[Politik und Gesellschaft] ZDF: Björn Höcke als Talkshow-Gast unerwünscht

zdf-1271651_640.png Bei einem Streitgespräch in der "Zeit", das der Chefredakteur des ZDF mit Zuschauern geführt hat, machte Peter Frey deutlich, dass der AfD-Politiker Björn Höcke nicht als Talkshow-Gast bei dem Sender in Frage kommt. Für ihn ist klar, dass jeder, der Höcke bei den Landtagswahlen im Oktober seine Stimme gegeben hat, "bewusst rechtsextrem" gewählt hat. Man wolle beim ZDF zeigen, wo die "Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen".

Frey sieht, im Gegensatz zu Kritikern, keinen rot-grünen Einschlag beim Sender. "Es stimmt einfach nicht, dass konservative Positionen auf unserem Sender keinen Platz haben", erklärte er. "Zum Glück sind die Zeiten der alten Bundesrepublik vorbei, als man im Sender wusste, wer in welches politische Lager gehörte, und das Karrieren befördert hat."

Bei dem Streitgespräch, das Frey zusammen mit drei Zuschauern führte und das durch die "Zeit" moderiert wurde, ging es außerdem um weitere Probleme des Senders. Frey betonte hierbei, dass der Sender zu alt geworden sei. Das beziehe sich sowohl auf das Publikum als auch auf das Material. Auch fehlen beim Sender Führungskräfte mit ostdeutschem Hintergrund. Dass es nicht genügend Gäste mit Migrationshintergrund in Talkshows des ZDF gibt, erklärte er ebenfalls. "Manche schlagen unsere Einladung aus, weil sie nach Auftritten schon viele Anfeindungen erlebt haben."


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Wie viele Jahre brauchen die Medien eigentlich noch um zu merken, dass das keine sinnvolle Strategie ist?
Oder wie viele Stimmen braucht die AfD noch?

Über den Höcke wird halt relativ viel gesprochen, von daher wäre es vermutlich nicht verkehrt auch vermehrt _mit_ ihm zu sprechen, auch wenn er 'nur' Vorsitzender der Landtagsfraktion ist.
 
Denke da ähnlich was die AfD angeht, also dass da noch die Möglichkeit besteht da bei einigen Leuten ein umdenken anzustoßen, und dass Isolation nicht der richtige Weg ist.
Aber beim Höcke kann man sich ja von jeder Hoffnung dahingehend verabschieden. Und wenn du ihn z.B. aufgrund seiner bizarren Zitate "angreifst", dann verlässt er eingeschnappt das Studio.
Glaube auch da muss man individuell unterscheiden. Jedem AfD-Hans seine Hitlerzitate lassen weil man ansonsten ja evtl. alle AfD-Wähler vergrault, ist auch nicht der richtige Weg.
 
Naja, da hatte er bisschen dünnes Fell. Journalisten sind Arschlöcher, das sollte man als Berufspolitiker wissen und aushalten können.
Auf die Fragen zu seiner Sprache hat er ja ganz normal geantwortet, dass er dann in der Mitte abbricht war natürlich ultra-dämlich von ihm.
 
Über den Höcke wird halt relativ viel gesprochen, von daher wäre es vermutlich nicht verkehrt auch vermehrt _mit_ ihm zu sprechen, auch wenn er 'nur' Vorsitzender der Landtagsfraktion ist.
Andersrum wird ein Schuh draus, einfach ignorieren und nicht das Fass aufmachen, welches er herhält ...
 



Völlig falsch. Wie viele Jahre brauchen die Medien eigentlich noch um zu merken, daß das es keine sinnvolle Strategie ist, über jedes Stöckchen zu springen, welches ihr die AfD hinhält.

Man macht keine AfD-Wähler zu Demokraten in dem man ihnen zeigen möchte, wie toll die Demokratie doch ist, wo man die abartigsten Dinge von sich geben darf.
Die Stellen sich auf einen Marktplatz mit einer Lautsprecheranlage und behaupten, man dürfe in Deutschland nicht laut seine Meinung sagen und bekommen dafür Applaus. Wer diese Idiotie das als Wähler schon nicht erkennt, den wird man nicht mit sachlicher Gegenargumentation erreichen.
 
Jo, ich glaube die Mitte zwischen BurnerRs "allen zuhören" und KaPiTNs "alle deportieren" wäre da golden. ;)
 
Jo, ich glaube die Mitte zwischen BurnerRs "allen zuhören" und KaPiTNs "alle deportieren" wäre da golden. ;)


Ich verwahre mich gegen die Unterstellung, ich wolle irgend jemanden deportieren, sowohl in der Sache, als auch auf Grund der Wortwahl.

