Yamaha Ca-610 Refurbishment / Ersatz für "Fuse Resistor"

Ungesund

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Hallo,

ich habe einen Yamaha CA-610 vom Müll gerettet und tausche nun Fehlerhafte Komponenten aus. Dabei zeigt ein Widerstand im Keramik-Gewand beim Test kein Leben mehr. Im Schaltplan vom Amp ist dieser als "Fuse Resistor" angegeben, hier mal ein Bild davon:



Evtl. hat ja jemand von euch schon mal das Vergnüngen sowas austauschen zu müssen. Bei den großen Versendern finde ich nichts adäquates. Wichtig wären wohl auch "nur" vergleichbare Daten und dass das Ding nicht bei Überlast in Flammen aufgeht. Ich habe nun schon etwas herumrecherchiert, und einige raten dazu diese mit einem Metallfilm Widerstand zu ersetzen. Würde dann einfach einen 1/4 Watt / 10 Ohm Widerstand mit viel Abstand zur Platine verwenden... Aber da wollt ich doch vorher nochmal hier fragen ob jemand ne bessere Idee hat, oder evtl. auch nur nen anderen Namen für die Dinger, unter dem ich evtl. exakteren Ersatz finden kann.
 
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Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Das könnte ein Sicherungswiderstand sein. (Drahtwiderstand mit Sicherung). Schau mal hier:
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

das sollte es sein.
@ungesund
hast du da mal noch den Schaltplan dazu?
 
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  • #4
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

@cybercat
Oha, das sieht ja schon ganz nach dem aus was sich suche. Jetzt fangen die 10 Ohm Sicherungswiderstände bei distrelec allerdings erst bei 2W an. Beim Original sind 150mA angegeben also 250 Milliwatt bei 10 Ohm. Da die Hauptaufgabe dieses Widerstands aber ja hauptsächlich der einer (einweg)Sicherung ist, wäre es dann nicht auch ratsam wenn die Nennleistung von dem Austausch-Teil gleich der des Originals ist?

@keinbenutzername
jawohl, das gibt es - "Yamaha CA-610 Service Manual", erste Reihe, viertes PDF. Im PDF gehts um FR403, u.a. auf Seite 17.
Edit: ist halt von 1976 der Verstärker, PDF ist eingescannt und leider blöd beschnitten, aber zumindest hat schon mal jemand darin den Fuse Resistor markiert, ist im Schaltplan grau hinterlegt, über der Box "Wire Color Abbreviations"
 
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Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

du könntest ja auch nen normalen Widerstand + ne Sicherung in Serie einbauen.
Womöglich löst die Sicherung aber zu schnell aus.

Leide bin ich nicht so mit dem Konzept eines Sicherungswiderstands vertraut.
Ich denke aber schon, wenn das Teil wirklich langsam durchbrennen soll ist das mit den 2W ne schlechte Idee.

Allerdings, wie kommst du drauf, dass der defekte Widerstand 250mW hat?
Ausgerechnet?
Dann rechne das gleich mal aus mit dem 2W Widerstand, ohne dass du aber die 2W annimmst ;-)

Dein abgebildeter Widerstand sieht auch nicht nach 1/4 Watt aus.
 
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  • #6
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Ich hatte halt als einzige Angaben auf dem Fuse Resistor die Stromstärke (150 mA) und den Widerstand (10 Ohm) und dachte da könnte ich von nun auf die max. Leistung schließen wenn ich Widerstand x Stromstärke² rechne.... war das doof, bzw. zu kurz gedacht?

Ich habe nun auch die gefunden, und mal angeschrieben ob es ein datasheet zu "Micron 7N" gibt. Die jetzigen Produktbezeichnungen sind halt alle völlig anders inzwischen. Mal sehen, evtl. ist da ja jemand nett. :D
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Ich hatte halt als einzige Angaben auf dem Fuse Resistor die Stromstärke (150 mA) und den Widerstand (10 Ohm) und dachte da könnte ich von nun auf die max. Leistung schließen wenn ich Widerstand x Stromstärke² rechne.... war das doof, bzw. zu kurz gedacht?

wie gesagt, auf dem 2W Teil steht ja dann auch 150mA und 10Ohm...
Daher stimmt das mit dem 1/4Watt eher nicht.
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Sicherungswiderstände wurden früher gern verwendet, heute sind sie eher kaum im Einsatz. Wenn Du diesen Widerstand ersetzen willst, würde ich ihn durch einen Metallfilmwiderstand ersetzen mit 0,25 Watt Belastbarkeit. Die Leistung, die dieser Widerstand maximal abkönnen muss, errechnet sich wie folgt:
Imax = 150 mA ; R=10 Ohm also I*R=U 0,15 * 10 = 0,15 Volt max. Spannungsabfall am Widerstand; daraus folgt P=U*I
also 0,15 A * 0,15 Volt = 0,0225 Watt, also maximal 22,5 mW; sehr wenig also. Genügen würde auch ein Metallfilmwiderstand mit 0,1 Watt Belastbarkeit. Einbau sollte leicht erhöht durch entsprechendes Abwinkeln der Anschlussdrähte geschehen. Dann funktioniert das auch wieder, wenn nichts anderes defekt ist. Diese Sicherungswiderstände wurden uns mal früher als "Halbleiterschutz" verkauft, aber das ist eher illusionär. Halbleiter rauchen im Defektfall typischerweise derart schnell ab, das kein Widerstand der Welt schnell genug unterbricht. Aber sie verhindern wenigstens Schmorfolgeschäden an der Platine oder anderen, temporär überlastbaren, Bauteilen. Ich hoffe das ich Dir helfen konnte.
 
