Coronavirus

Re: Coronavirus

Ich checke auch überhaupt nicht die Priorisierung mit den Ü80.
Inwiefern ist diese Person "wichtiger", als jemand der im Krankenhaus arbeitet?

Jemand mit Ü80 kann doch entspannt einige Wochen länger daheim bleiben, als jemand der mitten im Leben steht und Einkaufen gehen muss für seine Kinder usw.
 
Re: Coronavirus

Ich checke auch überhaupt nicht die Priorisierung mit den Ü80.
Inwiefern ist diese Person "wichtiger", als jemand der im Krankenhaus arbeitet?
Sie ist nicht "wichtiger", aber sie hat ein sehr, sehr viel hoeheres Risiko fuer Komplikationen bei einer moeglichen Infektion. Siehe etwa
oder

Die IFR steigt ~exponentiell mit dem Alter.

Mit 80 ist das Risiko, an nach einer Infektion an Corona zu sterben, 50-100 mal hoeher als mit 50.
Aber auch in die andere Richtung: Mit 25 ist das Risiko ca. 100 mal geringer als mit 50 und liegt damit in der Groessenordnung von Risiken anderer Infektionskrankheiten, oder Risiken, die wir tagtaeglich eingehen (Verkehr etc.).
 
Re: Coronavirus

So wird da ein Schuh draus. Es gab also die Veranstaltungen ohne besondere Vorkommnisse und dann später diese Spontandemonstrationen, die es noch nicht in die Berichterstattung geschafft hatten.
 
Re: Coronavirus

Gestern ausgiebig mit jemandem gesprochen, der einen sogenannten milden Verlauf hinter sich hat. Herzrasen, konnte tagelang das Bett nicht verlassen bzw. hat an einige Tage keine Erinnerungen weil vermutlich durch geschlafen oder gedöst. Er war sehr elendig insgesamt, wochenlang. Konnte auch wochenlang Schokolade geschmacklich nicht von Käse unterscheiden, Regeneration auf "95% des Normalzustandes" hat insgesamt 6 Wochen gedauert.
Anfang 30, gesund, Nichtraucher, Nichttrinker, mehrmals die Woche Sport seit vielen Jahren.

Darauf will ich gerne verzichten.


Bezüglich Sterberate belegen die USA gerade ja eindrücklich, dass diese weit über 0,1% liegt. Erst recht, wenn Krankenhäuser erst einmal überlastet sind.
 
Re: Coronavirus

Ich checke auch überhaupt nicht die Priorisierung mit den Ü80.
Inwiefern ist diese Person "wichtiger", als jemand der im Krankenhaus arbeitet?

Jemand mit Ü80 kann doch entspannt einige Wochen länger daheim bleiben, als jemand der mitten im Leben steht und Einkaufen gehen muss für seine Kinder usw.

Die Belegung der Intensivstationen besteht zur Zeit fast nur aus ziemlich alten Menschen.
Wenn diese geimpft sind, fallen nach Berechnungen über 50% der Intensivpatienten weg in den ersten Monaten.
Danach geht die Zahl noch höher. Bei guter Durchimpfung bis zu 90%, die dementsprechend nicht mehr auf Covid-ITS landen.

Es wird ja auch gerne vergessen, dass auch Intensivbetten weiterhin für Herzinfarkte, Schlaganfälle und nach schweren Not-OP benötigt werden.

Was das Impfen der Personale betrifft, liegt das zur Hälfte an den Landesregierungen und zum Teil an den meist privatisierten Kliniken.
Im Pflegesektor, besonders in Seniorenheimen, sind erstaunlicherweise viele Pflegekräfte, die sich nicht impfen lassen wollen. Versteh ich nicht.

Selbst Ärzte, die sich freiwillig gemeldet haben, in den Impfzentren, bzw. bei den mobilen Impftrupps in ihrer Freizeit zu arbeiten,
beschweren sich immer öfter, dass sie selbst nicht geimpft werden können/dürfen. Das Konzept hinkt also derbe.
 
