Wie schlimm wird die Altersarmut

Nero

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16 Juli 2013
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...fragt heute die Schlagzeile von BILD.

Ob sich der Balken auf die gestrige abermaligen Zinssenkung der EZB von 0,25 auf 0,15 Prozent bezieht oder nicht, er passt jedenfalls gut dazu.

Ein Fall, den ich persönlich kenne: Jemand war hauptsächlich freiberuflich tätig oder auf Honorarbasis. Seine Rentenansprüche reichen gerade fürs Überleben. Um sich auch im Alter Urlaub und neue Haushaltsgeräter leisten zu können, hatte er auf einem Festgeldkonto 100.000 Euro angespart. Die hätten in den 80er Jahren 10 Prozent gebracht, später 5 Prozent, dann 3 Prozent, heute fast nichts mehr. Zinsen auf heutigem Niveau konnte man sich früher überhaupt nicht vorstellen.

Die EZB verfolgt mit den Zinssenkung das Ziel, Geldströme in die kriselnden Südstaaten zu leiten. Wer heute noch Zinsen will, muss spanische, griechische oder italienische Staatsanleihen kaufen. Die Geldschwemme soll ferner die Banken dazu ermuntern, südländische Firmen und Investoren mit Kapital zu versorgen.

Das Dumme ist nur, dass es in den Krisenländern nicht an Kapital fehlt. Vielmehr fehlt es an den gesellschaftlichen Bedingungen für die Herstellung konkurrenzfähiger Produkte. Der billigste Kredit verleitet keinen Kapitalisten dazu, eine Firma zu gründen, mit welcher er nur Verluste erwirtschaften kann.

Schon vor der Zinssenkung gab es Kapital im Überfluss. Mangels Anlagemäglichkeit in der Realwirtschaft ist es in Finanzgeschäfte geflossen. Der gleiche Effekt macht sich jetzt schon bemerkbar. Die Aktienkurse, sowieso schon auf einem schwindelerregenden Niveau, sind abermals gestiegen. Es baut sich wieder eine Blase auf, die irgendwann platzen wird.

Die einzigen Nutznießer, die ich sehe, sind die wenigen Firmen, die ohnehin investieren wollten. Für das aufgenommene Kapital hätten sie früher Zinsen zahlen müssen, jetzt bekommen sie es fast geschenkt.

Es war ein raffinierter Schachzug, die Zinssenkung erst nach den EU-Wahlen bekannt zu geben. Sonst wären die Wahlen vielleicht anders ausgegangen.

Man muss kein AfD-Sympatisant oder EU-Gegner sein, um vom Euro allmählich die Nase voll zu haben. Er bringt die Südländer um die einzige Möglichkeit, konkurrenzfähig zu werden, nämlich die Abwertung ihrer Währung.

Hier wird sich die Altersarmut tatsächlich verschärfen, und die Südländer haben davon keinen Vorteil. Einen Vorteil haben nur geschickte Finanzjongleure, aber auch die nur für den Augenblick, weil jede Blase einmal platzt.
 
Hier wird sich die Altersarmut tatsächlich verschärfen, und die Südländer haben davon keinen Vorteil. Einen Vorteil haben nur geschickte Finanzjongleure, aber auch die nur für den Augenblick, weil jede Blase einmal platzt.
Du gehst davon aus, dass die "Finanzjongleure" vom Platzen der Blase überrascht werden...

Wer rechtzeitig zwischen Gold und Aktien hin- und herwechselt, kann etwa alle 5 Jahre sein Kapital verdoppeln...
 
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Wer rechtzeitig zwischen Gold und Aktien hin- und her wechselt, kann etwa alle 5 Jahre sein Kapital verdoppeln...

Du sprichst mir 1:1, ich finde es recht aufregend wenn der Speicher mehr zum Polieren bereithält. Diesen Glanz kann dir keiner nehmen, nicht mal im alter wenn du dir dann davon noch mehr gönnen kannst wie heute! Und gleichzeitig sorgst du noch für deine liebsten, deren Probleme werden dadurch ebenfalls kleiner.

Kann ich nur jedem anraten, es gibt keine größere Sicherheit.
 
Na klar, Aktien bieten ja auch kein Verlustrisiko.

