[Netzwelt] Wikipedia geht gegen Wiki-PR vor

Viele Firmen versuchen, ihr Bild in der Öffentlichkeit durch einen wohlwollenden Wikipedia-Artikel zu beeinflussen. Wer das nicht selbst tun will, beauftragt ein Unternehmen wie Wiki-PR. Die Firma sieht sich selbst nur als Unternehmensberater, in der Praxis verändert Wiki-PR allerdings die Wikipedia-Artikel im Sinne der Auftraggeber.

Wikipedia hat Wiki-PR gebannt und Hausverbot erteilt, weil ein ganzes Netzwerk von Fake-Accounts der Firma, sogenannte Sockenpuppen, auf Wikipedia unterwegs waren.“Employees, contractors, owners, and anyone who derives financial benefit from editing the English Wikipedia on behalf of Wiki-PR.com or its founders are banned from editing the English Wikipedia. This ban has been enacted because Wiki-PR.com has, as an organization, proven themselves repeatedly unable or unwilling to adhere to our basic community standards”, so .

 
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Du kannst es nicht verhindern. Die finden Mittel und Wege. Nach ein paar Jahren Aktivität in Internetforen kennt jeder User Formen der professionellen Meinungsmanipulation, die nur sehr schwer aufzudecken sind.

Im Grunde ist das für mich ein Indiz, das Projekte wie Wikipedia künftig nicht mehr so weiterarbeiten können, wie sie es bislang getan haben. Wikipedia wird irgendwann professionelle Redakteure einstellen müssen. Also das, was früher eben die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Enzyklopädien erledigt haben. Und wenn sie das nicht tun, dann ist Wikipedia vermutlich irgendwann auch wieder weg.

Google, Amazon, iTunes und Facebook haben gezeigt, das man Millionen User innerhalb von wenigen Monaten von bestehenden Plattformen absaugen kann, wenn man etwas ein klein wenig besser, stressfreier oder interessanter macht als die anderen.
 
das ist doch alles nichts im Vergleich zu den Firmen die völlig legal gefakte Bewertungen und Tests absetzen auf Amazon und diversen anderen Portalen.
 
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  • #5
Bei Wikipedia finde ich den Betrug schlimmer. Wenn man Infos zu einem Unternehmen sucht, ist Wikipedia fast immer Platz eins in jeder Suchmaschine.
 
das ist doch alles nichts im Vergleich zu den Firmen die völlig legal gefakte Bewertungen und Tests absetzen auf Amazon und diversen anderen Portalen.
Du vertraust Produktbewertungen? In 99,9% der Fälle sind die unbrauchbar, wenn du nicht einen speziellen Expertenkreis hast.
Schau dir doch mal an, was die Leute so schreiben. Klar sind Produkte murks, wenn man falsch damit umgeht. Dass das billig Handy kaputt geht, wenn du es in die Waschmaschine stopfst, liegt nicht etwa an der billigen Verarbeitung, sondern an dem Idiot, der es in die Waschmaschine steckt. Dass Dreamweaver ein vollkkommen überzogenen Preis für einen Editor hat, liegt nicht etwa (nur) daran, dass Adobe die Kunden abzockt, sondern daran, dass Dreamweaver weit mehr als ein Editor ist.
Produktbewertungen im Internet muss man immer auch kritisch hinterfragen.

Bei Wikipedia finde ich den Betrug schlimmer. Wenn man Infos zu einem Unternehmen sucht, ist Wikipedia fast immer Platz eins in jeder Suchmaschine.
Zumal Produktbewertungen per se subjektive Einschätzungen sind, während Wikipedia vorgibt sachlich-neutral zu berichten.

@Trolling Stone & Nathos:
Wenn man tatsächlich soetwas wie ein Hausrecht (ich weiß auch nicht, in wie fern es in GB dazu Gesetze gibt), für Internetportale hat, dann wäre es u.U. strafbar, würde sich Wiki-PR dem widersetzen.
 
Mann muss aber erst mal nachweisen, dass die dahinter stecken.
Das schon. Aber trotzdem verdienen die ja Geld mit einer Sache, die im mindesten moralisch äußerst fragwürdig ist. Ich weiß nicht, inwieweit das auch schon als Betrug durchgehen kann in manchen Fällen.
An sich schon eine zweifelhafte Sache. Aber sobald du damit Geld verdienst wird es ja offiziell. Das heißt, du musst auch für dich werben, sonst bekommste keine Kunden. Dann ist der Schritt dazu, dass auch die richtigen Leute davon erfahren ja nicht mehr so weit. Natürlich ist der Nachweis damit noch nicht erbracht, dass die Firma an einem bestimmten Artikel beschönigend mitgewirkt hat. Trotzdem sehe ich da schon jede Menge Stolpersteine für den Laden...
 