Re: Coronavirus

Gestern ausgiebig mit jemandem gesprochen, der einen sogenannten milden Verlauf hinter sich hat. [...] Darauf will ich gerne verzichten.
Darauf koennen wir wohl alle verzichten.
Aber wenn wir die Wahl haben, einem 30-jaehrigen ein paar Tage im Bett und einen Monat Geschmacksverlust zu ersparen (was schon ein bisschen mehr als ein "milder Verlauf" ist) oder einem 80-jaehrigen den Tod, wuerden die Meisten doch das Letztere waehlen.

Bezüglich Sterberate belegen die USA gerade ja eindrücklich, dass diese weit über 0,1% liegt. Erst recht, wenn Krankenhäuser erst einmal überlastet sind.
Der Punkt ist nicht die absolute Sterberate ueber die gesamte Bevoelkerung. Der Punkt ist, dass die IFR - viel staerker als bei anderen Infektionskrankheiten - altersabhaengig ist. Ein 80-jaehriger hat gemaess den Studien die ich oben verlinkt hatte insgesamt ein ca. 10000-fach hoeheres Risiko an Covid-19 zu sterben als ein 20-jaehriger.

Also werden die 80-jaehrigen zuerst geimpft.

Natuerlich sollten sich alle impfen lassen, wenn genuegend Impfstoff verfuegbar ist.
 
Re: Coronavirus

Darauf koennen wir wohl alle verzichten.
Aber wenn wir die Wahl haben, einem 30-jaehrigen ein paar Tage im Bett und einen Monat Geschmacksverlust zu ersparen (was schon ein bisschen mehr als ein "milder Verlauf" ist) oder einem 80-jaehrigen den Tod, wuerden die Meisten doch das Letztere waehlen.
[...]
Also werden die 80-jaehrigen zuerst geimpft.

Natuerlich sollten sich alle impfen lassen, wenn genuegend Impfstoff verfuegbar ist.
War evtl. ein Missverständnis, ich stimme dir 100% zu, ich wollte nicht gegen eine Impfung der älteren Bevölkerung plädieren, nur noch mal darauf hinweisen, dass auch ein 'milder' Verlauf nur mild ist auf einer Skala von "Gesund bis Tod" und nicht auf einer Skala von "Gesund bis Krank".
 
Re: Coronavirus

Dabei werden leider die Langzeitfolgen nicht beachtet. Es sind zugegeben auch weniger Zahlen verfügbar. Trotzdem ist es jetzt nicht besser, wenn z.B. der 30-Jährige sein restliches Leben zum Beispiel nicht arbeiten kann.
 
Re: Coronavirus

Gestern ausgiebig mit jemandem gesprochen, der einen sogenannten milden Verlauf hinter sich hat.

Kenne mittlerweile viele, deren Verlauf weit milder war, die aber trotzdem wochenlang mit den Folgen zu kämpfen hatten. Der Geschmacksverlust und die allgemeine Müdigkeit sind da die dominantesten Folgen. Alles etwas, worauf wir alle verzichten können, aber auch etwas, das man in Kauf nehmen kann, wenn die Folgen nicht dauerhaft sind.
Ich bin gesund und noch unter 30. Ich glaube, dass ich in der Prioritätsliste damit ziemlich weit unten stehe. Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass ich mich vor Ende 2021 impfen lassen kann.

Edit: Während ich noch am Tippen war sind zwei Beiträge hinzugekommen, die eigentlich genau das ansprechen, was in meinem Post steht. Naja, jetzt steht der Post trotzdem :D
 
Re: Coronavirus

Die ersten Langzeitfolgen bei Kindern, auch bei einem sehr milden Verlauf, zeigen Probleme bei den Herzmuskeln auf.
Auch sollen die Synapsen nicht mehr genau so (zusammen-)wachsen wie normal.
Wie sich das nach Jahren auswirkt, wird man halt erst nach Jahren feststellen.

Bei Erwachsenen sind halt Geruchs- und Geschmackssinn teilweise auf Monate gestört.
Viele jüngere Erwachsene klagen über Gedächtnisschwächen. Dies bedeutet z.B. auch, dass sie schlecht buchstabieren können.

Eine etwa 30 jährige Frau hat das mal etwa so formuliert:
ich will die Haustür aufschließen. Ich habe den Schlüsselbund in der Hand und starre den an.
Dann fällt mir zwar wieder ein, was ich wollte, aber ich weiß dann nicht, welchen Schlüssel ich nehmen soll.
 
