Meinung zu Elektroautos?

E-Autos sind absolut nicht geeignet für Rettungsfahrzeuge. Bestes Beispiel Ahrweiler.
 
Das ist korrekt. Da braucht es einen Diesel den man dann an der überschwemmten, vom Stromausfall lahmgelegten Tankstelle wieder auffüllen kann.

Spaß beiseite. Grundsätzlich geht es hier aber weiterhin um die PKWs für normalen Alltagsgebrauch.
 
Mal dazu meine ganz persönlichen Testergebnisse...


Vor Kurzem mußte mein Pkw- wegen noch bestehender Gebrauchtwagengarantie zur Wartung in die Werkstatt, in der ich gekauft hatte. War etwas weiter weg, mit dem Benziner aber überhaupt kein Thema.

Als Leihwagen bekam ich einen Opel Mokka-E auf das Auge gedrückt. Der Kunde vor mir hatte sich geweigert, diesen Wagen zu benutzen und den Diesel abgegriffen.
Geplante Fahrstrecke ca. 220 Km, das war der Werkstatt bekannt. Reichweite des Mokka-E laut Handbuch: bis zu 320 Km. Sollte also funktionieren.

Zu Hause angekommen standen nach ca. 70 Km Fahrtstrecke noch 160Km auf der Uhr. Da mir das zu knapp vorkahm, hatte ich das Fahrzeug in der Garage an die Haushaltssteckdose 2 Stunden zum Laden angesteckt, das wären laut Fahrzeuganzeige ca. 30 Km Fahrtstrecke. Da ich auf dem Lande wohne, wäre die nächste Ladesäule mit mehr Ladeleistung in etwa 10 Km entfernt, also absolut unpraktikabel.

Am nächsten Morgen dann ab zur Schulung, 100 Km mit Autobahnfahrt. Im Landstraßenverkehr war alles gut, aber auf der Bahn... So wie ich den Windschatten der Lkw´s verlasse, kann ich die Reichweite wie beim Counter flüssig mitzählen. Da wird einem Himmel Angst und Bange, wie man da die Strecke schaffen soll. Also ca. 60 Km lang mit 90Km/h im Windschatten der Lkw´s, immer die Restreichweite im Auge. Am Nachmittag dann auf dem Heimweg wieder 40 Km auf der Bahn zwischen den Lkw´s mit klopfendem Herzen...

Letzten Endes stand der Wagen dann mit 45 Km Restreichweite wieder auf dem Hof der Werkstatt, ohne Nachladen wären es noch 15 gewesen.
Für den täglichen Weg zur Arbeit (40 Km einfache Strecke) müßte ich alle 2 Tage vollständig laden, was bei 30 Stunden Ladezeit an der Steckdose schlicht unmöglich ist. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus, die Garage ist gemietet. Also habe ich keine Möglichkeit, eine Kraftsteckdose b.z.w. Wallbox nachzurüsten.

Fazit für mich: E-Autos mögen sicherlich in Städten ihre Berechtigung haben um Schadstoffe aus den Innenstädten fernzuhalten. Für mich auf dem Lande ist das aber absolut fern jeder Praxistauglichkeit. Dazu kommt noch, daß ich tagsüber mit dem Fahrzeug unterwegs bin und erst am Abend zum Laden anstecken kann, wenn der Wind meist nachgelassen hat und die Sonne untergegangen ist. Mit welchem Strom lade ich dann: Richtig- mit zugekauftem Atomstrom aus dem Ausland. Das ist auch nicht das, was ein Nutzer eines Elektroautos als sinnvoll erachten sollte...

Nur kurz zum Thema Hybrid: Beim Gebrauchtwagenkauf fuhr ich einen Toyota Auris Hybrid probe. Da mich das interessierte, kontrollierte ich den Praxis-Durchschnittsverbrauch. Auris Hybrid: 6,2 L/100Km. Mein derzeitiger Benziner: 5,3 l/100Km (Incl. Autobahn-Urlaubsfahrt). 120Kg zusätzliche Batterie wollen halt auch erst mal in Wallung gebracht werden.
Jetzt kann mir mal einer erklären, wie ich mit dem Minderverbrauch mehr Schadstoffe erzeugen soll.
 
