[Technik] Windows sicherer als Linux oder Mac OSX?

In der werden seit einigen Jahren öffentlich gemeldete Sicherheitslücken protokolliert.
2014 wurden für Windows dort "wesentlich" weniger Lücken verzeichnet als für Linux und / oder Mac OS X.



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Zurecht ist diese Statistik kritisch zu betrachten. Zum einen taucht in der Auflistung Windows mehrfach auf und Linux nur einmal.. Dabei ist zu beachten, dass einige der gemeldeten Schwachstellen doppelt gezählt wurden, da die Kernel gleich sind (Windows7+Server2008 / Windows 8 + Server 2012 usw.) Und zusätzlich die eine Kernel-Version wie bei Linux auch auf die vorhergehende aufbaut, und somit "alte" Sicherheitslücken ebenfalls in der neueren Version vorhanden sein können.
Trotzdem sind die Zahlenunterschiede groß genug, damit Windows auch bei kommulierten Werten als Sieger hervorgehen sollte.

Weiterhin muss man bedenken, das viele Fehler nicht öffentlich gemeldet werden, sei es aufgrund finanziellen Interesses des Finders einer Lücke, oder aufgrund von Marketing-Schwierigkeiten bei Firmen, die ein Problem durch eine Sicherheitslücke haben.

Alles in allem spiegelt die Statistik aber erstmals eine meiner grundlegenden Ahnung wieder die sich in den letzer Zeit aufgrund einiger Sicherheitsvorfälle im Linux-Umfeld immer mehr herrauskristialisiert hat - das Linux, insofern sich dort nicht in naher Zukunft einiges ändert, immer mehr Probleme bekommen wird.

Microsoft hat ca. 2001 bei der Entwicklung von Windows Vista begonnen den Programm-Code von Windows komplett neu zu schreiben unter Zuhilfenahme eines neuen Entwicklungsprozesses / Konzeptes dem begonnen. Wobei der "alte" Code nur daraufhegend geprüft wurde ob er den Anforderungen des neuen Prozesses genügt. Da der "neue" Code Kompatibel zu allen alten Apis sein musste ist evtl. nachzuvollziehen warum selbst alte / bekannte Fehler auch nach der Neuimplemtierung bestehen - da Funktionale und Systematische Änderungen nicht mit einbezogen wurden.
Seit der Einführung von SDL muss jedoch 100% des Codes den Anforderungen des Prozesses entsprechen - die Einhaltung der Regeln werden beim Checkin in das Code-Repository geprüft. Ein leicht verständliches Beispiel hierbei die verpflichtende Validierung aller verwendeten Parameter auf die zu erwartenden Eigenschaften - wodurch ein Fehler wie die Heartbleed-Lücke bei diesem Prozess nicht möglich gewesen wäre.

Natürlich ist so ein Prozess kein Garant zur Vermeidung von Fehlern - da nicht immer jeder Winkel betrachtet wird oder der Hacker einen neuen Angriffs-Vektor findet der so noch nicht bekannt war. Dennoch ist die Codequalität für meine Begriffe moderner aufgestellt als bei so manchen alten Linux-Libs.

Was zum Abschluss des Artikels auch das Endergebnis sein soll - das meiner Meinung nach durch die zum Teil sehr sehr alten Codefragmente in Linux noch so manche Überraschung schlummert die wie die letzten schon entdeckten Lücken weitreichende Auswirkungen haben - und die oft hoch gelobte Sicherheit von Linux vor allem darauf basiert das es einfach viel weniger die Zielgruppe von Hackern und Sicherheits-Forschern war.
Die Grund-Mechanismen von Linux und dessen Aufbau waren Langezeit Microsoft bei weitem Voraus - und es gibt noch immer viele Vorteile an der Linux-Architektur die man bei Windows vergeblich sucht, die gewachsenen Strukturen und keine strikten Code-Policys bei der Implementierung des gesamten OS-Codes inkl. aller beteiligen Libs könnte in den nächsten Jahren jedoch ein Problem werden.

