Affentheater Bundestag

  • Ersteller Ersteller Schwarzhut
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Wenn du selbst in die Rede schreist, gibt es keinen Grund, dass ein andere es nicht auch tunen dürfte. Der schreit sogar aus genau dem selben Grund wie du.
Das glaube ich nicht, Tim... :rolleyes:

Er schreit dazwischen, weil ihm die Rede von Gysi nicht passt. Ich schreie dazwischen, damit er endlich sein dummes Mund hält und die Rede nicht weiter stört, damit ich und andere Zuhörer der Rede zuhören können. Was haben wir in der Schule gelernt? Demokratie heißt, die Mehrheit entscheidet. Im konkreten Fall wäre es direkte Demokratie. ;)

Ach so. Abgeordnete, die sich nicht im Sitzungssaal befinden, befinden sich auf dem heimischen Sofa. :rolleyes:
Ob sie sich auf dem heimischen Sofa befinden oder sonst irgendwo, ist nicht von Belang. Entscheidend ist, dass sie sich die Anwesenheit bezahlen lassen aber nicht anwesend sind! Ich weiß gar nicht, ob das für unsere Abgeordneten (auf Bundes- und Landesebene) tatsächlich so eine "Aufwandsentschädigung" gibt. Zumindest in bei einigen EU-Abgeordneten war diese Selbstbedienungsmentalität mal scheinbar gängige Praxis. Und das über mehrere Jahre.





Laut Pronold werden bei einer verpassten Bundestagssitzung 100,-€ von den rund 4200,-€ steuerfreier Kostenpauschale abgezogen.


Nach § 14 Abgeordnetengesetz gibt es hier ebenfalls Anwesenheitslisten, in die man sich eintragen muss. Wer schlau ist, rettet seine 100,-€ und ggf. Tagesgeld und Reisekostenerstattung, indem er es so hält, wie einige EU-Abgeordnete. Ich weiß nicht, ob ich das noch extra betonen muss - aber natürlich behaupte jetzt natürlich nicht, dass deutsche Abgeordnete das tun, weil ich es nicht nachweisen könnte.
Aber selbst "unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz" führt nicht zur Kürzung des Gehalts (Diät) oder zu einer Abmahnung bzw. Kündigung.
Nur um mal die Parallelen zur normalen Arbeitswelt aufzuzeigen. :rolleyes:
 

Ich weiß gar nicht, was Du hast. Bei dieser Debatte ging es doch - soweit ich sie mir angesehen habe - sehr gesittet zu. Der Bundestagespräsident musste zumindest nicht eingreifen.
Im Allgemeinen machen Zwischenrufe die Sache doch ein wenig interessanter. Insbesondere dann, wenn ein Redner am Pult steht, den man eher als "Schlecht-Ableser", "Rumstotterer" o. ä. bezeichnen würde.

Nebenbemerkung: Man kann von den politischen Ansichen Herrn Gysis halten, was man mag, aber reden kann er!

Wenn es nicht die traurige, sich oft wiederholende Realität wäre, müsste ich angesichts eines anderen Sachverhalts aus dem Video schockiert sein. Aktuell müssten bei einer Debatte eigentlich mal eben so 631 Leute im Bundestag sitzen. Ich würde jetzt über den Daumen gepeilt mal sagen, dass da nicht recht viel mehr als die Hälfte da waren.

Zurück zum Thema "Realsatire" Bundestagsdebatten. Ich kann nur "das große Palaver" empfehlen. Guckst Du hier:
Ist zwar im Beitrag drin, aber so legendär, dass ich nicht umhin komme, das alleine für sich stehen zu lassen: Franz Josef Strauß verdeutlicht den Schuldenzuwachs im Jahre 1979
Und sowieso göttlich: "Herr Präsident, mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch". Wer war's? Der junge Joschka Fischer im Jahre 84. (Leider auf die Schnelle kein Video mit Ton dazu gefunden)

Geht zwar über dein eigentliches Thema Affentheater Politkbetrieb raus, aber mir würden echt eine Reihe besorgniserregender Dinge einfallen. Beispielsweise der Einfluss von Lobbygruppen, wo es soweit kommt, dass Abgeordnete 1:1 deren vorgefertigte Gesetzesentwürfe einbringen. Gut, ich habe vollstes Verständnis dafür, dass man sich nicht in allen Gebieten auskennen kann und daher auf den Rat von Experten angewiesen ist. Aber irgendwo hat mein Verständnis seine Grenzen.
 
