Spät, aber nicht zu spät - Plakate sollen Nazi-Kriegsverbrecher ausfindig machen

Ich verstehe, dass jemand von den Verbrechen seiner Angehörigen wissen möchte. Ich würde das auch wissen wollen. Ich stelle mir allerdings die Frage ob es dem SWC tatsächlich um Aufklärung geht, oder ob es ganz eigene Interessen mit dieser Kampagne verfolgt.

Das mag schon richtig sein. Bei meinen Beiträgen bezog ich mich allerdings auch rein auf die Frage, ob es sinnvoll ist, nach so langer Zeit noch Strafverfolgung zu betreiben - völlig abgehoben von der Plakatdiskussion.

Also sollte es an der Verfolgung ja nun keine Zweifel geben. Ob diese Plakataktion dazu ein geeignetes Mittel ist, wird sich zeigen.
 
@loopzone

Durch Gerichtsverfahren werden die Kinder der Täter zu Opfern? :eek::confused:
 
Aha. Und woher stammt diese Erkenntnis?
Ich denke er bezieht sich auf die vorangegangenen Prozesse , wo Verantwortliche (zB Leiter von Wachmannschaften) frei gesprochen wurden, jedoch zB Herr Demjanjuk verurteilt wude, weil er Hilfswilliger war.
 
Ich wollte ja eigentlich auf meinen Beitrag noch weiter eingehen, aber da wir hier sowas von offtopic sind wollte ich mich nur für die letzten Beiträge bedanken, köstlich zu lesen! Kulturforum sollten wir uns nennen :)
 
Das mag schon richtig sein. Bei meinen Beiträgen bezog ich mich allerdings auch rein auf die Frage, ob es sinnvoll ist, nach so langer Zeit noch Strafverfolgung zu betreiben - völlig abgehoben von der Plakatdiskussion.

Ein Rechtsstaat hat doch gar keine andere Wahl.

Oder willst Du die Strafverfolgung der Beliebigkeit unterstellen?
 
Ein Rechtsstaat hat doch gar keine andere Wahl.
Man hatte natürlich schon eine Wahl. Nämlich sich an die damaligen (skandalösen) Urteilen aus den 50iger und 60iger Jahren halten. Eine schlechte Wahl, jedoch konsequent.
Österreich zB hätte ihn nicht verurteilt, da ihm keine persönliche Schuld nachzuweisen war. Das war in Deutschland früher auch so, aber der Prozess im Jahre 2011 hat einen Präzidenzfall geliefert, mit dem es möglich ist, auch Personen zu verurteilen, die selbst keinerlei Entscheidungsgewalt hatten.

Oder willst Du die Strafverfolgung der Beliebigkeit unterstellen?
Den Vorwurf kann man der Strafverfolgung in der Tat machen. Ein Herr Demjanjuk wäre in den 60iger Jahre nicht einmal angeklagt worden.
Er hatte einfach das Pech der "späten Strafverfolgung".
 
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Der Skandal bestand doch darin, daß es kaum Verfahren gab.

Der damalige Rechtsstaat war immer noch als Folge der Nazi-Diktatur gelähmt. Das würde man heute wohl anders sehen.
 
Denn genau darum geht es. Es geht darum auch den nicht am Krieg beteiligten Deutschen eine Schuld zuzuweisen...

Irgendwie kapierst Du es nie.

Es geht nicht um Krieg, sondern um Völkermord, um Vernichtungslager, um millionenfachen fabrikmäßigen Massenmord.
 
Zuletzt bearbeitet:
Durch Gerichtsverfahren werden die Kinder der Täter zu Opfern? :eek::confused:

Selbstverständlich sind die Familien von Tätern zumeist auch Leidtragende. Was soll daran neu sein?

Edit:

Es geht nicht um Krieg, sondern um Völkermord, um Vernichtungslager, um millionenfachen fabrikmäßigen Massenmord.
Schön, dass du das so sauber trennst. Aber hast du schon einmal vom Begriff Tätervolk gehört? Darunter wird bis heute oftmals die Gesamtheit der Deutschen bezeichnet, egal ob sie am Krieg oder an Massenvernichtung beteiligt war oder auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Skandal bestand doch darin, daß es kaum Verfahren gab.
Vollkommen richtig. Diese Verfahren würde man aus heutiger Sicht als Farce bezeichnen.

Der damalige Rechtsstaat war immer noch als Folge der Nazi-Diktatur gelähmt. Das würde man heute wohl anders sehen.
Das Problem ist jetzt aber, dass es eine krasse Ungleichbehandlung der Täter gibt, obwohl sie zur gleichen Zeit die Taten verübt haben. Ein Täter, der Glück hatte kommt mit viel schlimmerten Verbrechen davon, als ein Mitläufer. Sein Glück? Es wurde früh verhandelt und nun kann er nicht mehr verurteilt werden.
 
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Das ist wohl so.

Es gibt eben keine gleichmäßige Entwicklung eines Rechtssystems wenn die Geschichte solche Kapriolen schlägt.
 
... und die eigene Daseinsberechtigung (hier des SWC) herzuleiten. Man könnte auch PR dazu sagen.

Du bist seine Existenzberechtigung, Du bist seine PR.

Du und der TS, die sich darüber aufregen, dass das SWC womöglich Existenzsicherung betreibe. Das ist doch sein gutes Recht.