Allerdi gs finde ich das Thema zu gemischt. Im Endeffekt hat dein Threadtitel nichts mit Altersarmut gemein. Das haengt bisher damit zusammen, dass Männer weiterhin eher sterben und Frauen nur (beim klassischem Familienbild) wenig in die Kasse eingezahlt haben.
 
Verfehlt das Thema sowieso. Altersarmut betrifft bzw. wird vor allem die betreffen, die man nicht arbeiten lässt und/oder nur mit einem Hungerlohn bezahlt.
Die haben aber eh kein Geld für Aktien- und Goldkäufe übrig und können sich das Verlustrisiko ebenfalls nicht leisten.
 
Verfehlt das Thema sowieso. Altersarmut betrifft bzw. wird vor allem die betreffen, die man nicht arbeiten lässt und/oder nur mit einem Hungerlohn bezahlt.
Die haben aber eh kein Geld für Aktien- und Goldkäufe übrig und können sich das Verlustrisiko ebenfalls nicht leisten.

Altersarmut betrifft bzw. wird vor allem die betreffen, die man nicht arbeiten lässt und/oder nur mit einem Hungerlohn bezahlt.

Ich bezahle meiner Putzfrau auch keine 15€ Stundenlohn, die bekommt den festgelegten Tariflohn von 9,10€ und Ende. Wo kämen wir hin wenn wir den Niedriglohnsektor hoch schrauben und ein Packer oder Bote oder was auch immer ohne Ausbildung und ähnlichem, 10 bis 15 € Grundlohn bekämen. Das Thema bewegt sich dort mitunter sowieso im Leiharbeitsbereich oder mit Werkverträgen.

Das mit dem nicht Arbeiten lassen sehe ich ebenfalls kritischer, auch wieder ein Beispiel der Putzfrau. Musste 7 Monate suchen das ich eine fand welche der deutschen Sprache mächtig war! Die ist dreimal in der Woche im Haushalt und das mindeste was man verlangen kann ist die Kommunikation mit den Familienmitgliedern die sich während ihrer Tätigkeit im Haus aufhalten!

Und noch etwas zum Thema. Nehmen wir aktuell mal Bremen. Bremen ist seit Juli quasi für den Rest des Jahres Pleite, strickte Haushaltssperre, es fehlen aktuell 70 Millionen € für den Sozialsektor, und dies obwohl im ersten Halbjahr bereits doppelt soviel dafür ausgegeben wurde wie bisher. Ich habe mit einer Person dort Kontakt die im Ausschuss tätig ist, nicht von den Grünen/Roten die dort Regieren! Bremen wir bis 2020 zum Pleitegeier werden, heruntergewirtschaftet trotz Wirtschaftswachstum durch immer weiter steigende Sozialausgaben. Ganz ehrlich, ich freue mich auf den Tag wenn die Wirtschaft in Deutschland nach unten zeigt, zwangsläufig in spätestens drei Jahren. Ich bin gespannt wie der Staat dann seine Ausgaben gestalten muss, mit rigorosen Streichungen im Sozialsektor, den Renten, der Arbeitszeit, und dem Lohnsektor. Da werden sich viele gewöhnen müssen das dies momentane Paradies ausgelaugt/ausgelutscht ist. Harzt4 hat 10 Jahre gebraucht um Deutschland in die Zielgerade zu bringen, dass was heute läuft wirft uns 30 Jahre zurück, soviel ist klar. Und dann trifft die Altersarmut real zu, diese Generation wird sie sehr bald zu spüren bekommen, wirkliche Armut ohne das dir irgend jemand unter die Arme greift, viel Spaß Deutschland...
 
Ihhh, wo kämen wir denn dahin, wenn die Leute für ihre harte Arbeit auch vernünftig bezahlt werden würden, anstatt nen Mickerlohn zu kriegen und vom Staat (Steuerzahler) aufgestockt zu werden. Nein, das geht ja nun gar nicht. Dann könnten ja Leute wie der Typ über mir nicht mehr nach unten treten und etwas von paradiesischen Zuständen bei der Unterschicht faseln.


So jetzt mal ernsthaft: Von den Sozialausgaben sind 1/3 reine Verwaltungskosten. Hier könnte viel eingespart werden, aber der Verwaltungsapparat muss ja unnötig aufgebläht werden.