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Einen Opel Mokka als Referenz für alle E-Auto-Modelle herzunehmen, erscheint mir etwas vermessen. Opel hat schon mit dem Ampera kein Prachtstück abgeliefert. Steig mal anstelle des Opel in einen Tesla.
 
Hmm also ich brauche aktuell bei 120-130 KM/h auf der Autobahn ~19KWh / 100km

Mit einer Schucko lade ich ca 20KWh in 6h. Das bedeutet ich kann in jeder Nacht ca. 120Km oder mehr (Die Nacht dauert ja doch meist länger als 6 Stunden) Reichweite nachladen. Was bei deiner Strecke dann ohne weiteres locker reicht.
Vor allem wenn das Auto dann doch mal 10h steht und der Akku bei weitem nicht jeden Tag unter 10% lehr gefahren wird.

Nun habe ich irgendwas im Hinterkopf das gerade der Mokka-E in der Tat ein extremer Schlucker ist und nicht wirklich sonderlich sparsam mit seinem Akku umgeht (kann mich gerade aber auch irren).

Zu deiner Ladestation:
den rechtlichen Rahmen dafür, das du das auch als Mieter machen kannst, den gibt es.
Auch bekommst du als Mieter die Förderung von 900€ aktuell noch.
Natürlich hängt es von den Begebenheiten vor Ort ab wie viel eine Ladestation an deinem Stellplatz im Zweifel kostet und wie lange du z.B. dort am Ende wohnen möchtest - ob sich das rentiert oder nicht.
Im Zweifel ist vielleicht auch der Vermieter daran interessiert, wenn man das Gespräch sucht und ihm ein wenig unter die Arme greift welche Rechte er gegenüber den anderen Eigentümern hat, was das Kostet und was das bringt.
Also "Geht nicht" ist so ein wenig einfach gedacht.

Und zum Strom: Wind weht z.B. durchaus auch Nacht. Überproduktionen die über Tag nicht verwand werden - werden dafür an Nachbarländer verkauft und erzeugen dort weniger "Kohlestrom" oder ähnliches.
Und selbst wenn ich von Kohlestrom ausgehe - sind je nach Kraftwerk die Abgase dort noch besser als von so manchen Benziner oder Diesel.
 
Wobei der Ampel/Bolt für seine Zeit ein durchaus solides e-Auto war. Der Bolt aber war etwas besser als der Ampera.

@Hybrid Ich glaub es ist auch schwer den Verbrauch aus einer Probefahrt oder einem Mietauto heranzuziehen. sind ein paar Auris Hybrid, wo Verbräuche unter 4 Litern stehen. Ich denke daher das die 6,2 Liter nicht zwingend repräsentativ sind.

@Werner Wie war denn das fahren sonst so, mal abgesehen von der Lade und Reichweitenthematik. Fahrgefühl, Fahrweise?

@Erfahrungsbericht. Da kann man aber mehrere Ansätze finden, wie man das besser machen kann. Ein Leitspruch bei e-Autos ist ja: ABC - Always be Charging. Wenn man jetzt bei der Schulung die Möglichkeit gehabt hätte per Schuko zu laden, da hätte man ja auch ordentlich was reißen können. Hier gibts ja auch allerhand Möglichkeiten anzusetzen um die Infrastruktur zu pushen. Es muss ja nicht immer ein HPC sein, sondern über lange Zeit gehen ja auch kleinere Strommengen.
 
Das Auto selbst ging duraus gut, allerdings fehlt mir der Vergleich zu anderen E-Autos. An die Eigenheiten gewöhnt man sich schnell, da hat sowieso jedes Modell andere. Mein TSI hat z.B. kaum eine Motorbremse, beim Opel muß man sich an das abrupte Bremsverhalten durch die Rekuperation gewöhnen. Und meine Fahrweise kann ich durchaus als sehr gemütlich beschreiben. Nicht brutal beschleunigen, vorausschauend fahren und ausrollen lassen (kein Ampelsprint :). Auf der Landstraße allein mit gemütlichen 80, nur im dichteren Verkehr mit 100, damit ich niemanden über Gebühr aufhalte. Heute Früh standen am Ziel 4,3 L/100Km auf der Uhr, auf dem Rückweg werden es dann so ca. 5,6 sein, es geht bergauf und noch dazu muß ich zurück viele Umleitungen fahren.

