[Politik und Gesellschaft] NSA belauscht sogar den Vatikan

yeswescan-300x246.png Der militärische Geheimdienst NSA will einfach nicht mehr aus den Schlagzeilen verschwinden. Kürzlich tauchten Berichte des italienischen Magazins “Panorama“ auf, die sich auf Aussagen des Whistleblowers Edward Snowden . Millionen Telefonate zwischen der USA, Italien und Vatikan-Stadt wurden von der NSA überwacht. Nach Angaben von “Panorama” hörten Mitarbeiter der US-Botschaft in Rom auch Gespräche mit dem Papst und anderen Telefonanschlüssen des Vatikans ab. Die NSA will beispielsweise in Erfahrung bringen, welche geistlichen und politischen Zielsetzungen der Vatikan verfolgt. Geklärt wird darüber hinaus, über welche Finanzmittel das Oberhaupt der katholischen Kirche verfügt.

Da Wirtschaftsspionage als Motiv komplett wegfällt, bleibt als Begründung lediglich die Abwehr von Terroranschlägen übrig. Zwar verfügt der Vatikan über einen der ältesten Geheimdienste der Welt. Aber der Papst oder seine Mitarbeiter als gewalttägige Attentäter? Diese Vorstellung ist mehr als abwegig.

Der NSA dürfte es in diesem Fall sehr schwer fallen, die Begründung für ihre Spionage glaubhaft darzulegen.
 
O noez, dem jezuz talkz!

Religion hat schließlich noch niemanden umgebracht und die katholische Kirche schon garnicht.

Das hier hat eigentlich nur gutes, jetzt gibts die Cashnce das sich 2 total friedliche Vollspackenvereine Gegenseitig runterputzen. Egal wer verliert, wir gewinnen.:T
 
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  • #3
Das will ich ja gar nicht behaupten, dass die katholische Kirche harmlos sein soll. Aber was soll die Bespitzelung? Mit welchem Argument will man das bitte begründen? Oder muss es keinen Vorwand mehr für irgendwas geben?
 
Ob Bischof Tebartz Van Elst auch bespitzelt wurde, waren die überdimensionalen Kosten schon der USA bekannt? :o
 
Ich verstehe einfach nicht wie man nach dem Patriot Act darüber noch überrascht sein kann, rechtlich ist das ganze doch schon seit Jahren einwandfrei abgesichert. Das die USA gerne demokratisieren ist doch kein Geheimnis und die beste Defensive ist eine diskriminierungsfreie Offensive.

Aber gerade das hier finde ich jetzt halt richtig gut weil sie sich damit mit jetzt offiziell einer der gefährlichsten Sekten der Welt angelegt haben. Damit dürften beide Parteien viel Zuspruch durch Idioten verlieren.

"The only winning move is not to play." - Und genau dafür ist es jetzt hoffentlich wieder auf vielen Ebenen zu spät. *Applaus für beide Seiten* Hoffentlich tragen die das auf den Straßen aus. Demokratie vs Nächstenliebe.:T
 
Aber was soll die Bespitzelung? Mit welchem Argument will man das bitte begründen? Oder muss es keinen Vorwand mehr für irgendwas geben?

"Nationale Sicherheit." End of the story.

Das wird wohl auch nur eine ganz normale Geheimdiensttätigkeit gewesen sein bei der "einzelne Individuen" ihre "Kompetenzen überschritten haben." Die National Security Agency "bedauert diesen Einzelfall" und wird sich "umgehen mit den betroffenen Personen in Verbindung setzen" um "mögliche Irritationen aus dem Weg zu räumen."
 
Ich verstehe einfach nicht wie man nach dem Patriot Act darüber noch überrascht sein kann, rechtlich ist das ganze doch schon seit Jahren einwandfrei abgesichert.

Vielleicht wenn sie ihre eigenen Schäfchen abhören. Der Patriot Act schützt die USA aber nicht, wenn sie sämtliche Gesetze im Ausland brechen. ;)

@Ghandy Das werden sie so rechtfertigen, wie bei den Abhöraktionen gegen Staatsoberhäupter, denn es könnte ja sein, dass der "Fahrer" des Papstes ein Terrorist ist.:D:coffee:
 
Das will ich ja gar nicht behaupten, dass die katholische Kirche harmlos sein soll. Aber was soll die Bespitzelung? Mit welchem Argument will man das bitte begründen? Oder muss es keinen Vorwand mehr für irgendwas geben?
Ne Rakete unter der Robe? :D
 


Wenn es die USA irgendwann mal Gejuckt hätte wie die Gesetze anderer Länder aussehen wäre das Argument gut, aber in der realen Situation ist es lächerlich.
 