Re: Coronavirus

Was das Impfen der Personale betrifft, liegt das zur Hälfte an den Landesregierungen und zum Teil an den meist privatisierten Kliniken.

Wir sollen übers DRK Ehrenamtlich unser Kreisimpfzentrum betreiben (am Wochenende).
Am Donnerstag solls nen Onlinemeeting dazu geben. Ich bezweifle, dass wir Helfer geimpft werden.
 
Re: Coronavirus

Das ist das, was auch viele Ärzte, Ärztinnen und Pflegeleute, die sich ehrenamtlich gemeldet haben, schreiben.
Für sie ist nix mit Impfung.
 
Re: Coronavirus

So, dann oute ich mich mal. Ich bin geimpft worden vor 2 Tagen. Ob ich jetzt über 80 bin, oder in einer Pflegeeinrichtung arbeite, überlass ich eurer Fantasie :p
Ich hab mich natürlich mit dem Impfteam vor Ort unterhalten. Der Diensthabende Arzt hat mir erklärt dass das Impfteam nur dann geimpft wird, wenn was übrig bleibt. Passiert natürlich bis jetzt so gut wie nie. Versteh auch den Sinn dahinter nicht. Die rennen derzeit von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung und haben kein Anrecht auf ne Impfung. Bin schon mal gespannt wann die ersten Meldungen kommen das sich die Bewohner beim Impfen angesteckt haben. Vor allem weil dann auch die zweite Impfung nicht mehr durchgeführt wird, oder werden kann. :coffee:


Edit:
Bevor die Frage aufkommt.
Ja mit dem 5G Chip lebt es sich sehr gut. Nur die Antennen auf dem Kopf stören mich derzeit noch ein bisschen :ugly:
 
Re: Coronavirus

Ich glaube, dass ich in der Prioritätsliste damit ziemlich weit unten stehe. Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass ich mich vor Ende 2021 impfen lassen kann.
Bei dem Tempo, was die aktuell an den Tag legen, wird das so sein. Das dürfte auch für ziemlichen Unmut bei den Leuten sorgen.

Die ersten Langzeitfolgen bei Kindern, auch bei einem sehr milden Verlauf, zeigen Probleme bei den Herzmuskeln auf.
Auch sollen die Synapsen nicht mehr genau so (zusammen-)wachsen wie normal.
Wie sich das nach Jahren auswirkt, wird man halt erst nach Jahren feststellen.
Ja, das ist kacke. Aber irgendeinen Tod müssen wir sterben. Früher oder später müssen wir den Lockdown beenden weil andere Kollateralschäden Überhand nehmen. In meinem Umkreis macht sich das auch schon bemerkbar und ich bin auf dem Land wo man noch weniger davon merkt. Drei Beziehungen in meinem Freundeskreis sind schon zerbrochen. Mehrere Restaurants werden schließen, sicher auch andere Läden. Ein paar haben ihr Haus finanziert und schieben jetzt Kurzarbeit wodurch die Rechnung nicht mehr aufgeht. Nebenjob kriegt man wohl auch zur Zeit schwer, die Klassiker wie z. B. in der Disco ausschenken gehen ja aktuell nicht. Zwei sind aktuell arbeitslos und hocken den ganzen Tag alleine in der Bude. Ich würde da durchdrehen.

Will gar nicht wissen, wie es den Leuten zumute ist, die irgendwo in der Stadt in einer kleinen Wohnung festhängen, am besten noch mit kleinen Kindern.

Gerade aus dem Grund ist es dringendst erforderlich, zumindest die Risikogruppen durchzuimpfen. Dann kann man das Land wenigstens wieder einen Schritt weit aufsperren. Muss ja nicht alles sofort wieder gehen aber etwas Normalität täte uns allen sicher gut.
 
Re: Coronavirus

Gerade aus dem Grund ist es dringendst erforderlich, zumindest die Risikogruppen durchzuimpfen. Dann kann man das Land wenigstens wieder einen Schritt weit aufsperren. Muss ja nicht alles sofort wieder gehen aber etwas Normalität täte uns allen sicher gut.


