Also als ich meinen BMW gekauft habe, hat mich niemand gefragt was ich damit vor habe, und dass für meine Ansprüche auch ein Dacia reichen würde... Um ehrlich zu sein wäre so eine indiskrete Bemerkung für mich grund gewesen den Laden zu verlassen und mir woanders ein Auto zu kaufen.
Na klar, wenn du den Händler fragst, wird er natürlich versuchen dir ein möglichst teures Produkt anzudrehen. Genauso wie wenn du im Mediamarkt nach einem HDMI oder Netzwerkkabel fragst. Da erhältst du gleich die Luxusvariante mit vergoldeten Anschlüssen und 8932457835645-facher Abschirmung, die du ganz sicher für den Heimbedarf brauchst. Bringt dem Händler natürlich mehr Gewinn ein. Eine objektive Produktberatung sieht aber eben anders aus. Natürlich sollst du dir kein Dreirat kaufen, wenn du ein bisschen Komfort erwartest, dagegen spricht ja nichts. Um auf Betriebssysteme zurück zu kommen: Ich muss mir kein Arch installieren, wo ich wirklich jeden Furz selbst konfigurieren muss, sondern kann, wenn ich es bequemer haben möchte, auf Ubuntu oder eine andere Fertigdistribution zurück greifen, die schon komfortabel eingerichtet ist.
Ich weiß, gerade bei Linux-People ist die "Gets the job done" Mentalität, ohne einen Blick auf Ergonomie und Stil sehr verbreitet. Das bringt ein OS das aus Stückelarbeit von Tausenden besteht, mit zig distributionen, forks und was weiß ich, wohl so mit sich. Wenn ich aber jemandem einen Mac da hin stelle, verfolge ich einen gänzlich anderen Ansatz.
Das kommt ganz darauf an. Ergonomie und Stil heißt nicht möglichst viel Geld auszugeben, sondern etwas
passendes zu wählen. Der eine mag mit einem Komplettsystem wie Ubuntu bedient sein, der andere will lieber basteln, individuell sein und installiert sich Arch. Die Linux-Welt ist da sehr flexibel und bietet für jeden das Richtige. Mac ist eine Einheitswelt und dazu noch eine sehr sehr begrenzte. Ergonomie heißt für mich ein Betriebssystem nach meinen Wünschen gestalten zu können. Das bietet mir Windows nicht und Mac OS schon zwei mal nicht.
Stil heißt auch nicht möglichst viel zu investieren und viel schicki-micki-blinki-blonki. Wie viele Frauen lassen richtig viel Geld in Kleider- und Kosmetikgeschäften liegen und sehen dann trotzdem aus, wie abgeranzte Straßennutten? Andere stylen sich schicht, einfach und sehen elegant aus, ohne jeden Monat das Konto bis zum Kreditlimit leeren zu müssen. - und damit will ich sicherlich nicht sexistisch klingen, das für das männliche Geschlecht genauso.
Ich frage nämlich nicht "Was sind die aufgaben?" und liefere dann eine Lösung die diese Anforderungen gerade so erfüllt.
Nein, das tut man bei Mac definitiv nicht. Bei Mac gibt es keine Fragen, es gibt nur Apple, Mac OS X und andere Appleprodukte.
Entweder der Kunde verwendet das Produkt in den vorgegebenen Grenzen oder er verwendet das Produkt in den vorgegebenen Grenzen, aber Hauptsache er verwendet es in den vorgegebenen Grenzen.
Ich will ihm ein OS geben mit dem er selbst zurecht kommt, mit dem er lernen kann umzugehen ohne irgendetwas bewusst zu "lernen".
Das ist genau so unter Windows wie auch GNU/Linux möglich. Allerdings sehe ich nicht unbedingt worin der Unterschied liegen soll, bestimmte Handlungen unter Windows oder unter Mac OS auswendig zu lernen. Unter Windows sehen die Handlungsschritte vielleicht anders aus, als unter Mac OS, aber im Prinzip ist dein "lernen ohne bewusst zu lernen" nämlich genau das.
Ein OS dass durch seinen intuitiven Aufbau/ das Design vom User selbst für neue Aufgaben verwendet wird, ohne dass ich vorbei kommen und ihm irgendetwas installieren und erklären muss.
Wie war das noch gleich?
Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
Wer Linux verstanden hat, der kann nicht nur bekannte, sondern auch zukünftige Probleme lösen, ohne dass ich jedes mal anrücken muss, er wird verstehen, was wieso und wie vor sich geht, was wie funktionieren kann und was und wieso nicht funktionieren kann etc.
Abgesehen davon: Dir ist schon klar, dass Mac OS auch nur auf Unix basiert? Mag sein, dass man es (insbesondere in Richtung Restriktionen) weiterentwickelt hat, aber auch GNU/Linux ist so gesehen eine Weiterentwicklung.
Einen Mac kannst du, ohne entsprechende Kenntnisse auch nur genau dafür einsetzen, wofür ihn Entwickler sich gedacht haben. Alles weitere geht nur mit den Kenntnissen, die genauso für Linux erforderlich sind, wenn es überhaupt möglich ist. Nur dass ich bei Linux weniger Restriktionen seitens der Entwickler entgegengeworfen bekommen, als bei Mac OS.
Der Rechner soll in seinem vollen Umfang, "menschlich" genutzt werden können, über die Grenzen dessen wofür er angeschafft wurde hinaus. Der Umgang mit Office, Internet und Email können auch angenehme Erlebnisse sein, anstatt ein an das jeweilige Programm angepasstes arbeiten.
Gerade das passt so gar nicht zur Apple Welt. Dann Versuche doch mal auf *irgendeinem Rechner ein Mac OS zu installieren. Bitte ohne Bastelarbeiten und ohne spezielle Kenntnisse - das ist keine Schwierigkeit, die sich Hardwareentwickler ausgedacht haben, sondern Grenzen, die Apple gesetzt hat. Oder versuche nativ Linux auf Apple Hardware zum Laufen zu bringen - auch hier, keine Steine aus der Linux-Welt, sondern Grenzen, die Apple gesetzt hat. Apple ist alles andere als an den Nutzer angepasst. Klar, solange du dich nur in den Grenzen bewegen willst, die Apple und Appentwickler (und damit wiederum Apple) für dich abgesteckt haben, mag ein Mac ganz toll und schön und einfach sein, aber wag dich bloß nicht auch nur die Fußspitze darüber hinaus zu strecken.
Nötiger denn je. Schönheit, durchdachte Gestaltung, Ergonomie und Stil sollten niemals nette Dreingaben sein. Sie sind fundamental wichtig für flüssiges, intuitives Arbeiten ohne große Eingewöhnungszeit.
Willst du mich verarschen? Mac OS ist so intuitiv wie das ModernUI unter Windows 8. Wenn du dich mal ein halbes Jahr damit abgegeben hast, findest du dich vielleicht damit zurecht..
Das teuerste Produkt auf dem Markt ist es übrigens ebenfalls nicht. Wohl aber das wertigste & Preisstabilste.
Ach ja? Wie teuer ist denn ein Mac und wenn du die gleiche Hardware so kaufst, wie viel kostet sie denn dann? 1/2? 1/4? 1/8?
Gut, das Mac OS ist natürlich günstiger als Windows das bisher war, stimmt (wobei Windows 10 ja kostenlos sein soll), aber wenn ich bei der Hardware - auf die ich ja bei der Freiheit, die Apple mir lässt, leider angewiesen bin - das 10fache drauf legen muss, dann relativiert sich diese Aussage durchaus. Bei Preisstabilität muss ich dir ebenfalls widersprechen. GNU/Linux mit Kosten von konstant 0 hat wohl ebenfalls einen stabileren und günstigeren Preis als Mac OS (X) und das über diverse Versionen und schon seit zig Jahren.
Edit:
Und wo wir schon mal bei Freiheiten, gutem Design, Ergonomie und Kosten sind: Habt ihr mal versucht Hardware im Mac zu wechseln? Welcher Vollidiot kommt auf die dämliche Idee Bauteile fest zu verbauen? Oh, CPU tauschen geht nicht, hat Apple schließlich nicht vorgesehen, dass man so etwas tun darf. Stimmt Freiheit und ist auch total billig einen komplett neuen Rechner zu kaufen, weil man die CPU austauschen möchte, total sinnvoll und durchdacht. Richtig anwenderfreundlich und es spielt auch kein bisschen Apple in die Taschen..