P.S.: Ich nutze Linux selber recht gerne - da wie gesagt Linux in vielen Bereichen Stärken hat, die Windows nicht bieten kann... Ich bin weder ein Fan von Windows-Hatern als auch von Linux-Hatern - jedes System hat seine Vor- und Nachteile.
 
Wenn ein Betriebssystem potentiell die NSA mit an Bord hat, dann ists wohl Sense mit der Sicherheit und dem Vertrauen.
 
Interessant wäre imho eine Aufstellung wie schnell die jeweiligen Lücken behoben wurden und ob nachgebessert werden musste. Die reine Anzahl der gemeldeten Sicherheitslücken ist da imho eher nebensächlich. Bei Software mit diesem Umfang und Komplexität sind Fehler meiner Ansicht unvermeidbar.
 
Is doch wie immer. Gib MacOS oder Linux die gleiche Verbreitung wie Win und alle werden sich drauf stürzen. Vorher ist alles imho Spekulation.
 
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@TBow - nu ja - Thema NSA oder andere Geheimdienste ist da eigentlich Sinnfrei - Zum einen kann meiner Meinung nach auch der offene Quellcode nicht Sicherstellen das es dort Hintertüren gibt und zum anderen, wenn die Lücke nicht im OS ist dann halt wo anders... im Routern, Switchen usw. - von einer 100% End to End verschlüsselung auch In-House mit dann auch Sicheren verfahren sind wir wohl Meilenweit entfernt....

@Mathmos das stimmt wohl - vor allem die Zeiten nach Öffentlicher Bekanntheit einer Lücke... oft ist es ja inzwischen so das die Patche nachdem sie draußen sind untersucht werden um rauszufinden welche Lücke sie schließen - und die Ungepachten Systeme anzugreifen...
 
Imho ist eine der derartige Statistik wertlos, solange nicht die tatsächliche zahl der Lücken, aller erwähnter "Produkte" bekannt ist.

Außerdem was mathmos sagt.
 
@Anarchox:

Das mit der Verbreitung ist ebenfalls Spekulation und irgendwie auch Offtopic. Aber im Serverbereich z. B. ist Linux schon seit Jahren weiter verbreitet als Windows. Und was ist bisher passiert?

Wenn man den "falschen" Benutzer am Rechner hat, ist das verwendete Betriebssystem imho unwichtig. Beim einen wird UAC komplett deaktiviert beim anderen eben durchgehend mit root gearbeitet. Setzt man die "richtigen" Benutzer an den Rechner kann man auch Windows jahrelang ohne Kompromitierung nutzen.
 
bei nem hardened system ist eine Sicherheitslücke nahezu unmöglich auszunutzen. Geht das mit Windows oder OSX?

EDIT: dass Windows mehrfach aufgeführt ist, ist übrigens deshalb, weil viele Sicherheitslücken mehrere Betriebssystemversionen betreffen, manche aber nur eine bestimmte. Addieren kann man die Zahl also nicht ;)
 
@TBow - nu ja - Thema NSA oder andere Geheimdienste ist da eigentlich Sinnfrei - Zum einen kann meiner Meinung nach auch der offene Quellcode nicht Sicherstellen das es dort Hintertüren gibt ...
Mir ging es um den Hinweis, das bei Apple und Google eine geheime Zusammenarbeit von Gesetzes wegen mit den US Behörden verpflichtend ist.
Bei Linux kann man nicht sicherstellen, so wie du sagst, dass Backdoors, oder sonst etwas inklusive sind, bei Apple und bei Microsoft ist gesichert, dass sie auf Zuruf koopierieren müssen.
Hier spielt Linux in einer ganz anderen Liga.
 
Muss gestehen, kenne dazu keine Statistiken, aber wenn ich mich umschau scheint mir, dass die Anzahl der Vulnerabilities weit weniger Einfluss auf die "Sicherheit" hat, als das Verhalten der Menschen vor dem Screen.