Wegen Altersarmut: Die trifft immer mehr Leute - es wühlen jetzt schon viele in den Mülltonnen, um nach ein paar Pfandflaschen zu suchen. Auch Rentner. Wo ja immer noch kein Mindestlohn ist und seit 10 Jahren der Niedriglohnsektor boomt, werden die Rentnergenerationen noch weniger Geld haben. Die Tafeln haben überall Massenzulauf, weil die Leute kaum noch Geld haben für die immer höher steigenden Lebenshaltungskosten. Das ist im Alter nicht anders, auch viele Rentner stehen dort an. Solchen Zuständen im reichen Deutschland könnte entgegengewirkt werden, aber das ist nicht erwünscht und auch nicht gewollt.
 
Musste 7 Monate suchen das ich eine fand welche der deutschen Sprache mächtig war!
Lern bitte erst einmal selbst, diese Sprache richtig zu benutzen. Allein der zitierte Satz ist eine Katastrophe. Vom restlichen Beitrag und den anderen zuvor mal ganz abgesehen.

Edit: Wer geschlagene sieben Monate braucht, um eine Putzfrau zu finden, mit der man sich halbwegs unterhalten kann, der hat meiner Ansicht nach definitiv den Fehler bei sich zu suchen.
 
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Das mit der Ausdrucksweise habe ich schon mal erklärt, ich schreibe frei Schnauze und der Rest ist mir dabei egal.

Zitat MSX

"Wer geschlagene sieben Monate braucht, um eine Putzfrau zu finden, mit der man sich halbwegs unterhalten kann, der hat meiner Ansicht nach definitiv den Fehler bei sich zu suchen."

Kleiner Nachtrag von mir.: Die Reinigungsunternehmen über welche ich suchte erklärte mir die Zusammenhänge, danach suchte ich in der Tageszeitung und fand eine geeignete Person mit Kenntnis und Fleiß.

Reinigungsunternehmen.: Wir beschäftigen zur Zeit 130 Reinigungskräfte die über die Stadt verteilt und eingesetzt sind. Wir bekommen keine Ganztagskräfte, wir beschäftigen überwiegend 400€ Kräfte die auch nur diesen Betrag verdienen dürfen weil sie ansonsten von der ARGE Geld abgezogen bekämen, kaum einer der Bereit ist auf Vollbeschäftigung. Wie einfach man es sich heute macht! 400€ Taschengeld verdiene ich mir dazu, den ganzen Rest (Essen/Miete/Wasser/Strom) zahlt mir doch der Staat!

Das selbe bei zwei weiteren Unternehmern.

Eine Reinigungskraft bekommt 9,10€ Stundenlohn. Das ist harte Arbeit die aber nicht mehr hergibt, was soll die Person verdienen - 15€ 20€ oder mehr??? Dies wären die Gehälter welche Facharbeiter bekämen, was würden die dann verdienen müssen - 35€ 40€ ???

Wer dies für angemessen hält kann den Untergang wirklich nicht erkennen, oder es ist ihm egal. Das ich selber aber gezwungen bin dies faule Volk mit meinen Steuern (für die ich mich krumm legen muss) zu verköstigen ärgert mich dermaßen das ich selbst lobend hier nicht meine Schnauze halte. Ok?!
 
Das mit dem nicht Arbeiten lassen sehe ich ebenfalls kritischer...
Was mich allerdings absolut Null interessiert. Ich halte dich ohnehin nur für einen Troll - und das ist der nettere Teil einer mehrteiligen Formulierung. :rolleyes:

Allerdings kann es vielleicht nicht schaden, wenn man für Aufklärung sorgt. Nicht, dass du mit deinen Statements für weniger gebildete und/oder leicht ahnungslose Mitmenschen Munition für die nächste Hartz-IV-Hetze bietest.

400€ Kräfte die auch nur diesen Betrag verdienen dürfen weil sie ansonsten von der ARGE Geld abgezogen bekämen, kaum einer der Bereit ist auf Vollbeschäftigung. Wie einfach man es sich heute macht! 400€ Taschengeld verdiene ich mir dazu, den ganzen Rest (Essen/Miete/Wasser/Strom) zahlt mir doch der Staat!
Sind aktuell 450,- € und nicht 400. Und die werden in jedem Fall, bis auf einen Freibetrag (170,- €), aufs ALG 2 angerechnet. Ist also nichts mit Großverdienern im Mini-Job, die ihre hart erarbeitete Kohle + Hartz-IV behalten dürfen.
 
