tageszeitung "Le Monde" über zwei Gesetzesentwürfe, die die bürgerlichen Freiheiten der Franzosen stark einschränken würden.

Im ersten Entwurf wird vorgeschlagen offene W-LAN Netze zu verbieten, da Personen die ein offenes W-LAN Netz benutzen schwer zu überwachen sind. Jedoch soll dich dieser Entwurf nur auf den Ausnahmezustand beziehen, der am 13. November ausgesprochen wurde.

Der zweite Entwurf soll sich nicht nur im Ausnahmezustand beschränkt bleiben. Es wird gefordert, dass im Rahmen der Terrorabwehr das Tor-Netzwerk in Frankreich verboten oder blockiert werden soll. Dazu sollen Dienstleister in Frankreich verpflichtet werden, kryptografische Schlüssel an die Poliei auszuhändigen wenn dies gefordert wird.

Quellen:
 
Eigentlich ist es ja wirklich witzig. Trotz Vorratsdatenspeicherung und etlichen Geheimdiensten passierte es bei Charlie Hebdo, dann kürzlich wieder in Paris. Bei beiden Taten wurden die Reisepässe gefunden, weil die Täter diese bei sich führten oder im Auto liegen gelassen. Nun wird sowas hier geplant.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt. :unknown:
 
Es ist kein Wunder, dass es immer wieder Gerüchte über inside jobs gibt.
 
Bei beiden Taten wurden die Reisepässe gefunden, weil die Täter diese bei sich führten oder im Auto liegen gelassen. Nun wird sowas hier geplant.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt. :unknown:
Beim ersten Anschlag (Charlie Hebdo) war es wohl das Dokument, was man hier in Deutschland als Personalausweis kennt - und kein Reisepass. Aber unabhängig davon halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass die Attentäter so etwas mit sich geführt und evtl. verloren haben könnten. Zwar besteht dazu nicht unbedingt eine Pflicht (s. Deutschland), die meisten werden aber vermutlich doch ihren Perso einstecken haben.

Bei der Anschlagserie im November war es wohl durchaus beabsichtigt, dass Reisedokumente gefunden wurden, um für eine weitere Verunsicherung im Rahmen der Flüchtlingskrise zu sorgen. Beides sollte allerdings keinen Anlass für Verschwörungsgelaber sein. :rolleyes:

Wie jetzt im Blog bekannt wurde, berichtet die renommierte Tageszeitung "Le Monde" über zwei Gesetzesentwürfe, die die bürgerlichen Freiheiten der Franzosen stark einschränken würden.
Ist doch wie immer...
Tut man etwas, wird gemault. Tut man nichts, wird spätestens dann gemault, wenn was passiert ist. Ich halte derartige Verbote zwar für den falschen Weg, weil wieder einmal deutlich werden musste, dass ausufernde Überwachung und Datensammelei keine Verbrechen verhindert. Aber allen kann man es ja ohnehin nie recht machen.
 
Da schau her, die Chinesen will man rechts überholen.
Wie war das noch von wegen "Die Terroristen werden uns nie unsere Freiheit nehmen können"? :D
 
Alles richtig so. Wie immer im Leben sollte man die Probleme stets dort angehen, wo der Effekt der geringste ist. Einen der Drahtzieher der Anschläge in Paris hatte man angeblich seit Jahren im Visier, aber von Überwachung lassen sich keine Anschläge verhindern. Ist halt bequemer mit dem fetten Arsch vor einem Monitor zu sitzen, als auf die Straße zu gehen. Aber es geht bei der Terrorabwehr schon lange nicht mehr um Terrorismus sondern um Überwachung, Kontrolle und Steuerung (Manipulation) der harmlosen Bevölkerung.


Im ersten Entwurf wird vorgeschlagen offene W-LAN Netze zu verbieten, da Personen die ein offenes W-LAN Netz benutzen schwer zu überwachen sind. Jedoch soll dich dieser Entwurf nur auf den Ausnahmezustand beziehen, der am 13. November ausgesprochen wurde.

Das wird bestimmt äußerst viel bringen. Man könnte auch einer Hydra einen ihrer Köpfe abschlagen. Proxy, VPN, gehackte wlan-Zugänge, Optionen zum anonymen Surfen gibt es noch mehr als genug. Und selbst wenn die Kommunikationspartner bekannt sind, kann man bei E2E-Verschlüsselung nicht sehen, was ausgetauscht wird. Da fragt man sich doch, warum gerade offene wlan-Netzwerke verboten werden sollen.

