Verschwinden..

Tomatenpfahl

ist überreif..
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16 Juli 2013
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Abtauchen, Untertauchen, sich aus dem Staub machen und was es alles sonst noch für Ausdrücke gibt. Ich bin gerade spontan, wegen einem Film, auf das Thema gekommen. Wenn ihr euer Umfeld ändern wollen würdet oder müsstet, dh. die Leute die ihr kennt sollen nichts mehr über euch wissen und es ist nichts mehr über euch bekannt. Wie würdet ihr das Anstellen?

Ich würde selber keinen Tod vortäuschen, weil man dann erst recht gesucht wird und man will ja nicht Aufmerksamkeit erzielen. Ich würde alle möglichen Informationen im Netz löschen oder so ändern, dass diese in's Leere laufen würden. Dann müsste man sich eine neue Unterkunft suchen und die Formalitäten umgehen können vlt. mit einem falschen Pass oder schwarzer Miete. Man müsste das Telefon wechseln und die Nr. löschen, wie ändern.

Kann man eigentlich abtauchen, aber sich noch im gleichen Raum bewegen? Muss man auf die andere Seite der Welt ziehen? Es könnte ja sein, dass man sonst jemanden über den weg laufen könnte den man mehr oder weniger kennt. Das soll aber gerade vermieden werden.

Würde mich mal interessieren, wie ihr das anstellen würdet. Würdet ihr völlig abtauchen, oder nur sporadisch um das Umfeld zu wechseln? Freu mich auf viele spannende Ideen und Gedanken. ;)
 
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Das mit falschen Papieren ist extrem schwer. Einen gefälschten Ausweis, der im Heimatland einer Kontrolle standhält, werden die meisten von uns nicht bekommen können. Ohne Ausweis ist der Alltag auf Dauer schwer.Egal ob Fahrerlaubnis, Bankkonto oder Auslandsreisen, ohne Pass wird das schwer. Die finanzielle Situation wird ebenfalls darunter leiden, da man weder legal selbstständig sein kann noch als Arbeitnehmer angemeldet werden kann. Tendenziell wird es wohl als Deutscher im EU-Ausland leichter sein, mit einer mittelmäßigen Fälschung des Ausweises durchzukommen. Gerade wenn man gut mit Leuten kann geht da zum Teil eher was abseits der offiziellen Regeln als hier. Mein Bankkonto in Spanien habe ich mit einer Kopie meines Reisepasses und meinem Personalausweis eröffnet, obwohl rein rechtlich der Pass notwendig gewesen wäre. Mit entsprechender Energie hätte man in dieser Filiale bei dieser Sachbearbeiterin wohl tatsächlich ein Konto unter falschem Namen eröffnen können.

Die Informationen im Internet sind eher unproblematisch, denn diese veralten sehr schnell. Das Hauptproblem ist die Sicherung des Einkommens. Man kann fast alles mit etwas zusätzlichem Rechercheaufwand schwarz bezahlen, ja, aber Schwarzarbeit ist bezüglich der Tätigkeiten eingeschränkt und immer ein zusätzliches Risiko. Wenn man also nicht gerade auf der Flucht ist, weil man größere Bargeldmengen beschafft hat, sehe ich das Hauptproblem im Bereich Finanzierung.

Grundsätzlich gilt, dass jeder Punkt des alten Lebens ein potentielles Risiko ist. Kontakt zu allen Bekannten abzubrechen sollte selbstverständlich sein. Auch beim Onlineverhalten muss eine klare Abgrenzung des neuen Ichs da sein. Das gilt insbesondere für Surfgewohnheiten, Foren und Shopping.
 
Gnaz wichtig für die Nummer ist Geld, im Zweifel muss mindestens die Kaution in Bar vorgelegt werden.

Es sei denn du willst in einem Karton oder unter der Brücke schlafen.

