[Technik] Nachhaltiger Straßenbelag aus Algen

Bitumen ist in der Regel Bestandteil des Straßenasphalts. Leider ist das Gemisch nicht unbegrenzt vorhanden, da es aus Erdöl gewonnen wird. Ein Forschungsprojekt am französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) an dem die Universität Nantes sowie das Unternehmen Algo Sources Technologies beteiligt sind, haben nun eventuell eine Ersatz gefunden, der in ein paar Jahren eventuell Bitumen ablösen könnte.

Ausgangsmaterial ist hier die Mikroalge Scenedesmus sp., welche bisher hauptsächlich in der Kosmetikindustrie genutzt wird. Laut den Beteiligten am Forschungsprojekt lässt sich durch Druck und der Beigabe von Wasser (hydrothermale Verflüssigung) die Alge in eine Art Bitumen verwandeln, welches die meisten physikalischen Eigenschaften des Originals aufweist. Es lässt sich bei 100 Grad Celsius in flüssiger Form verarbeiten und ist zwischen minus 20 und plus 60 Grad Celsius sowohl zähflüssig als auch elastisch und hält somit das Asphaltgranulat zusammen. Auch die Belastung des Straßenverkehrs hält das Algen-Bitumen ähnlich gut aus wie das Erdöl-Bitumen.

Als nächstes wird das Forschungsprojekt prüfen ob bzw. wie man das Algen-Bitumen wirtschaftlich herstellen kann. Gelingt dies, könnte die eine oder andere Straße mit etwas Glück schon zum Teil aus Algen-Bitumen bestehen.

Quelle:
 
Nachhaltigkeit ist extrem wichtig. Die Frage ist jetzt nur, ob die Herstellung nicht eventuell mehr Resourcen verwendet als das übliche Verfahren.
 

Tut nichts zur Sache. Die Menge ist egal, solange es unbegrenzt nachzüchtbar ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Endeffekt muss das Zeug sowieso billiger als klassischer Belag sein damit es sich durchsetzt - und zwar kurz- und nicht langfristig.

Ich kenne einen Ingenieur bei einer Tiefbaufirma, der hat mir mal gesagt dass es längst Straßenbeläge gibt die zwar teurer in der Errichtung sind aber eine vielfache Lebensdauer haben und somit langfristig viel billiger kommen - das ist den Gemeinden und Ländern völlig egal.
Die nehmen das billigste und wie oft/schnell da nachgebessert werden muss ist denen völlig egal.

Die neuen Beläge kommen dann auf Werksgelände usw zum Einsatz, wo dann viele Jahre lang ruhe ist.
 
Klar. Das sieht man doch jeden Tag live:
Anstatt eine Straße einmal neu zu asphaltieren und dann Ruhe zu haben, wird da über Jahre hinweg mehrmals pro Jahr dran rumgeflickt. Alles nur, damit kurzfristig Geld eingespart wird gegenüber der einmaligen vernünftigen Sanierung, obwohl diese langfristig viel günstiger wäre in der Summe.
 
Fehler des Systems. Warum sollte ein Verantwortlicher seinen Haushalt mehr belasten, damit der seiner Nachfolger entlastet wird?
 
Tja, wahrscheinlich wird haltbarer Asphalt in einer anderen Kostenstelle verbucht und jeder in den Kommunen/Ländern/Bund arbeitet eben nur daran, dass seine Kostenstelle in schwarzen Zahlen bleibt. Da fällt das große Ganze dann schon mal hinten runter.
 
BWLer halt. Die sind nicht grade für besondere Intelligenz bekannt.
 
Es lässt sich bei 100 Grad Celsius in flüssiger Form verarbeiten...

Ich lass mal ein wenig meine Gedanken spielen: Sommer @ 35° + direkte Sonneneinstrahlung x LKW mit 20 Tonnen = Nachhaltig?

Eine richtig nachhaltige Alternative gibt es schon: (Schwefel)beton. Das Betonieren von Straßen ist aber leider ein finanzieller Kopfschuss mit angelegtem Lauf, denn blöderweise müssen betonierte Straßen nicht alle 10 Jahre erneuert werden. Misch man zum Beton noch Schwefel dazu ist die Fahrbahn auch nach dem dritten Weltkrieg frei von Schlaglöchern.
 
Jau, das ist schon klar. Wenn man die finanzielle Nachhaltigkeit mal weg lässt, wie lang haltet so eine Straße? Dass eine Mischung aus Algen und Wasser wirklich so lange hält wie Asphalt bezweifle ich.
 


Ist aber natürlich nicht nur dort so sondern in allen Bereichen der von der Industrie bzw. den Lobbys kontrolliert wird. Die Menschen wurden in den letzten Jahrhunderten dazu abgerichtet kurzzeitig und rational zu denken und das macht man bis heute so. Schon von Kindesbeinen an. Und "Karriere" hat auch nichts mehr mit Leistung zutun sondern wohl viel eher mit charakterliche Auslese.
 
Früher war alles besser.
Höre ich in jedem zweiten Thread.

Wann war dieses ominöse Früher?

--- [2015-06-02 20:41 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---




Zum Glück steht Materialforschung über deinen Zweifel.
Zum Glück sind Zweifel Grund für Materialforschung :D

Am besten einfach Testen... irgendwo ne Straße sanieren und schauen was passiert.

Auch die Belastung des Straßenverkehrs hält das Algen-Bitumen ähnlich gut aus wie das Erdöl-Bitumen
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein weiterer Anreiz dürfte der hohe CO2-Ausstoß bei der Betonproduktion darstellen. Die Algen müssten als Pflanzen ja noch CO2 im Laufe ihres Lebens binden. Ist dann die Frage, wie viel bei der weiteren Verarbeitung wieder davon frei wird...
 
Das Betonieren von Straßen ist aber leider ein finanzieller Kopfschuss mit angelegtem Lauf, denn blöderweise müssen betonierte Straßen nicht alle 10 Jahre erneuert werden.
Würde ich nicht so ganz unterschreiben. Wir haben hier noch eine ältere Betonautobahn. Praktisch jeden Tag Baustelle irgendwo, weil wieder mal Löcher gestopft werden müssen. Und das nach "nur" 30 Jahren, wobei bereits seit >10 Jahren geflickt wird - ist mittlerweile ein Flickwerk ohne Ende. Von ganz anderen mal ganz abgesehen. Bei höheren Tempreaturen ist unsere Autobahn daher mittlerweile kosequent auf 80 beschränkt.
 
Das Betonieren von Straßen ist aber leider ein finanzieller Kopfschuss mit angelegtem Lauf, denn blöderweise müssen betonierte Straßen nicht alle 10 Jahre erneuert werden.
Das kann ich mir vorstellen, es gibt teilweise noch ursprüngliche Autobahnstücke die vor dem/im 2. Weltkrieg aus Betonplatten errichtet wurden - ich habe da noch nie ein Schlagloch gesehen.
Allerdings wurde beim Bau - typisch für die damalige Zeit - vermutlich kräftig überdimensioniert.
 
Alles was im 3. Reich gebaut wurde sollte ja auch die nächsten 1000 Jahre halten.
Was heute gebaut wird muss nur noch so lange durchhalten bis der Verantwortliche in Rente ist:D
 
Was heute gebaut wird muss nur mehr so lange halten bis das Budget eine Neuerrichtung erlaubt oder der Verantwortliche einen entsprechenden Geldkoffer bekommen hat. Kenne übrigens einige "Nachkriegsautobahnen" aus Beton die über 50 Jahre alt und für 100 Kmh freigegeben sind.
 
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