[Netzwelt] Wer überwacht die Überwacher?

Diese Frage stellen sich viele. Eine wirklich zufriedenstellende Antwort scheint es darauf nicht zu geben. Das Projekt "Surveillance under Surveillance" versucht hier nun etwas Licht ins Dunkle zu bringen.

Unter werden die Standorte von Überwachungskameras, Wachen und Systeme zur automatischen Erkennung von Fahrzeugkennzeichen gesammelt und per Openstreetmap angezeigt. Über ein eigenes Konto bei Openstreetmap kann man selbst Standorte hinzufügen oder bestehende verbessern. Alleine für Hannover existieren schon mehrere hundert Einträge.

Quelle:
 
@theSplit
Man kann auch die Überwacher, der Überwacher, der Überwacher unter die Aufsicht von Überwacher stellen, ABER der Überwachte wird dennoch überwacht.
Sobald der Bürger überwacht wird, ist er in seiner Freiheit eingeschränkt. Genau das mahnt Karlsruhe immer wieder an.

Was nützt es dem Überwachten, wenn er sehen kann, dass er überwacht wird? Gut, wenn er die Möglichkeit hat, solche Orte zu meiden. Das wird aber zunehmend schwierig.
 

Aber eine Überwachung sorgt doch, egal wer wen überwacht, dafür, dass Regeln eingehalten werden.
Von dem der Überwacht wird und der der die Überwacher überwacht.

Außerdem wüsste ich nicht wie derartige Anlagen meine "Bewegungsfreiheit" einschränken, es sagt doch niemand ich darf mich nur in Zone A, Block B, aufhalten.... soweit ist es noch nicht.

In erster Linie wird man, wie schon angedeutet, dafür sorge tragen, Verkehrsübertretungen festzuhalten. Dass man darin natürlich gleich ein Komplott sehen kann, nun ja, kommt darauf an auf welcher Seite ich stehe.
Man sollte die Überwachung von Verkehrszonen aber auch nicht überempfindlich sehen, wobei natürlich sichergestellt sein muß, dass jenes nicht aktiv GEGEN den "normalen" Bürger gerichtet wird. Und ich halte unsere Gesetze für relativ nachvollziehbar was "Bestrafungen" angeht und auch das sichergestellt ist das der Bürger geschützt bleibt in seinem Handlungsfreiraum.
 

Aber eine Überwachung sorgt doch, egal wer wen überwacht, dafür, dass Regeln eingehalten werden.
Zahlreiche Studien haben schon belegt, dass zB eine Videoüberwachung alleine wenig wirkt.
Wenn schon, dann muss eine vollständige Überwachung her, der auch schnelle Sanktionen folgen. Ansonsten tritt der Verdrängungseffekt ein. In Wien war zB der Schwedenplatz ein Drogenhotspot. Dann kam die Videoüberwachung und nun verlagerte sich die Szene an den Praterstern. Und was macht man jetzt? Yep, eine Videoüberwachung am Praterstern. Drogenproblem gelöst. :D

Außerdem wüsste ich nicht wie derartige Anlagen meine "Bewegungsfreiheit" einschränken, es sagt doch niemand ich darf mich nur in Zone A, Block B, aufhalten.... soweit ist es noch nicht.
Auch hier haben die Karlsruher Richter eine Antwort parat. Das ganze könnte man, vereinfacht gesagt, unter Selbstzensur einordnen.
Wer überwacht wird und wem das auch bewusst ist, der muss sich (unbewusst) immer wieder selbst fragen "Ist das Ok, was ich tue und sage, oder könnte mir das zum Nachteil gereichen?" Gar nicht im strafechtlichen Sinne, sondern in dem Sinne des Erwünschten.
Aktuelles Beispiel sind die Reichsbürger/Freeman und derlei Spinner. Wer Reichsbürger ist, der handelt völlig legal, aber bei der jetzigen Situation erwägt zB die Polizeigewerkschaft diesen Menschen pauschal den Führerschein, Waffen etc abzunehmen. Da fragt sich nicht nur der Reichsbürger, ob er nicht in Zukunft einfach die Klappe halten sollte, um eventuelle Nachteile zu vermieden.

EDIT: Das mit dem pauschalen Führerscheinentzug für sogenannte Reichsbürger ist echt kein Witz.

Nach der Tötung eines Polizisten durch einen „Reichsbürger“ hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern einen Führerscheinentzug für Anhänger der Bewegung gefordert. „Wenn jemand die Rechtsordnung ablehnt, darf er auch keine auf dieser Rechtsordnung beruhenden Erlaubnisscheine besitzen“, sagte der bayerische DPolG-Chef Hermann Benker in einem Interview der „Nürnberger Nachrichten“ (Dienstag). „Auch der Führerschein gehört solchen Menschen entzogen.“

Auch wenn er sich in der Vergangenheit an die StVO gehalten hat, der Führerschein muss weg.
 
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