Effektiver wäre es offensichtlich die Grenzen nach Deutschland zu schließen, denn mindestens einer der Drahtzieher von den Anschlägen in Paris ist nachweislich als Flüchtling über Deutschland gekommen. Aber bestimmt haben sich die Geheimdienste da geirrt, denn Frau Merkel hat uns ja, entgegen der Warnungen verschiedener Geheimdienste, versichert, dass nur Kriegsflüchtlinge nach Europa kommen und die ganzen Terroristen bleiben ganz sicher am Grenzübergang stehen. :rolleyes:


Der zweite Entwurf soll sich nicht nur im Ausnahmezustand beschränkt bleiben. Es wird gefordert, dass im Rahmen der Terrorabwehr das Tor-Netzwerk in Frankreich verboten oder blockiert werden soll. Dazu sollen Dienstleister in Frankreich verpflichtet werden, kryptografische Schlüssel an die Poliei auszuhändigen wenn dies gefordert wird.
Die Idee kann mal wieder nur von einem Internetausdrucker stammen. Dann möchte ich mal sehen, wie die französische Polizei einen Dienstleister, der in den USA oder in Russland sitzt oder dessen Aufenthaltsort nicht einmal bekannt ist, dazu verpflichten will, kryptografische Schlüssel, die dieser unter Umständen nicht einmal besitzt, heraus zu geben. Da hat jemand weder Kryptografie, noch die Arbeitsweise von Anonymitätsdienstleistern, noch das Internet als solches verstanden. Herzlich Willkommen im #Neuland.


Eigentlich ist es ja wirklich witzig. Trotz Vorratsdatenspeicherung und etlichen Geheimdiensten passierte es bei Charlie Hebdo, dann kürzlich wieder in Paris. Bei beiden Taten wurden die Reisepässe gefunden, weil die Täter diese bei sich führten oder im Auto liegen gelassen. Nun wird sowas hier geplant.
Na immerhin, einen der Drahtzieher des letzten Anschlags hatten die Geheimdienste dank Überwachung schon seit Jahren im Visier, zumindest angeblich. (Im Nachhinein kann man das natürlich immer sagen.)
Aber wir brauchen uns wohl kaum über Effektivität von Massenüberwachung zu unterhalten, wenn man angeblich seit Jahren von einem der Drahtzieher weiß, ihn dann aber Sang und Klang los operieren lässt. Wenn nicht einmal etwas dagegen unternommen wird, dann braucht man auch nicht zu überwachen. Allerdings, wie ich eingangs bereits sagte, geht es schon lange nicht mehr um echte Gefahrenabwehr.
 
Da wünsch ich ihnen viel Spaß beim Sperren von Tor. Das versuchen andere Länder schon länger ohne allzu großen Erfolg.
 
Effektiver wäre es offensichtlich die Grenzen nach Deutschland zu schließen, denn mindestens einer der Drahtzieher von den Anschlägen in Paris ist nachweislich als Flüchtling über Deutschland gekommen.

Effektiver vielleicht, aber mindestens genauso sinnbefreit wie das, was unsere französischen Nachbarn gerade planen.
 
Wenn man dann nun noch weis / bedenkt das Frankreich mit / nach Amerika die größte Spionage-Nation der Welt sind (wird in gewissen Kreisen auch als hidden champion of intelligence genannt) - ist 3-fach klar das das ganze 0 mit Verbrechen und Terror zu tun hat sondern nur ein flicken von *löchern*
Frankreich hätte Theo. genug Informationen gehabt um wohl beide Anschläge zu verhindern - man wollte wohl eher nicht oder hat eben nicht gesucht.
oder andersrum... wer gefunden werden möchte wird gefunden und wer einen Anschlag verüben möchte ohne gleich entdeckt zu werden nimmt ein Kommunikationsmittel das nicht überwacht ist - und das findet sich IMMER!

Das viele Geld das dort sinnbefreit rausgeworfen wird .... ärgert mich fast noch mehr. Vor allem mit etwas das null umsetzbar ist.
 
W.. wer gefunden werden möchte wird gefunden und wer einen Anschlag verüben möchte ohne gleich entdeckt zu werden nimmt ein Kommunikationsmittel das nicht überwacht ist - und das findet sich IMMER!

Habs leider nicht mehr ganz im Kopf, aber wenn ich mich richtig errinnere, dann sollen die Attentäter u.a. SMS als Kommunikationsmittel genutzt haben. SMS werden bei der VDS mitsamt Inhalt gespeichert, soll wohl einen tech. Hintegrund dafür zu geben. Allerdings wäre die Tatsache, dass es stillschweigend zugelassen wurde, wesentlich besorgniserregender, als das eigentliche Ereignis was hier zugrunde liegt.
 
Habs leider nicht mehr ganz im Kopf, aber wenn ich mich richtig errinnere, dann sollen die Attentäter u.a. SMS als Kommunikationsmittel genutzt haben. SMS werden bei der VDS mitsamt Inhalt gespeichert, soll wohl einen tech. Hintegrund dafür zu geben. Allerdings wäre die Tatsache, dass es stillschweigend zugelassen wurde, wesentlich besorgniserregender, als das eigentliche Ereignis was hier zugrunde liegt.

Playstation, während der Spiele. Geil, im Spiel unterhalten und keiner bemerkt das. Was da nun zusätzlich überwacht werden muss.
 
