Interessante Gedanken, aber gerade das Beispiel von Andrej Holm macht mir ein bisschen Angst.
jau, hat aber nichts mit geheimer überwachung, sondern mit fachkräftemangel im öffentlichen dienst zu tun.. ob er das nun auf seinem blog oder in der schülerzeitung geschrieben hätte, macht da keinen unterschied, die wirren schlüsse hätten sie unabhängig vom medium gezogen.. die frage ist hier viel eher, welche mittel zur gefahrenabwehr noch verhältnismäßig sind.. wenn ein teenager über facebook oder meinetwegen ganz klassisch offline in der aula einen amoklauf ankündigt, ist es zumindest nicht verwunderlich (und geht auch nicht gegen das rechtsgefühl der großen mehrheit), wenn bei ihm die polizei auftaucht und das kinderzimmer durchsucht..
die bekannten verfehlungen der behörden gegen die verhältnismäßigkeit sind keine eigenart des internetzeitalters und haben nichts mit überwachung, verdeckten ermittlungen o.ä. zu tun - die gibts im zusammenhang mit überwachung genauso wie ohne (siehe z.b. mollath oder zusammengeschlagene demonstranten)..
Was glaubt eigentlich ihr? Ist freie Software wirklich sicherer als proprietäre Software, was die Überwachung angeht?
die frage ist falsch gestellt.. "sicherheit" hat erstmal nichts mit der vertriebs- oder entwicklungsform von software zu tun, sondern mit den implementierten konzepten und algorithmen.. eine gute verschlüsselung ist als konzept prinzipiell immer sicher, angriffspunkte gibt es nur in der implementierung und hier kann man
nur bei open source software wirklich sicher sein, dass keine (bekannten) schwachstellen oder gar absichtliche backdoors vorhanden sind.. "security through obscurity" ist das schwächste sicherheitskonzept, denn dabei muss man blind dem hersteller vertrauen bzw. darauf, dass dem angreifer der aufwand des reverse-engineering zu hoch ist.. eine sichere verschlüsselung zeichnet sich notwendigerweise dadurch aus, dass sie unknackbar ist, auch wenn der algorithmus bekannt ist - das ist bei jeder weitläufig eingesetzten verschlüsselung der fall (z.b. SSL oder symmetrische verschlüsselungen wie AES)..
skype ist z.b. relativ sicher (niemand hat die verschlüsselung geknackt und es gibt keinen hinweis auf schwachstellen in der implementierung), aber es ist kein geheimnis (auch lange vor snowden), dass backdoors eingebaut sind, welche zum teil von regierungen gefordert wurden - und die konnten das nur deshalb fordern, weil skype ein gieriger kommunikationsdienstleister ist, der seine zulassungen und seinen profit nicht verlieren will.. ähnliches gilt für google, facebook und all die anderen firmen, die z.b. zur zusammenarbeit mit PRISM gezwungen wurden.. hier wäre beispielsweise eine non-profit open source alternative nicht an solche regierungsvorgaben gebunden (jeder terrorist kann sowas in seinem keller programmieren) und die "sauberkeit" des programms wäre vor allem garantiert und überprüfbar.. das ist kein 100%iger schutz vor illegaler (oder legaler, der unterschied ist ja nur formaljuristisch) überwachung, würde aber für die überwachenden agenturen einen erheblich höheren aufwand, mehrkosten und höheres risiko bedeuten, denn sie müssten dann dein endgerät z.b. mit einem trojaner infizieren, was ungleich unbequemer ist als das direkte abgreifen der kommunikation auf ihrem weg durch das internet..