Ich kenne genügend Leute, die sich nicht über eine Zahlungserinnerung per Email von T-Mobile in Google-Translator-Deutsch wundern, obwohl sie ihren Vertrag vielleicht sogar bei der Telekom haben. Solche "User" zucken nichteinmal mit der Wimper, wenn sie die Rechnung.pdf oder Schlimmeres doppelklicken und auch gleich Superuser Rechte gewähren.

So wie phre4k schon sagt, kann man sicherlich alleine durch die Konfiguration das System schon so weit schützen, dass man zumindest nicht von jedem "dahergelaufenen" automatisierten Angriff getroffen werden kann. Und das trifft wahrscheinlich auf alle gängigen Betriebsysteme zu.
Aber auch wenn mein Herz bei dieser Zeile blutet, glaube ich, dass es im Moment so gut wie ausgeschlossen ist, sich gegen einen gezielten Angriff von jemandem der es ernst meint, zu schützen; egal wieviele Vulnerabilities im jeweils verwendeten OS bekannt sind.

Mit etwas Glück ist das Thema inzwischen aber so mainstream, dass man das in absehbarer Zeit wieder kann. Der Wind weht zumindest in diese Richtung, wenn längst vergessene Projekte die aber überall in kritischen Umgebungen eingesetzt werden, plötzlich wieder finanzielle Unterstützung bekommen oder sich zumindest über Crowdfunding leichter Budget holen können.
 
Spiegelt die Updatepolitik bei den Betriebssystemen wieder:

Windows: Wird am nächsten Dienstag gepatcht
Linux: Wird mit dem Release des nächsten Kernelupdates gefixt
Mac: Sicherheitslücke? Bei uns? Mac ist das sicherste OS!
 
Geht das mit Windows oder OSX?

Hardening ist auch unter Windows möglich.



Microsoft bietet auch diverse Tools wie EMET an mit denen Anwendungen "gehärtet" werden können.

Zu Mac OS kann ich nichts sagen. Nutze ich nicht. Unter oben genannten Link gibt es aber auch eine Anleitung dafür.

...bei Apple und bei Microsoft ist gesichert, dass sie auf Zuruf koopierieren müssen.

Spinnen wir das mal spasseshalber weiter. Die Linux Foundation bei der Torvalds angestellt ist, hat ihren Hauptsitz in San Francisco USA.

Hier spielt Linux in einer ganz anderen Liga.

Spinnen wir auch etwas...

SELinux -> Hauptentwickler NSA

Viele US-Unternehmen tragen zum Linux-Kernel bei...
 
Interessant wäre imho eine Aufstellung wie schnell die jeweiligen Lücken behoben wurden und ob nachgebessert werden musste.
Wenn sich im Vergleich zu den letzten Jahren nichts geändert hat, dann werden die Lücken nicht schnell genug behoben. Gab vor zig Jahren schon mal einen ählichen Test in einer PC-"Fachzeitschrift", bei der im Prinzip das selbe Ergebnis heraus kam. Windows (damals noch mit XP) war zwar frisch nach der Installation offen wie ein Scheunentor, allerdings sind insbesondere die sicherheitsrelevanten, kritischen Sicherheitslücken nahezu sofort beseitigt worden. Im Endeffekt war XP zum Zeitpunkt X sogar sicherer und mit weniger Bugs (geschweige denn Sicherheitslücken) belastet, als "Linux" oder Mac OS.

Letztendlich zeigt auch der erneute Test nur wieder, dass im Leben nichts wirklich sicher ist. Wobei man sich vielleicht auch an Heartbleed zurückerinnern sollte, wenn man meint, Open Source wäre das Wundermittel gegen Sicherheitslücken. ;)

PS: Ich bin mir einigermaßen sicher, dass es nicht dieser Artikel war.
Aber auch der bestätigt, dass Microsoft bei der Beseitigung von Sicherheitslücken/Fehlern besser ist als sein Ruf.

