Die Reallöhne, ja. Nicht die Nominallöhne. Der Büroangestellte vor 20 Jahren ist so reich wie der Büroangestellt heute. Ist das überhaupt ein Problem?
Eine Diskussion lohnt ja auch nur über Reallöhne. Diese sind maßgeblich für das BIP verantwortlich, schon allein durch die ungleiche Verteilung von
:
Between 1999 and 2011 average labour productivity in developed economies increased
more than twice as much as average wages (see figure 11). In the United States,
real hourly labour productivity in the non-farm business sector increased by about
85 per cent since 1980, while real hourly compensation increased by only around
35 per cent. In Germany, labour productivity surged by almost a quarter over the past
two decades while real monthly wages remained flat.
The global trend has resulted in a change in the distribution of national income,
with the workers’ share decreasing while capital income shares increase in a majority
of countries. Even in China, a country where wages roughly tripled over the last
decade, GDP increased at a faster rate than the total wage bill – and hence the labour
share went down.
The drop in the labour share is due to technological progress, trade globalization,
the expansion of financial markets, and decreasing union density, which have eroded
the bargaining power of labour. Financial globalization, in particular, may have played
a bigger role than previously thought.
It is unrealistic to try to achieve income distribution solely through labour market policies.
Redistribution will also require a number of changes that lie outside of the scope
of labour markets, including reform and repair of financial markets to restore their role
in channelling resources into productive and sustainable investments. There are other
critical dimensions of “rebalancing” which deserve a more detailed analysis, including
the balance between taxation of capital and labour incomes.
Die Studie kann ich im übrigen sehr empfehlen. Direkt verbunden mit dieser Ungleichheit ist im Übrigen auch die Chance auf die Bildung von Rücklagen für z.B. die Altersvorsorge (die ja hier im Thread auch schon diskutiert wird) oder auch nur der Anschaffung von unvorhergesehenen, notwendigen Nachkäufen von Haushaltsgeräten. Wobei es "Sparen" eigentlich volkswirtschaftlich gar nicht gibt: "
"
Anders ausgedrückt: Das was ihr heute in die private Altersvorsorge steckt, ist maximal eine Risikostreuung. Nehmen wir an, alle Arbeitnehmer heute legen sich demnach Geld privat zurück (lol, woher denn bei den aktuellen Gehältern?). Dann zwackten sich davon die Verwalter schon mal einen Teil ab. Irgendwie müssen die ja auch ihre "Berater" bezahlen. Nun seid ihr in 30 Jahren in Rente und ruft eure Beiträge ab. Alle. Was passiert? Der Wert eurer Portfolios sinkt, weil der Markt geflutet wird damit (je nachdem wo investiert wurde, gehen dann auch die Unternehmen pleite, die die plötzliche Rückzahlung der Kredite nicht stemmen können. Dann habt ihr nüscht mehr. Puff.).
Das hängt durchaus alles mit Finanztransaktionssteuern, Niedriglöhnen (siehe Mackenroth), Kapitalakkumulation (und dem Schrei nach illusorisch hohen Renditen, die dann zu Blasen führen), Fixierung auf Arbeitsvermittlung statt Begünstigung von Lohneinkommen (er hat Jehova gesagt

) zusammen, ist aber weit zu komplex und auch umstritten um das hier zu erläutern (wer wirklich Infos sucht, der findet sie. Von einer Verschwörung kann keine Rede sein, lediglich einer Verschleierung und medialen Reduzierung auf den neoliberalen Mainstream).
Letztlich:
Vermögen umzuverteilen ist volkswirtschaftlich sinnvoll! Auch für Unternehmer, denn nur so lässt sich ein Kreislauf aufrecht erhalten. Das hat nichts mit Sozialneid zu tun oder irgendwelchen Bauchgefühlen von manchen Leuten hier im Thread. Es ist simple Volkswirtschaft.
Die Alternative lautet Revolte. Da nützt dann auch der Stacheldraht vor der Villa nix mehr.
Wer Interesse hat, sich einzulesen, dem empfehle ich folgende Links:
(Österreich, aber Wurst in diesem Fall)