Ich finde es sogar gut, wenn reingerufen wird. Umgekehrt würde ich mir viel mehr sorgen machen, wenn dort niemand mehr den Mund aufmacht. Dann wären wir wirklich verloren.
 
Er schreit dazwischen, weil ihm die Rede von Gysi nicht passt. Ich schreie dazwischen, damit er endlich sein dummes Mund hält und die Rede nicht weiter stört, damit ich und andere Zuhörer der Rede zuhören können.
Entweder etwas ist richtig, oder nicht. Die Begründung ist egal. Es ist falsch zu stehlen, egal warum. Verschiedene Dinge machen etwas vll. nachvollziehbar, aber nicht richtig.

Was haben wir in der Schule gelernt? Demokratie heißt, die Mehrheit entscheidet. Im konkreten Fall wäre es direkte Demokratie. ;)
In der Schule haben wir nicht gelernt, dass Deutschland eine Demokratie ist, weil das nicht stimmt. Außerdem ist Herr Gysi ist in der Minderheit, also darf der Reinschreiende doch bestimmen, ob er stören darf?
 
Eigentlich hat der Bundestag einen Vorsitzenden (zu Zeiten von Wolfgang Thierse auch Ehren-Yeti genannt), der in diesem Fall die Menge zur Ordnung rufen muss um für Ruhe zu sorgen.
 
In der Schule haben wir nicht gelernt, dass Deutschland eine Demokratie ist, weil das nicht stimmt. Außerdem ist Herr Gysi ist in der Minderheit, also darf der Reinschreiende doch bestimmen, ob er stören darf?
Du kommst jetzt aber nicht mit so einem Schwachsinn wie der BRD-GmbH oder? :m
Natürlich ist Deutschland eine Demokratie - zwar nur eine repräsentative - aber immerhin.
Um Gysi geht es übrigens gar nicht. Es geht um die Minderheit des Störers und die Mehrheit der Zuhörer.


Eigentlich hat der Bundestag einen Vorsitzenden...
So schauts aus...
Muss er bei Gysi natürlich nicht unbedingt, weil der, wie hier schon bemerkt wurde, ein hervorragender Redner ist. (Der, nebenbei gesagt, inhaltlich meistens auch noch voll ins Schwarze trifft. ;))
 
Ich habe jetzt eine Weile darüber gegrübelt, ob ich ein eigenes Thema dazu aufmache, da es nur am Rande mit dem Affentheater Bundestag zu tun hat. In diesem Fall geht es eher um ehemalige Mitglieder. Als unser Altkanzler Schröder zum Chef-Lobbyisten Putins Gnaden wurde, war das Geschrei schon ziemlich groß. Aber dass Herr Niebel von den Schwerten (war wohl Fallschirmjäger) zu den Pflugscharren ("Entwicklungshilfeminister") gewechselt ist und diese nun wieder zu Schwertern schmiedet, ist schon gelinde gesagt ein dicker Hund: Ein (wahrscheinlich gut dotierter) Posten bei Rheinmetall. Gut, er will ja nur Frieden bringen...
 
Wenn Du einen eigenen Thread aufmachst, erkläre ich Dir (dort), warum mich die Aufregung etwas verwundert.
 
Da unsere Demokratie repräsentativ ist, dann sollte das Reinschreien doch ehr verpflichtend sein.
 
Herr Gysi hat es doch während der Rede selber gesagt "Wenn Sie sich ärgern dann scheine ich wohl ins Schwarze zu treffen".

Das Pult ist wie erwähnt eine Bühne zur Profilierung, reicht diese nicht aus so geht man anschließend zu Jauch oder was auch immer.
Wirklich beschämend ist allerdings dass nicht Fakten und eigene Meinung bei einer Abstimmung entscheidend sind, sondern die Angehörigkeit zu Partei x.

Die Aufregung darüber kann ich auch nicht nachvollziehen... das Reden mit dem Sitznachbar (vielleicht wird für die Rede noch eine passende Antwort eingefügt) das Handy zu nutzen ist doch in Ordnung wieso sollte man überhaupt zuhören da es doch nur Profilierung ist?
 