Wenn ein Betriebssystem potentiell die NSA mit an Bord hat, dann ists wohl Sense mit der Sicherheit und dem Vertrauen.
Wie bereits gerade erwähnt - selbst Open Source bietet keine 100% Sicherheit. :p
 
Spinnen wir das mal spasseshalber weiter. Die Linux Foundation bei der Torvalds angestellt ist, hat ihren Hauptsitz in San Francisco USA.
Muss ich wirklich erwähnen, dass Linux Open Source, wohingegegen Apple und Microsoft Closed Source ist?

Zu was soll den die Foundation gezwungen werden? Was managed denn überhaupt die Linux Foundation? Den Vertrieb? Die Entwicklung? Den Support? Untersteht rechtlich dieser Foundation Debian, Suse, Fedora, Red Hat und deren Ableger? Die Antwort lautet, keine der angesprochenen Punkte.
 
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Was heißt gezwungen werden? Du sagtest doch selber das eine Sicherheitslücke oder Backdoor im Sourcecode wohl nicht auffallen würde... wenn nun SELinux unter anderem von der NSA mitentwickelt wurde - zwingt die niemand dazu eine Backdoor einzubauen - die machen es einfach und trotz OpenSource wird es keinem Auffallen...
Das KANN zumindest sein - Opsensource hat durchaus viele Vorteile, aber es sollte eben denke ich wie vermutlich auch Mathmos kein irrtümliches Sicherheitsgfühl geben.
 
Muss ich wirklich erwähnen, dass Linux Open Source, wohingegegen Apple und Microsoft Closed Source ist?

Wie es die Vergangenheit bereits gezeigt hat, schlummern auch in OSS manche Sicherheitslücken jahrelang vor sich hin, ohne das Sie jemand endeckt hat. Die OpenSSL-Schwachstelle unter Debian zum Beispiel wurde im September 2006 durch einen Patch erzeugt und erst im Mai 2008 als Sicherheitslücke erkannt. Warum sollte das somit auch nicht mit einem Backdoor oder einer absichtlich erzeugten Schwachstelle gelingen wenn man es gut genug anstellt?

Zu was soll den die Foundation gezwungen werden? Was managed denn überhaupt die Linux Foundation? Den Vertrieb? Die Entwicklung? Den Support? Untersteht rechtlich dieser Foundation Debian, Suse, Fedora, Red Hat und deren Ableger? Die Antwort lautet, keine der angesprochenen Punkte.

Die NSA könnte durchaus kreativ genug sein um die LF als Unternehmen ansehen. Da einige Entwickler wie eben Torvalds auf der Lohnliste von der Foundation steht könnte man diese somit als Mitarbeiter ansehen. Und schon hätte man, wie gesagt mit etwas Kreativität die sich in den USA bestimmt gesetztlich einrichten lässt, vergleichbare Bedingungen wie mit Appel oder Microsoft.
 
Windows: Wird am nächsten Dienstag gepatcht
Haha, wenn es nur so wäre :D

Beispiel:

Linux: Wird mit dem Release des nächsten Kernelupdates gefixt
Was genau meinst du? Security Fixes haben nichts mit dem Kernel Release zu tun. Deswegen gibt es ja auch Zwischenversionen für LTS-Kernel, die Patches pflegt der Distributor ein. In der Regel geht das weitaus schneller als ein richtiges Kernel Release, weil es eben kaum Aufwand ist.
Mac: Sicherheitslücke? Bei uns? Mac ist das sicherste OS![/QUOTE]Auch das ist inkorrekt. Apple lässt sich nur Zeit, weil sie erst die User Experience sicherstellen müssen. Was auch immer das bedeutet, ich kann den Schrott nicht bedienen ;)
 
Die Statistik sagt aber nicht wirklich viel aus.
Aktuell stehen unter Linux 6 LTS Kernel zu Verfügung.
Windows wird fein säuberlich Version für Version gesplittet, bei Linux werden alle 6 Kernel, der erste im Dezember 2009 und der letzte im März 2014 veröffentlicht, in einen Topf geworfen.
 
Weitaus interessanter und alarmierender finde ich, dass Software wie der Flash Player mehr Sicherheitslücken hat als Windows.

Weg damit.
 
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