Den Bar Kauf eines Hauses bekommst du eher mit schlechten Papieren durch als alles andere, selbes gilt für Miete. Günstige Mietwohnungen werden irrsinnig kontrolliert wegen der Mietnomaden die da ein Problem darstellen.
Ansonsten generell Käffer, da interessiert es den Vermieter in der Regel keinen Meter wer da wohnt Hauptsache die Kohle kommt. Ausweis wird da für gewöhnlich überhaupt nicht nach gefragt, einfach falschen Namen angeben und bezahlen.
Die meisten werden in dem Rahmen vermutlich sogar Barzahlungen akzeptieren liefer einfach einen vernünftigen Grund(selbst Schufa geht wenn du entsprechend im voraus zahlst;)). Dein Gegenüber muss dich für ehrlich halten.

Wer alles auf Pump kauft kommt nach der Methode natürlich keine 5 Minuten zurecht.
Große Städte sind extrem ungünstig weil da alles bei wenigen großen bürokratischen Besitzern liegt.
 
Ja, wenn man am Land einfach mal für 6 Monate im Voraus bezahlt und 6 Monate Barkaution hinterlegt werden viele Vermieter keine Fragen stellen.

Hauskauf ohne Papiere ist hingegen extrem schwer, denn der Kauf wird erst mit Grundbucheintragung wirksam. Auch beim Notar muss man sich ausweisen. Ich befürchte, dass die relativ fit sind, bezüglich gefälschter Ausweise. Auch die Finanzierung könnte ein Problem sein, da gibt es schnell Geldwäscheverdacht.
 
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In Deutschland kommt es recht schnell zu einer Einwohnermeldeamtsanfrage, weil die so gut wie jeder Depp stellen kann und dann sucht einen direkt die Polizei. Vor ein paar Jahren hatte ich mal meinen Ausweis verloren und ne Geburtsurkunde hatte ich nicht. In dem Amt der Stadt wo ich geboren wurde, waren auch keine Unterlagen mehr zu mir. Das war wirklich strange.

Auf dem Amt hier musste dann meine Mutter antanzen um zu sagen, dass sie meine Mami ist. :D (ich bin Ü30) und der Heini im Amt meinte sowas hätten sie noch nie erlebt. Das wäre wohl meine Chance gewesen zum Ausstieg.
 
Das ist auch nur in Städten so, ich hab auch mal meine Ausweis verloren, viel Kontrolle gabs nicht und meine Geburtsurkunde habe ich auch nicht vorgelegt.

Der Behördenzirkus von Deutschland ist nicht annähernd so fehlerfrei wie die das gerne darstellen würden.
 
ich würde mir erstmal ganz viele Hollywood-Filme zu dem Thema anschauen, und würde mich dann wenn noch Fragen offen wären an ein IT-Forum wenden.

Im Ernst, in Deutschland ist das sicher nicht so einfach.
Am besten in ein anderes Land auswandern in dem es mit gültigen Papieren nicht so genau genommen wird.

Die Frage ist aber, was treibt einen Menschen zu solchen Fantasien?
 
Dass einen die Polizei sucht ist normalerweise kein Problem, der Fahndungsdruck ist, wenn man nur vermisst ist, sehr überschaubar. Wen man nicht gerade optisch auffällig ist (racial profiling) oder sich außergewöhnlich verhält sind Polizeikontrollen sehr selten.
 
Strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten oder biometrisch erfasst zu sein bzw. behördlich nicht gesucht zu werden, vereinfacht die ganze Sache. Trotzdem ist die Angelegenheit nicht einfach (Verzicht auf Kontakte, elektronischen Zahlungsverkehr, Verschleierung/Löschung von Onlineaktivitäten, Legung falscher Fährten usw.) und vor allem kostspielig.

Wenn ich es vorhätte, würde ich mich wohl an halten, der scheint was vom Handwerk zu verstehen.

Ansonsten sind folgende Tipps sicherlich hilfrech, auch wenn sie sich eigentlich auf einen Film beziehen:
 
Komisch... Ich glaube, dass ich unseren Behörden durchaus ausweichen könnte, aber an meiner Familie scheitern würde...
 
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Wenn du Frau bist, jung und blond: Emirate. Sieht dich nie wieder wer aus Germany, kein Staatsanwalt, keine Mutter, kein BND.
 