Alle sind es, die sich hier über die lächerlichsten Beträge aufregen, 25.000 Euro, Geld, welches das SWC aus seiner eigenen Tasche bezahlt.

Kein Vorwand ist zu billig. Nicht mal der, die ganze Aktion sei reiner Blödsinn. Rückfrage: Was kümmert es Euch, was kümmert es den TS, wenn eine winzige Institution wie das SWC Blödsinn macht? Sollen die doch, ist deren Sache, wir sind doch nicht deren Babysitter oder Gouvernante.

Alle weinen bittere Tränen über eventuell eingebuchtete Greise. Dabei ist es sonnenklar, dass die Aussichten, einen zu erwischen, Richtung Null tendieren.

Was Euch stinkt, ist was ganz anderes, nämlich dass die Plakataktion es öffentlich macht: In diesem Land laufen immer noch eine ganze Menge Massenmörder frei herum, nie sind sie angeklagt, geschweige denn verurteilt worden.

Das ist keine angenehme Wahrheit, aber es ist die Wahrheit, und mit der muss man halt leben. Und auch dann, wenn sie den Blick auf eine noch viel unangenehmere Wahrheit lenkt, nämlich die, dass die Deutschen bis zu Kapitulation überzeugte Nazis waren und natürlich am 8. Mai 1945 nicht schlagartig Demokraten wurden.

In den 50er Jahren saßen in der Justiz mehrheitlich die gleichen Richter und Beamten, die schon vor 1945 dort gesessen hatten, und begreiflicherweise verspürten die wenig Lust, ihre alten Gesinnungsgenossen und Kumpane anzuklagen und dabei viel schmutzige Wäsche zu waschen.

Das ist der Grund, warum es hier einen Thread über die kleine Plakataktion gibt, und warum sich Leute mächtig darüber ärgern. Und bereits damit hat die Plakataktion sich absolut gelohnt.
 
Ein Rechtsstaat hat doch gar keine andere Wahl.

Oder willst Du die Strafverfolgung der Beliebigkeit unterstellen?

Zwar habe ich gewisse Zweifel daran, dass du meinen Beitrag wirklich unabsichtlich falsch verstanden hast, aber ich erkläre ihn dir trotzdem:

In diesem Thread wurde mehrfach bezweifelt, dass es sinnvoll ist, Täter von damals heutzutage noch zu verfolgen, u.a. weil man (sinngemäß wiedergegeben) die Vergangenheit ruhen lassen soll und die Strafe sowieso nicht vollstreckt werde. Ich habe dagegen geschrieben, dass es sinnvoll ist und meine Gründe dafür dargelegt.

Die Frage, ob jemand zur Strafverfolgung verpflichtet ist, stellte sich dabei zu keinem Zeitpunkt. Und das, was du da als Frage an mich formuliert hast, lässt sich so wahrscheinlich auch nirgendwo aus meinen Beiträgen herauslesen (ansonsten bin ich natürlich für entsprechende Zitate offen).
 
Ich fasse meine Gegenrede zusammen. :D

Die Frage der Sinnhaftigkeit stellt sich nicht.

Jetzt? :p

(Mit Bezug auf Neros Beitrag: Jedenfalls nicht im rechtlichen Sinn.)
 
Zuletzt bearbeitet:
?

Wenn hier jemand behauptet, die Straftverfolgung sei nicht sinnvoll, dann ist die Frage damit gestellt. Und die beantwortet sich nicht dadurch, dass der Staat zur Verfolgung von Verbrechen verpflichtet ist, sowie er von diesen Kenntnis erhält.


Aber immerhin bestätigt ja dein letzter Beitrag wenigstens meine Vermutung, dass diesem hier:

Oder willst Du die Strafverfolgung der Beliebigkeit unterstellen?

Ein absichtliches Missverständnis zugrunde lag. :p
 
Selbstverständlich sind die Familien von Tätern zumeist auch Leidtragende. Was soll daran neu sein?

Neu wäre, wenn man deswegen den Strafvollzug abschaffen würde, weil z.B. Kinder darunter leiden, daß Eltern im Gefängnis sind. Das haben schließlich die Täter zu verantworten.
 
Dann sollte man aber auch das Erbrecht abschaffen. Der Sohn kann ja nun wirklich nichts dafür, dass sein Vater Millionär ist. Es wäre doch ungerecht, wenn er davon profitieren würde.
 
Das ist doch Unsinn. In beiden Fällen geht es das Verschulden der Väter. Entweder hat der Vater die Haftstrafe oder das Vermögen "verschuldet". ('Verschuldet' im Zusammenhang mit Vermögen könnte Dich noch weiter verwirren, sollte es aber nicht) .
 
Das ist doch Unsinn.

Selber Unsinn. Wenn der Sohn nicht unter den Folgen der Handlungen seines Vaters leiden darf, darf er von ihnen auch nicht profitieren. Keine Gewinnchancen ohne Haftungsrisiko. So einfach ist das. Denk doch mal bisschen logisch.
 
:rolleyes:Tue ich ja, aber Du lernst es halt nie.

Aber ist ja Dein Markenzeichen. ;)

Weder die Abschaffung des Leidens noch das Profitierens wurde von mir gefordert.:coffee:
 
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