Das sehe ich anders. Die Mutation ist auf dem Vormarsch. Sie ist um ein vielfaches ansteckender als das Virus bisher. Ob die Impfungen hier helfen oder nicht ist bislang nicht bekannt, ebensowenig ob diese Variante tödlicher ist/wird. Von den möglichen Spätfolgen ganz abgesehen. Wenn die Risikogruppen geimpft sind dann wird das Gesundheitssystem nach einer Öffnung von allen anderen geflutet. Die Risikogruppen mögen geschützt sein und einem möglichen schweren Verlauf oder Tod so entgangen sein, das schließt nicht aus, dass andere keine ärtliche Hilfe oder Intensivpflege brauchen werden. Hier machts dann die Menge. Und genau darum gehts. Die ganzen Spätfolgen werden der Wirtschaft weit aus mehr schaden als die Schäden die bislang aufgetreten sind. Der Lockdown ist meiner Meinung nach alternativlos.
 
Re: Coronavirus

Laut Drosten und anderen gehen diese davon aus, dass der Impfstoff auch für die Mutante gilt.
Die Charité hatte nach erstem Auftreten der Mutante recht schnell Proben und konnte damit arbeiten.
Auch BioNTech geht davon aus.

Es macht mich aber schon recht traurig, wenn Menschen über Kinder sagen, dass man/die ja sowieso irgendwann stirbt/sterben.
Ein oder anderthalb Jahre zusammenreißen ist doch nichts gegen ein noch 60 oder mehr Jahre erfülltes Leben.
 
Re: Coronavirus

Drei Beziehungen in meinem Freundeskreis sind schon zerbrochen

Dann hats schon zuvor in der Beziehung nicht gestimmt und das ganze wäre ohne Corona auch über kurz oder lang auseinander gegangen.

Mehrere Restaurants werden schließen

Sicher werden einige schließen müssen. Das sind aber genau diese Läden die auch vorher schon am Rande der Existenz gewirtschaftet haben.
Ein Freund von mir in München, ist Geschäftsführer eines kleinen Restaurants. Der macht mit Essen zum abholen und dem Geld vom Staat, genauso viel Umsatz als ohne Lockdown.

Ein paar haben ihr Haus finanziert und schieben jetzt Kurzarbeit wodurch die Rechnung nicht mehr aufgeht.

Selbst schuld wenn man so knapp kalkuliert. Was wäre den gewesen wenn derjenige der sein Haus finanziert hat einen Unfall gehabt hätte und dadurch Krank oder Arbeitslos geworden wäre? Dann hätte er sein Haus auch nicht weiter finanzieren können.
So gerne ich dich auch mag Thom. Aber deine Beispiel sind so typisch für unsere Gesellschaft die es gewohnt war aus dem vollen zu schöpfen ohne darüber nachzudenken was morgen sein könnte.
Ansonsten das was poesie noire bereits geschrieben hat.
Nach meiner Meinung steht der Infektionsschutz und damit der Schutz der gesamten Bevölkerung, vor allem anderen.
 
Re: Coronavirus

Eine Bank, die Kredite zum Hausbau- oder Kauf vergibt, ohne dass eine entsprechende Versicherung abgeschlossen wird oder wurde,
handelt meiner Meinung nach sehr, sehr dumm.
Bei Krankengeld oder Firmenschließungen sieht's doch nicht anders aus.

Und wenn Restaurants nicht in der Lage sind, eine ordentliche Internetseite zu stellen, die Kunden dort To Go bestellen können, soll auch nicht jammern.
So eine kackbunte, überladene Facebookseite mit Blinkblink läd nicht gerade zum Bestellen ein.
Wie Oli schon schrieb, wenn man sich Mühe gibt und die Kellner*innen das nett dekoriert nach Hause bringen oder an der Restauranttür anreichen,
dann zahlen wir auch nen Euro mehr.

Und wenn eine Beziehung an einem Lockdown kaputtgeht, dann möchte ich nicht wissen, was in so einer Beziehung los ist,
wenn mal wirklich was Schlimmes ist. Ernste Erkrankung eines Partners, Arbeitslosigkeit, Stress mit Verwandtschaft, etc.
 
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