Da Wirtschaftsspionage als Motiv komplett wegfällt, bleibt als Begründung lediglich die Abwehr von Terroranschlägen übrig.

Nein. Man erinner sich an die Monroe Doktrin und welche Interessen die USA an den Verhältnissen in Mittel und Südamerika haben. Die dortigen Länder sind stark katholisch geprägt, der Papst hat hier einen ganz anderen Stellenwert als in Europa. Das Verhältnis des Vatikans zur Befreiungstheologie dürfte den Amerikaner auch interessieren.
 
Die NSA würde selbst Gott belauschen, aber der spricht ja nicht zu uns.
 
Zuletzt bearbeitet:
Profis unter sich.

Vermutlich funktioniert der Nachrichtendienst der Kirche besser. Nicht nur im Beichtstuhl erfahren die Priester von den Gäubigen eine ganze Menge und müssen sich nicht wie die NSA durch 204 Millionen Mails pro Minute weltweit (c't Nr. 23 S. 148) kämpfen. Hinzu kommt die lange Tradition. Was für die NSA die Terroristen sind, waren für den Vatikan die Ketzer. Mit der heiligen Inquisition schuf er eine Behörde, die systematisch nach Verdächtigen gefahndet hat.

Der Vatikan hat erstmal in der Geschichte das Problem gelöst, zentral die Herrschaft über einen Glauben weltweit zu organisieren. Stalin hat diese Leistung bewundert und sich sich zum Vorbild genommen, der Kreml sollte so etwas wie der Vatikan des kommunistischen Machtbereichs werden mit ihm selbst als Papst. Mit dem Kreml verband den Vatikan, dass eine Außenstehender über die inneren Machtstrukturen wenig genaues weiß. Schon die Finanzen sind ein Geheimnis.

Im Prinzip sind katholische, kommunistische und westliche Wertegemeinschaft eigentlich mit dem gleichen Problem konfrontiert. Logisch wäre es, wenn Vatikan und NSA nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten würden. Dass der Vatikan immer noch ein potenter Partner sein kann, hat er beim Zusammenbruch des Ostblocks in Polen und Ungern bewiesen und beim Zerfall Jugoslawiens in Kroatien.
 
denn es könnte ja sein, dass der "Fahrer" des Papstes ein Terrorist ist
Vielleicht checken sie auch aus, wie sicher das Papamobil wirklich ist. Sollte sich der neue Papst als unliebsam erweisen, will man doch schließlich wissen, wohin der Scharfschütze zielen muss.

Logisch wäre es, wenn Vatikan und NSA nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten würden.
Vielleicht tun sie das ja schon. Die NSA würde derweil aber hübsch weiter abhören. Nicht, dass der Vatikan plötzlich und klammheimlich auf die Idee kommt, die Zusammenarbeit einseitig zu beenden...


Aber wen hat denn diese Meldung jetzt noch ernsthaft gewundert?! Ich habs ja schonmal gesagt, die bereiten uns entweder auf die richtig große Bombe vor, die sie bald platzen lassen, oder sie kommen dann in zwei weiteren Schreckensmeldungen mit na Entwarnung um die Ecke: "Hat sich alles als falsch rausgestellt. Zwar werdet ihr wirklich bespitzelt, Frau Merkel und der Papst aber nicht." Und alle freuen sich, dass sich der ganze Skandal dann doch am Ende als so harmlos herausgestellt hat :unknown:
 
Kontrolle und Kooperation schließen einander nicht aus, sondern bedingen einander in komplexen Systemen.

Im Interesse der Leistungsoptimierung benötigen die Subsysteme Spielraum für die Entfaltung eines Eigenlebens, womit das Risiko ihrer Verselbständigung gegen die Interessen des Gesamtsystems gegeben ist.

Redundanz erfüllt daher nicht nur den Zweck, die Ausfallsicherheit zu steigern, sondern gewährleistet auch kompetente wechselseitige Kontrolle.

Die Arbeit eines Nachrichtendienstes kann nur ein weiterer Nachrichtendienst kontrollieren. Mehrere Dienste mit einander überlappenden Kompetenzen sind die Regel, zwölf Dienste nebeneinander wie bei Arafat im Hinblick auf den schmalen Überwachungsraum eher die Ausnahme.

Es ist daher nur folgerichtig, dass die große westliche Wertegemeinschaft ein vielgliedriges System miteinander kooperierender und gegeneinander konkurrierender nationaler Nachrichtendienste unterhält, und dass es dabei wie in jedem großen Unternehmen zu Reibereien zwischen den verschiedenen Abteilungen kommt, wie wir sie derzeit erleben.
 
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  • #19
Oh weia, welches Fass habe ich denn da geöffnet? ;-)
 
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