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  • #9
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Großartig, Danke Tonschlampe. :) Habe den Widerstand nun eingebaut und das Ding läuft wieder, widerstand wird auch nicht heiß, was bei den Umständen ja auch nicht verwunderlich ist. :D Juchei.

Allerdings kommt nun auf dem rechten Kanal nur ein dünnes fisteln raus, aber dem bin ich auch bereits auf der Spur.
Hatte bereits alle großen Elektrolyt Kondensatoren ausgetauscht, nun habe ich mich auch mal an die kleineren gemacht. Gerade vom rechten Channel alle ausgelötet und siehe da: keiner hat noch die gewünschten Werte und einer ist inzwischen ein Widerstand. :D

Schön, da ich da beim linken und rechten Channel am besten gleich vorgehe, habe ich ja was zu tun für heute. :)

Ach ja, evtl. kennst du oder jemand anderes sich ja auch mit älteren Electrolyt Kondensatoren aus? Ich habe hier einen Nippon Chemicon 1µF 25V Kondensator, der sich farblich und auch von der Abkürzung her von den anderen unterscheidet. Der Kondensator ist hell grün und trägt die Aufschrift "CEKU". Werde den jetzt erstmal durch nen standard Nichicon 1 µF 25V ersetzen, aber es wäre trotzdem ganz nice zu erfahren was das besondere an dem ist...
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Ohne Bild aus der Ferne schwer zu sagen, möglicherweise ein sogenannter "bipolarer" Elko. Also ein Elko mit der aufgedruckten Spannungsfestigkeit, aber beliebig anzuschließen, man muss hier nicht auf die Polarität achten, wie bei anderen Elkos. Erkennt man auch daran, das es kein aufgedrucktes + oder - gibt wie bei Standardelkos. Überprüf das Teil daraufhin mal, wenn Du keine Polaritätsangaben auf dem Elko findest dürfte es ein bipolarer sein.
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Wenn es ein Bipolar-Elko ist (Zu erkennen daran, dass keine Polaritätsangaben aufgedruckt sind), kann man den notfalls mit 2 identischen Elkos der doppelten Kapazität ersetzten, in dem man die in Reihe schaltet. Mit den Plus-Polen zusammen.
bei 1µF und genug Platz, könnte man eventuell auch einen MKS-Kondensator nehmen. (Folienkondensator)
 
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  • #12
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Ne, die sind nicht Bipolar. Hier mal ein Foto, und zum vergleich einige der ansonsten verwendeten Kondensatoren... Denke das wird irgendeine spezielle Art von Kondensator sein, evtl. was spezielles für den Audio-Bereich.





Hab die nun gegen normale 1µF 25V ausgetauscht, ebenso alle anderen die im Signalweg lagen. Die vom Phono-Verstärker und den VU-Metern habe ich mal drin gelassen, da fehlen mir derzeit noch die passenden Werte. Und es funktionieren nun beide Kanäle in vollem Umfang. Jippie!

Nun reinige ich noch die Potis und tausche die Lämpchen gegen LEDs aus. Dann gibt es noch eine Zusammenfassung mit Fotos hier. :)
 
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Der Kondensator ist hell grün und trägt die Aufschrift "CEKU". [...] aber es wäre trotzdem ganz nice zu erfahren was das besondere an dem ist...

Hatte die gleiche Frage, bei einem alten Effektgerät für Gitarre.
Was ich bisher dazu gefunden habe:
Das sind ganz normale Elkos's allerdings für den Sowjetmarkt - daher unterscheiden sich Farbe und Bezeichnung - ist aber inhaltlich das gleiche.

Angaben ohne Gewähr
 
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  • #14
Re: Ersatz für "Fuse Resistor" in altem Amp

Endlich komplett fertig und back from the dead. Der Yamaha Natural Sound CA-610 von 1978. Aufgefunden tot auf bei einem Freund auf der
Treppe bereit um in die ewigen Jagdgründe der Elektrogeräte einzugehen. Doch die wunderschöne Alu-Front und das Echtholzfurnier hatten es mir angetan, und ich nahm ihn mit.

Zuhause dann angeschlossen und nix ging. Wäre ja auch zu schön gewesen. So begann das mehrtägige Troubleshooting, welches von einem defekten Part zum nächsten führte. Was letztendlich alles gemacht wurde:

- Board zu großen Teilen neu aufgebaut, allein über 40 Elkos getauscht (auf den Fotos ist nur eine Auswahl zu sehen)
- Ersatz für nicht mehr erhältliche "Fuse Resistors" gefunden, dank ngb-power :D
- Relais komplett zerlegt und refurbished
- Marode Kabel getauscht
- Idling Current justiert
- Kaputte Speaker-Terminals neu
- VU Meter Beleuchtung auf LEDs umgebaut
- Alle Potis entölt, gereinigt und neu geölt
- Echtholzfurnier aufgearbeitet
- Alu-front und alle Schalter und Knöpfe gereinigt

und bestimmt noch mehr was ich inzwischen verdrängt habe. :D Aber es hat sich gelohnt, was für ein schönes, warm klingendes Gerät. Derzeit bin ich noch zwei Mission 761er dafür am reparieren, aber auch schon an Teufel Ultima ein Ohrenschmaus.









 
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