Ich habe weiter vorne das Zwischenrufen als Brustklopfen von Hinterbänklern bezeichnet.
Dies geschah allerdings unter dem frischen Eindruck des Videos, wo mir die Zwischenrufe nicht viel mehr als Pöbelei zu sein schienen.

Mittlerweile habe ich mich aber an frühere Sitzungen erinnert, als die Parteien sich noch deutlicher von einander unterschieden haben und ich so etwas noch verfolgt habe.

Das Niveau war möglicherweise schon mal deutlich höher.

Grundsätzlich sind Zwischenrufe nämlich keine Unhöflichkeit, sondern gehören absolut zu einem Parlament. Daher werden sie ja auch nicht geahndet sondern finden sogar ihren Platz im Sitzzungsprotokol. (Der BTP kann Ordnungsgelder verhängen).

Wie soll eine Auseinandersetzung denn sonst überhaupt stattfinden? Wie soll man sonst auf eine Rede reagieren?

Soll man jemanden finden, der später in der Rednerliste steht und ihn beauftragen nicht seine eigene Rede vorzulesen sondern die Vorredner zu kommentieren?

"Vor 4 Stunde hat der Abgeordnete A von der Fraktion b dies und das gesagt. Darauf entgegne ich/wir mit..."
dann
"Vor 3,5 Stunde hat der Abgeordnete B von der Fraktion b dies und das gesagt. Darauf entgegne ich/wir mit..."

Man könnte natürlich auch die Sitzungen nur noch für Abstimmungen benutzen. >Ansonsten stellen die abgeordneten ihre Reden ins Intranet und wenn man es gut meint, gibt es sogar eine Kommentarfunktion.

Wie gesagt, es gab Sitzungen, wo sich aus Zwischenrufe Dialoge entwickelt haben, die durchaus geistreich waren.
 
Da müsste mal jemand mit Ahnung sagen welche Funktion und welchen Stellenwert diese Reden überhaupt tatsächlich und formal haben.
Das Niveau war möglicherweise schon mal deutlich höher.
Ich bin letztens zufällig über Reden von vor einigen Jahrzehnten gestolpert... das Niveau heute ist höher nach diesen Videos.

Fraktionszwang... fand ich jahrelang albern aber mitlerweile kann ich Gründe, bei denen es vor allem um Stabilität geht, nachvollziehen.
 


Das Niveau der Zwischenrufe?

EDIT: Sry. Ich sehe, daß wird nicht deutlich. Ich bezog mich in erster Linie auf die Zwischenrufe.
 
Aber dass Herr Niebel von den Schwerten (war wohl Fallschirmjäger) zu den Pflugscharren ("Entwicklungshilfeminister") gewechselt ist und diese nun wieder zu Schwertern schmiedet, ist schon gelinde gesagt ein dicker Hund: Ein (wahrscheinlich gut dotierter) Posten bei Rheinmetall. Gut, er will ja nur Frieden bringen...
So gesehen wird hier ein Fehler korrigiert:

"Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet wird für jene pflügen, die das nicht getan haben"
- Thomas Jefferson

Warum kann man das nicht wie in Vorlesungen auf der Universität machen, dass sich Leute bemerkbar machen die kommentieren wollen, worauf hin ihnen das Wort erteilt wird?
 
Herr Gysi hat es doch während der Rede selber gesagt "Wenn Sie sich ärgern dann scheine ich wohl ins Schwarze zu treffen".

Das Pult ist wie erwähnt eine Bühne zur Profilierung, reicht diese nicht aus so geht man anschließend zu Jauch oder was auch immer.
Pferde können nicht kotzen.

Sorry - hab dir gerade nicht "zugehört". ;)

Wieso sollte Gysi sich eigentlich am Pult profilieren müssen, wenn er doch zu Jauch gehen kann?
 
Warum kann man das nicht wie in Vorlesungen auf der Universität machen, dass sich Leute bemerkbar machen die kommentieren wollen, worauf hin ihnen das Wort erteilt wird?

So etwas gibt es ja auch noch. Sogenannte Zwischenfragen. Da fragt der Sitzungsleitende den Redner, ob er diese zulassen möchte.
 
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