Den Sprimonitor kenne ich auch, Da machen meines Erachtens nach eigentlich nur die Werte des Mittelfeldes Sinn. Die Sparverbräuche erscheinen mir oft unglaubwürdig und bei den Maximalverbräuchen sträuben sich mir die Nackenhaare wenn ich an die Fahrweise denke, die ich für solche Verbräuche an den Tag legen müßte...
 
Ja, das hab ich auch nachher erst gesehen, das man da noch filtern konnte. Aber ich denke in dem Fall wird das schon grob passen. Ich habe im Umfeld oft von Leuten gehört, die sich Hybride anschaffen und dann zu richtigen Sparfüchsen werden und versuchen das Maximum auf Batterie zu fahren und so wenige wie möglich den Verbrenner zu nutzen. War in Summe auch nur als Hinweis, darauf zu sehen, denn Mietautos und Vorführwagen werden ja immer mal etwas härter gefahren zum testen und der Verbrauch geht halt schneller rauf als runter.

Ich kann leider auch aktuell weder zu Hause, noch auf Arbeit laden, aber ich hätte zwei Ladesäulen die ich fußläufig erreichen könnte (etwa 6 und etwa 15 Minuten zu Fuß). Ich bin immer näher dran, das mal zu testen ob man damit nicht durch den Alltag kommen könnte. So mit Integration in den Alltag (Einkauf etc.) könnte das noch in einem Rahmen sein, den ich mir vorstellen könnte. Vielleicht miete ich mir auch mal so ein Auto über eine längere Zeit um das mal zu probieren.
 
Bitte meinen ersten Satz lesen:

Ich will keinesfalls verallgemeinern sondern wollte nur meine persönliche Erfahrung schildern.

Ja hatte ich so schon verstanden ;)
Nur wie du schon weiter unten geschrieben hast - muss man sich natürlich ein wenig daran gewöhnen oder umdenken. Wollte mit meinem Text auch nur sagen das so manches deiner negativen Erfahrungen nicht hätten sein müssen ;)
 
Der Auris war übrigens ein Gebrauchtwagen den ein älterer Herr gefahren hatte, kein Vorführer. Ich denke, der wird die Durchschnittsanzeige während der 35000 Km nie genullt haben. Und da der Auris ein CVT hat kann man auch die Drehzahl schlecht selbst wählen und mit so ca. 1200 -1500 Upm fahren, so wie ich das mit dem TSI problemlos kann.
 
Nur kurz zum Thema Hybrid: Beim Gebrauchtwagenkauf fuhr ich einen Toyota Auris Hybrid probe. Da mich das interessierte, kontrollierte ich den Praxis-Durchschnittsverbrauch. Auris Hybrid: 6,2 L/100Km. Mein derzeitiger Benziner: 5,3 l/100Km (Incl. Autobahn-Urlaubsfahrt). 120Kg zusätzliche Batterie wollen halt auch erst mal in Wallung gebracht werden.
Jetzt kann mir mal einer erklären, wie ich mit dem Minderverbrauch mehr Schadstoffe erzeugen soll.
Das ist nicht mal ausgeschlossen, weil der Verbrenner im HSD ein reiner Saugbenziner ist, ohne Direkteinspritzung, ohne Turboaufladung. Dessen Schadstoffausstoss (nicht CO2, sondern Stickoxide und Feinstaub) ist besser als der von Turbomotoren.