Das war die Planung, die du meinst. Ich meinte das eher auf die Ausführung bezogen. Aber du hast Recht, den Anfangsverdacht hätte man eigentlich hier längst haben müssen. Ist das PSN jetzt eig sooo derartig sicher seit den drölfzig hacks die vor einiger Zeit für Schlagzeilen sorgten?
 
Und das ist das was ich ja immer meine. Es ist einfach irrelevant ob man die Chatlogs von der PS oder SMS speichert. Bei der schieren Datenflut kann das doch eh keiner prüfen/lesen/analysieren
 
Und das ist das was ich ja immer meine. Es ist einfach irrelevant ob man die Chatlogs von der PS oder SMS speichert. Bei der schieren Datenflut kann das doch eh keiner prüfen/lesen/analysieren

Das glaube ich eher weniger, wie man ja bspw. durch die Selektoren der Geheimdienste sieht wird hier definitiv Aufwand betrieben gewisse Themenbereiche gezielt zu durchforsten.
 
SMS werden bei der VDS mitsamt Inhalt gespeichert, soll wohl einen tech. Hintegrund dafür zu geben.
Ja, eine SMS ist < 1kb (142 byte) groß:
  • 7 - 16 bit(!) Header - zwischen unter 1 byte bis maximal 2 byte
  • bis zu 1120 Body - bis zu 140 byte eigentliche Nachricht

Bei vielen anderen Verbindungen überschreitest du diese Größe bereits, wenn du nur die Metadaten (Wer, Wann, Wohin, Wielange) speicherst. Da kannst du dir bei SMS den Luxus gönnen, gleich die vollständige SMS zu speichern.

Es wäre ja viel zu kompliziert ~ 2 byte zu loggen und den Rest zu verwerfen. Falls der Header nur 7 bit (< 1 byte) groß ist, müsste man ja sogar eine bit-Maske setzen. Das würde mindestens einen 12-jährigen Hobbyprogrammierer für circa 3 Minuten beschäftigen. Einen solchen Aufwand kannst du doch nicht erwarten?! Da nimmst du doch wohl hoffentlich lieber hin, dass die vollständige SMS geloggt wird oder bist du etwa ein Terrorist und hast etwas zu verbergen?!


Und das ist das was ich ja immer meine. Es ist einfach irrelevant ob man die Chatlogs von der PS oder SMS speichert. Bei der schieren Datenflut kann das doch eh keiner prüfen/lesen/analysieren
Das ist richtig, aber leider auch nur zu kurz gedacht. Natürlich kannst du bei einer solchen Datenmenge . Dafür gibt es ja aber auch Computersysteme und Programmierer. So ein Computercluster analysiert die Daten, die du innerhalb einer Stunde erzeugen kannst, innerhalb weniger Sekunden. Und nur wenn der Algorithmus eine potentielle Gefahr identifiziert, muss sich ein Mensch damit beschäftigen. Bis dahin wurden aber schon >99% der angefallenen irrelevanten Daten aussortiert.
 
Ja, eine SMS ist < 1kb (142 byte) groß:
  • 7 - 16 bit(!) Header - zwischen unter 1 byte bis maximal 2 byte
  • bis zu 1120 Body - bis zu 140 byte eigentliche Nachricht

Dass eine SMS kein 5Mbyte groß ist war mir soweit schon klar ;) Ich habe es nur deshalb so formuliert, weil ich keinerlei Fakten vorliegen habe, die eine absichtliche Speicherung der gesamten SMS belegen. Klar kann ich mir meinen Teil denken und Vermutungen anstellen, aber das ist halt immer ein wenig heikel einfach nur Behauptungen aufzustellen. Oder hast du dazu Belege?
 
Dann revidiere ich meine Aussage bezüglich der Ursache zur kompletten Speicherung von SMS-Nachrichten und danke dir fürs verlinken! :T

Hab mir den verlinkten Artikel gerade durchgelesen und dessen Quelle:
Die nachträgliche Trennung ist offenbar kompliziert: Bundesdatenschutzbeauftragter und Bundesnetzagentur drängten die führenden Anbieter Vodafone, Telekom und Telefónica schon vor zwei Jahren dazu, ein Filtersystem zu erschaffen, wie aus einem internen Schriftverkehr hervorgeht, welcher der Süddeutschen Zeitung vorliegt. In seinem Tätigkeitsbericht hat der Datenschützer sogar Beanstandungen gegen Vodafone und Telefónica ausgesprochen. Bisher ohne Erfolg, die Trennung der Daten sei bis heute technisch unmöglich, wie Telefónica der SZ bestätigte. Und zwar branchenweit.


Das ist bisher die offizielle Darstellung. Auch wenn ich dieser Aussage selbst wenig Glauben schenke und der Meinung bin, dass die VDS bereits heute missbraucht wird und es Belege für das Vergehen bei ähnlich gearteten Fällen aus der jüngsten Vergangenheit gibt, so sollte man hier dennoch etwas Differenzieren und erwiesene Dinge nicht mit vermuteten/spekulierten Dingen auf eine Stufe stellen. (spekulieren -> spekulatius -> schönen 3. Advent btw :coffee: )
 
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