Wissen, was man eigentlich will - Die Königsdisziplin

RedlightX

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1.094
Hallo zusammen,

ich würde hier gern einmal ein wenig berichten und hoffe darauf, dass mir jemand Tipps geben kann.

Vorab zu mir:

- Lebe in Asien
- Arbeitgeber in DE
- Ich habe hier ein Team von Entwicklern, welches ich leite
- Bin verantwortlich für die IT, die Projekte und die Leute

Soweit alles kein Problem. Macht spaß, ich habe top Leute ausgewählt und es könnte in diesem Bereich nicht besser sein.

Mein Vorgesetzter is kein ITler, hat eine reichlich gut ausgestattete Schmuckschatulle und viele Ideen.

Die Ideen sind das Problem.

Was ich erwarte:
Zettel und Stift nehmen, hinsetzen, Gedanken ordnen und diese Idee zu Papier bringen. Wie es richtig funktioniert weiß er und wurde in einem momentanen Projekt genau so gemacht (nicht von ihm :D)

Wie es läuft:

Videocall, Brainstorming, 10 Ideen werden in einem Topf geworfen, ein anderes Projekt wird verworfen (sehr motivierend) und ein neues wird sich erdacht. Das dauert 10 Minuten. Irgendwelche Machbarkeitsstudien, Zielgruppenanalysen oder auch sonstige Dinge, wie Verkaufspreis usw werden da nicht beachtet. Spielt keine Rolle.


Aus dieser Vorgehensweise folgt dann folgendes:

Ich setze Himmel und Hölle in Bewegung, erstelle sein Lastenheft, erstelle einen Projektplan, weise meine Jungs in das Projekt ein und lege dann los, nachdem alles geplant ist. Das ist absolut stressig und - wenn es wieder verworfen wird, frustrierend.

Ich muss dazu sagen, dass ich flexibel bin, meinen Beruf eher als Hobby sehe und es Spaß macht. Es macht mir nicht aus, bis 2:30 nachts weiterzumachen. Was mir aber etwas aus macht: Um 2:30 nachts wach im Bett zu liegen, weil man innerlich nur noch den Kopf schüttelt. Es nimmt mich zunehmend mit und ich muss hier irgendeine Grenze ziehen.

Momentan bin ich soweit, ihm über Amazon einen leeren Schreibblick und ein Paket mit Buntstiften zu schicken. Eingepackt als Geschenk und mit Hinweis, dass er es doch künftig für seine geistigen Ergüsse verwenden soll. Am besten direkt neben das Bett legen.


Es gibt ja unterschiedliche Menschen:

- Welche, die Wissen, dass sie NICHT wissen, was sie wollen
- Welche, die NICHT wissen, dass sie nicht wissen, was sie wollen.

Ersteren kann man erziehen, und "abholen", sprich ein wenig an die Hand nehmen. Bei letzterem ist es schon herausfordernder und frustrierend.


Kündigen und die Flinte ins Korn werfen, kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte die Art und Weise der Projektideen und "Beschlüsse" ändern.


Hat da jemand einen Tipp für mich? Danke :T
 
Keinen Tipp, nur das Projektmanagement ein großer Teil meiner Ausbildung war, es eine extra Lektüre gab, die einige Seiten umfasst und welches man auch lernen sollte damit man Projekte in der IT oder im kaufmännischen angehen kann mit Struktur.
Ich habe selbst für meine Abschlussprüfung eine Projektdokumentation geschrieben (ein Projekt in meinem Praktikum), beherrsche Gantt Diagramm und Netzplan und sehe es erst recht in der freien Wirtschaft als wichtig an Projektmanagement zu betreiben.
Daher wäre es vllt denkbar du machst deinem Vorgesetzten das Projektmanagement etwas schmackhaft oder legst es ihm nahe. Für reibungslose Abläufe oder Prozesse ist das nur vom Vorteil.

Die Lektüre finde ich raus und poste sie hier nächste Woche, why not.