Ohne mich jetzt näher einzulesen, was genau haben denn Reinigungsfachkräfte mit Altersarmut zu tun?

Zum Thema Verdienst von Reinigungsfachkräften:

1. Hast du dir mal überlegt, ob es fair ist eine höhere Bezahlung zu bekommen, weil man irgendeinen Titel trägt?
2. Ist es fair eine höhere Bezahlung zu bekommen, weil man 'unter der Last seiner Verantwortung' zusammen zu brechen droht?
3. Wenn eine Reinigungsfachkraft erniedrigende Arbeiten leisten muss, wie verstopft Toiletten mit der Hand reinigen, verkotzte Bäder putzen muss etc. hat sie dann wirklich als Belohnung einen Minimallohn verdient?
4. Hat ein Sesselfurtzer mehrere hunderttausend Euro pro Monat verdient, wenn seine Verantwortung darin besteht "ja" oder "nein" zu sagen und die Konsequenzen seiner Entscheidung darin liegen, dass er einen seiner Berater und seine Sekretärin wechselt, wenn wegen dieser Entscheidung mehrere hunderte Arbeitsplätze verloren gehen?
5. Erwartest du, dass irgendjemand freiwillig minimal über dem Freibetrag pro Monat verdient, so dass er dann entsprechend versteuern muss und letztlich bei quasi nichts heraus kommt? (Wenn du 400Euro dazu verdienen kannst, ohne Abzüge oder 500Euro und du bekommst 200 abgezogen, da ist es doch offensichtlich, wofür man sich entscheidet.)

Zur Altersarmut: Auf einer Skalar von 1 bis 7 wird es wahrscheinlich 26.
Abgesehen davon, dass ich kaum glaube, dass man jetzt absehen kann, wie die Zukunft in 30, 40 oder 50 oder mehr Jahren aussehen wird.
Vielleicht kann man wage Prognosen stellen, aber man kann ja schließlich auch Lotto spielen.
 
Ich halte dich ohnehin nur für einen Troll

Wie leicht man deine Person beeinflussen kann mein freundliches kleines ? Du läufst mir hier hinterher wie ein begossener Pudel der gerade vom Pudelfriseur kam. Klasse, wenn du wüstest wie mich so ein Verhalten erfreut und was es mir alles verrät. Danke dir :cool:
 
Was es verrät, wenn es Dich freut.:coffee:
 
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Solange es eine halbwegs ausreichende Basis gibt (= Wirtschaftskraft) im Verhältnis zur Gesamtzahl an Menschen in unserem Land, können wir uns jedes Jahr erneut für oder gegen Altersarmut entscheiden, genauso wie wir uns jedes Jahr für oder gegen einen Niedriglohnsektor entscheiden können. Die Ergebnisse unserer Entscheidung sehen wir im nächsten oder den darauf folgenden Jahren, je nach Maßnahme. Die Ergebnisse der Änderung der Rentenformel könnten wir sofort sehen, wenn sie sofort wirksam werden. Ebenso die Ergebnisse einer Lohnerhöhung über die Erhöhung der Rentenbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Der Effekt würde sich sogar doppelt positiv auswirken: Zuerst steigen die Brutto-Löhne und die Ansprüche auf eigene Renten im Alter; und dann entfällt die Notwendigkeit zur oft völlig unrentablen privaten Altersvorsorge.

Nun gut, das wird auf absehbare Zeit keine politische Machbarkeit sein, aber es zeigt natürlich: Wenn wir wollen, ist das Thema schnell erledigt. Bis dahin können wir nur hoffen, dass die Gewerkschaften es in Zukunft wenigstens schaffen, den Verteilungsspielraum wieder auszunutzen (1,9 % + Produktivitätszuwachs). Bleibt aber trotz angeblich geringerer Arbeitslosigkeit wohl Wunschdenken. Und selbst wenn die Rentenkassen Raum für eine größere Rentenerhöhung lassen würden: Es ist der derzeitige politische Wille, die Rentenbeiträge möglichst niedrig zu halten und das Rentenniveau auf 43 % zu senken. Eine bessere Ausgangslage bewirkt derzeit keine spürbar höheren Renten.

Zu viele Menschen können nicht einmal egoistisch handeln, weil ihnen das Wissen fehlt, obwohl der Egoismus doch in unserer Wirtschaftsordnung angeblich der Erfolg für alle und alles ist.
 
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