Ich bin alles andere als empfindlich, aber das überschreitet eindeutig eine Grenze.

Ich kann nicht beurteilen, ob da die Absicht hinter steckt mich persönlich zu diskreditieren oder politische Naivität, fehlende Sensibilität und mangelndes Geschichtsbewußtsein.
 
Ok, dann nicht "deportieren" sondern nur gesellschaftlich Isolieren und ausgrenzen, und somit in Gesinnungs-Ghettos zwingen. Besser so?

In jeglicher Diskussion in der wir hier bereits über die AfD und den Umgang mit deren Mitgleidern gesprochen haben, habe ich dich als Hardliner gelesen, der mit niemandem dieser Leute sprechen will.
Die sind verbrannt für dich, verloren. Was also mit denen machen? Wegkarren scheint da nicht fern.
 
Es geht um den gesamtgesellschaftlichen Auftrag Rechtsextremismus zu bekämpfen. Dabei gilt es nicht dazu beizutragen, daß diese menschenverachtenden Ideologie, die neonazistischen Positionen und ebensolcher Sprachgebrauch dadurch verharmlost werden, daß man ihre Verbreitung wegen falsch verstandener Toleranz unterstützt und zur Normalisierung beiträgt.

Entgegen Deiner Phantasien meint Rechtsextremismus bekämpfen nicht rechtsextreme Menschen zu bekämpfen.
 
@KaPiTN:
Auch wenn ich diesen Auftrag grundsätzlich unterstütze,
du versteht schon warum manche Menschen ein Problem damit haben eine Ideologie zu verbieten und bestimmte Meinungen von der Demokratie auszuschließen?

Also nicht das ic hdas irgendwie untersützten,
aber ich kann verstehen warum man ein Problem damit haben kann,
dass eben "demokratie ja, aber nur sollange du bestimmten konformitäten entsprichst"
nicht mehr so 100% demokratisch ist.
 
Das verstehe ich und habe daher weder das Eine noch das Andere gefordert.
 
Ok, dann nicht "deportieren" sondern nur gesellschaftlich Isolieren und ausgrenzen, und somit in Gesinnungs-Ghettos zwingen. Besser so?
Was in der Diskussion immer unter den Teppich gekehrt wird, ist, dass Höcke und seine Nazikumpane eben nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern überproportional zu Wort kommen. DAS muss aufhören, und wenn das ZDF damit anfängt, dann ist das erstmal komisch aber zu begrüssen.
 
Frank-Walter Steinmeier schrieb:
"Wenn wir schweigen, wenn wir nicht verhindern, dass die Atmosphäre in unserem Land weiter vergiftet wird, kann jeder und jede das nächste Ziel sein - das lehrt uns unsere Geschichte"

"Dieses Land bleibt nicht dasselbe, wenn das Recht und die Würde von Minderheiten bedroht wird."

"Antisemitische Äußerungen sind kein Bürgerrecht", so der Bundespräsident. "Und es fällt auch nicht unter das Recht auf freie Meinungsäußerung, antisemitische oder antizionistische Parolen als Kritik an der Politik Israels zu deklarieren."

"Wer diesen Rechtsstaat will, wer unter seinem Schutz leben will, der muss bereit sein, für jeden einzustehen, der in seiner Würde bedroht ist", so der Bundespräsident. "Wer die Grenzen des Rechts verschieben und wer den Hass salonfähig machen will, muss auf Widerstand treffen. Denn es sind unsere Grenzen. Es ist unser gemeinsames Zuhause."

 
Wer Unrecht duldet stärkt es!
(Willy Brandt)

Ich kann mir dieses Gejammer und die Opferrolle dieser Nazis nicht ziehen und verachte es, dass so viele Leute Mitleid haben.
Leute, die sich keinen eigenen Kopf machen, sondern ihn sich machen lassen, weil es viel bequemer ist.

Ich gucke diese Talk-Formate, die so tun als würden sie irgendwelchen öffentlichen Ansprüchen gerecht, schon lange nicht mehr.
Und wenn dann gesagt wird, dass ein Einladen von Straftätern und/oder Hetzern gegen unsere Demokratie und unsere Verfassung so was aushalten muss,
dann sehe ich das als einen Angriff auf eben diese Demokratie. Das sind und bleiben Nazis, die da ihren Dreck verbreiten.
Und die Dummen gucken diese Formate auch nur, wenn einer ihrer Führer als Gast ist. Ansonsten bleiben sie bei den üblich verdächtigen Privatsendern.
Oder hängen in den Hetzer-Facebookgruppen.
 
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