Ich möchte die Art und Weise der Projektideen und "Beschlüsse" ändern.

Darum gehts dir um die Analyse oder die Vorbereitung ja, aber auch diese ist Teil von PM (Ist-Soll-Analyse z.B.)

Hält man sich strikt an den Plan (Projektantrag IHK z.B. mal googlen, daran erkennt man die Projektstruktur), kann das alles gut klappen.

Ich möchte die Art und Weise der Projektideen und "Beschlüsse" ändern.

Auch nicht Nein, du willst andere Projektideen? Ok dann sehe obiges von mir als

Steev schrieb:
 
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  • #3
Es kann natürlich sein, dass ich mich etwas wirr ausgedrückt habe.

Ich möchte nicht mehr, dass ein "Projekt" binnen 10 Minuten erdacht wird und es dann heißt "mach mal", sondern ich möchte von meinem Vorgesetzten sehen, dass er eigentlich weiß, was er will.
Dazu gehört es, dass ER sich vorab einmal hinsetzt, und sich schriftliche Gedanken macht. Bilder malen. Darauf kann man dann aufbauen und ich mache den Rest.

Ich erwarte dann eigentlich auch, dass er sich dann über die finanzielle Seite Gedanken macht -> "Wie können wir damit Geld verdienen, wie viel und wann"
Das kann ich selbst erarbeiten. Das wäre nicht das Problem. Dafür werde ich u.a. bezahlt. Dennoch kann ich manchmal nur den Kopf schütteln, wenn die obigen 10 Minuten entstehen und dann wieder blinder Aktionismus entsteht.

An der ProjektUMSETZUNG scheitert es nicht. Das ist mein Job. Da brauche ich auch keine IHK Formulare (Das Buch schaue ich mir allerdings gern einmal an. Ich lerne immer gern dazu :) )
Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass ich meinen Vorgesetzten vor sich selbst schützen muss und manchmal wird es dann auch laut, aber das nimmt man sich nicht übel.
 
Ich bin beruflich weiß Gott nicht auf deinem Level!

Ich denke in erster Linie solltest du ein Gespräch mit dieser Person suchen. Ihr offen und ehrlich deine Meinung entgegenbringen. Situationen darstellen die dich stören und aus seiner Arbeitsweise resultieren.
Wenn das nicht fruchtet oder er sich komplett querstellt, solltest du, sofern das möglich ist das Gespräch mit seinem Vorgesetzten suchen. Fakten untermauern etc.
Sind wir mal ehrlich, die Leute werden auch auf solche Situationen hin geschult und sollten mit Kritik umgehen können.
Das lernt man spätestens in der Teamleiterschulung oder nach der psychiatrischen Beurteilung.
 
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  • #5
Danke, dakingmitch.

Es ist eine kleine Firma, die aus einer handvoll Leuten besteht. Das Level ist also bei weitem nicht so, wie du denkst. Es handelt sich hier nicht um Siemens oder so. :D

Ja, das Gespräch werde ich kommende Woche führen. Mit Kritik kann er schon umgehen. Nur an der Umsetzung dessen, was ich zu kritisieren habe, scheitert es dann meist. :D
Es gibt keinen weiteren Vorgesetzten. Dieser Herr ist seit 40 Jahren im "Showgeschäft" und ich arbeite bereits mehrere Jahre mit ihm. Ich habe unheimlich viele Freiheiten und Entscheidungsspielraum, was einerseits gut ist, andererseits eben dazu führt, dass ich die Struktur selbst erstellen muss.
 
Inwieweit hast du ihm denn schon Projekte vorgeschlagen?

Wenn ich dich so lese, kann man meinen du kommst in der Firmenhierachie direkt hinter ihm.

--- [2020-09-21 09:03 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

ZwiMe kann ich auch nicht helfen, aber vllt legst du deinem Chef mal diese Lektüre vor, nur 123 Seiten, ich finde das sehr gut

 
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