Es gibt schon einen Unterschied zwischen manipulierten Reviews und anonymer Meinungmanipulationen in Userforen oder auf der Wikpedia.

Ein Review auf Amazon steht ja neben anderen Reviews. User können diese Reviews als hilfreich oder weniger hilfreich markieren, da findet noch einmal eine Bewertung der Bewertung statt. Natürlich funktioniert das nur bei Produkten mit einer gewissen Verbreitung. Ausserdem finden auch weitere Bewertungen der Bewertung oder des Bewerters statt. Zum Beispiel wird angezeigt, ob die Person unter Realnamen agiert, oder ob sie das Produkt auch tatsächlich über Amazon erworben hat. Ausserdem kann kontrolliert werden was die Person sonst noch so von sich gibt, und über welchen Zeitraum. So kann man beispielsweise Review-Trolle schnell erkennen.

In der Wikipedia funktioniert das anders. Es werden keine Produkte bewertet, sondern es geht um Fachmeinungen von Experten. Und es gibt Fachbereiche in denen Experten sehr selten sind, und dann auch noch seltener eine Bereitschaft vorhanden ist, sich als Experte gratis und anonym in einem Internetding zum eigenen Fachgebiet zu äussern. Die Wikipedia ist aber gerade auf solche Experten angewiesen, kann aber nicht überprüfen, ob die Personen (oder die Personengruppe) tatsächlich Experten sind, oder ob zielgerichtet und unter Auftrag eine Manipulation der öffentlichen Meinung angestrebt wird. Und das ist das Grundproblem der Wikipedia, seitdem es sie gibt. Ich sehe da keine Lösungsmöglichkeit; wenn ein offenes Projekt hilflos Manipulationsversuchen ausgesetzt ist, dann sehe ich eigentlich keine andere Möglichkeit als es zu beenden, zumindest in seiner offenen Form.
 
Das Problem bei einem geschlossenen wikipedia, bei dem sich die jeweiligen Experten dann verifizieren müssten, ist dann vermutlich die nicht mehr vorhandene Barrierefreiheit. :unknown:
Entweder das oder halt Misinformation.
 
Hab mich schon gefragt wie lange es dauert bis auch Wiki von irgendwelchen Idioten zerschossen wird.
Verstehe aber diese Verlgeiche mit Amazon usw, überhaupt nicht, das hat absolut gar nix mit dem Thema zutun,
hier geht es um Leute die den Inhalt von einem Lexikon manipulieren,
solche Leute gehören ohne Prozess mittels Rakete in die Sonne geschossen
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Und hier werden Vergleiche zu Leuten gezogen die mit ihrem Toaster unzufrieden sind und das bei Amzon schreiben?:eek:
 
Und hier werden Vergleiche zu Leuten gezogen die mit ihrem Toaster unzufrieden sind und das bei Amzon schreiben?:eek:

Ganz einfach, Unternehmen versuchen sich und ihre Produkte in ein besonders gutes Licht zu rücken.
Bei Produkten passiert das hauptsächlich über manipulierte Produktbewertungen auf bekannten Plattformen "Also dieses iPhone 5c ist ja so toll und schön und perfekt und quasi besser als alles andere auf der Welt, abgesehen natürlich vom 5S."
Bei Unternehmen selbst oder Personen des öffentlichen Leben passiert das über Wikipedia.
 
Du vertraust Produktbewertungen?
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natürlich nicht... Und wenn dann nur den negative.
Dir sollte aber klar sein dass es viele Menschen gibt die auf solche Bewertungen bei amazon und Co. vertrauen. Wenn nicht sogar die überwiegende Mehrheit.
 
Ich finde man kann das sehr gut mit einer Produkt Bewertung vergleichen, oder vlt. Viel mehr mit der Rezession auf Ebay?

Wikipedia sollte eine neutrale Informationsquelle sein, was sie bis Dato auch eigentlich im relativen Sinne war meiner Ansicht. Wenn nun, aber eine Firma, die Artikel ("Rezession") bearbeitet und von neutral nach positiv bessert ist das Ziel nicht mehr das was es war. Somit, sollte man da schon gegen vor gehen. Immerhin, dient Wikipedia oft als Quelle.
 
Ich meine natürlich Rezension. Tut mir leid. Autokorrektur vom iphone ^^
 
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