Aber 6.2l/100km scheint mir auch brutal hoch. Mit meinem Yaris Hybrid komme ich auf ~4.5 l/100km. Das Verbrauchsverhalten ist aber total anders als das eines "normalen" Verbrenners und gleicht eher dem eines BEV: Autobahn und hohe Geschwindigkeiten ausserorts kosten brutal Sprit, waehrend der Verbrauch bei Stop-and-Go im Stadtverkehr auf 3.5 l/100km steht (oder auch mal unter 2, wenns etwas abwaerts geht). Der Verbrauch steigt ~quadratisch mit der Geschwindigkeit.

Andererseits gebe ich dir aber voellig Recht, dass ein BEV ohne Lademoeglichkeit zu Hause nicht wirklich Sinn macht. Wobei das eigentlich auch eine normale Haushaltssteckdose sein koennte (man sollte das Auto eh jeden Abend anstecken), das Problem dabei ist bloss, dass einige integrierte Lader bei 2-3 kW ziemlich ineffizient sind.
 

Ich möchte hier nicht von negativen Erfahrungen reden.
Aber für mich gehört das E-Auto dort hin, wo es Sinn macht. Also in die Städte, um Schadstoffe von dort fernzuhalten. Auch den Hybrid sehe ich eher dort. Geringe Geschwindigkeiten und viel Rekuperation durch Start/Stop. Wenn ich mit meinem TSI die vielen Umleitungen und 30-er Zonen auf dem Heimweg durchfahre, stehen dort auch >10 L/100Km auf der Uhr. Das würde der Hybrid sicher besser machen. Aber der Rest meines Arbeitsweges über Land macht das halt wieder wett.

@Dr. M.:
Wie Du richtig geschrieben hattest- hohe Geschwindigkeiten sind das Problem. Über Land war alles gut mit dem Opel, die Probleme kamen erst auf der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten ohne Windschatten. Wobei eigentlich 120-130 noch nicht wirklich hohe Geschwindigkeiten darstellen...

Zu meiner Wohnsituation muß ich präzisieren: ich sage immer Miete, weil das für mich nichts Anderes darstellt, eigentlich ist es eine Wohnungsgenossenschaft. Mit meinem Anliegen für Ladesäulen müßte ich mich gegen 219 weitere Genossenschaftsmitglieder (die absolute Mehrzahl davon sind altersmäßig jenseits der 70-er, viele davon besitzen gar kein Auto) per Abstimmung durchsetzen. Das ist völlig aussichtslos. Und ein Gerichtsverfahren ist mir das nicht wert, um das durchzusetzen. Mit den Garagen verhält es sich ähnlich: um Kosten zu sparen hängen ca. 8 Garagen an einem einzigen Zähler und die Kosten werden geteilt. Ich müßte mich also ausklinken und die Elektrifizierung selbst bezahlen incl. der dann folgenden laufenden Kosten. Für ein Auto, das für mich auf dem Lande nicht recht paßt, völlig undiskutabel.
Und wenn ich nochmal ehrlich bin- täglich zum Laden anstecken kommt für mich auch nicht in Frage. Wenn wir bei meiner Fahrweise mal bei garantierten Reichweiten von 500Km angekommen sind und ich 1x die Woche zum Laden anstecken muß, kann ich wieder darüber nachdenken.

Mein geerbtes Haus welches ich im Moment nicht bewohne, hat dagegen ein anderes Problem: das Stromnetz auf dem Dorf.
Wenn mein Nachbar die Kreissäge anschaltet, wird bei mir das Licht dunkler. Stellt euch mal vor was passiert, wenn ich mein Auto mit 22Kw laden würde... Noch 2 weitere Nachbarn mit E-Autos, und wir können die Straßenbeleuchtung über glühende Freileitungen realisieren :)
 

Ich möchte hier nicht von negativen Erfahrungen reden.
Aber für mich gehört das E-Auto dort hin, wo es Sinn macht. Also in die Städte, um Schadstoffe von dort fernzuhalten.

Wenn du nur einen Opel kennst und angeblich nicht verallgemeinern willst, warum tust du es dann?
 


Kannst Du zu meinen Beiträgen auch Konstruktives beitragen oder mich nur angreifen?

Hab schon zu viel geschrieben hier, macht hier bitte weiter ohne mich.
 
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