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  • #13
Mir fällt immer die Szene aus Breaking Bad ein, als Jessie den Anwalt Sault fragt, ob er ihm helfen könnte unterzutauchen. Ich frag mich auch, wie viele Personen dies wohl in Deutschland statistisch tun. Ich erinnere mich auch gerade daran, dass es doch mal welche gab, die sich als Copiloten oder Kinderärtze erfolgreich ausgegeben haben, dann aber erwischt wurden. Das ginge ja mehr in Richtung betrug und nicht ein: "neues Leben anfangen".

Gründe kann es ja viele geben. Die Klassiker sind doch: Man wird strafrechtlich von der Behörde gesucht oder von Kriminellen und muss deshalb in ein Schutzprogramm, oder Zeugenschutzprogramm. Man ist stark verschuldet. Man will sein Leben neu anfangen usw.

Würde man überhaupt vermisst werden, wenn man keine Zahlungsverpflichtungen hat oder Familie, wär würde sich dann überhaupt die mühe machen jmd. Zu überprüfen?

Wenn jmd. im Ausland ums Leben kommt in einem Unwetter, oder wie auch immer, aber diese Person nie gefunden wird, ist man dann aus dem Register? Wie handhabt man als Behörde überhaupt sowas.

Klassiker Film zu diesem Thema ist doch: " catch me if you can"
 
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kommt drauf an, wovor man wegläuft.. in deutschland ist es schwierig, jedenfalls wenn man legal bleiben will, weil einen eben jeder in den melderegistern suchen kann, notfalls über einen privatdetektiv o.ä.. ins ausland "auszuwandern" dürfte eine gute legale option sein, weil man beim "abmelden" in deutschland nicht allzu ausführlich sein muss, wo man denn hingeht (de facto braucht man sich eigentlich garnicht abzumelden, das wäre ein verbrechen ohne strafverfolgung).. man könnte auch erst mit einem touristenvisum viele länder bereisen, bevor man irgendwo "einwandert" bzw. ein arbeitsvisum beantragt.. die jeweiligen grenzbehörden und ggf. meldeämter haben dann natürlich deine daten, aber es dürfte für einen außenstehenden praktisch unmöglich sein, deine tour nachzuvollziehen, allein schon weil er nicht wüsste wo er anfangen soll zu suchen (abgesehen von rechtlichen schwierigkeiten, an daten von ausländischen behörden zu kommen, quasi ein VPN im RL :D) - das könnten bestenfalls interpol oder die geheimdienste, aber sicher kein stalker oder GEZ-inkasso ;)..

ansonsten könnte man sich noch eine neue identität verschaffen, ohne gefälschte dokumente von bösen jungs zu kaufen, indem man sich irgendwo als flüchtling ausgibt, der alles zurücklassen musste (dann spürt man auch mal wie es so ist :D)...
 
Wie würdet ihr das Anstellen?
Das hängt davon ab, vor wem ich verschwinden möchte.
Geht es um Freunde/ Familie, Behörden oder bestimmte andere Personen(kreise)?

Vor Familie und Freunden zu verschwinden ist sicherlich wesentlich einfacher, als sicht "vorm Staat" zu verstecken.
Da reicht schon das Ändern der Telefonnummer, Emailadresse, Socialmedia-Daten und der Umzug in eine andere Stadt.

Geht es um Behörden, wird das sicherlich schwieriger. Dafür musst du entweder irgendwohin abtauchen, wo du nicht oder mit einer völlig neuen Identität auftreten kannst.
Das heißt, dass du natürlich auch Namen, ggf. "Versicherungsdaten" etc loswerden musst und ggf. natürlich auch noch neue brauchst. Das "loswerden" ist ja ggf. recht einfach möglich, nur neue zu bekommen wird u.U. schwierig. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wie man das im EU/ US - Raum hinbekommt. Da würde mir spontan nur einfallen es irgendwie in China, Russland (o.ä.) versuchen oder halt irgendwo in den Urwald zu ziehen. Wobei letzteres wohl am einfachsten ist, wenn gleich du wahrscheinlich auf diverse Lebensstandards verzichten müsstest.

Würde mich mal interessieren, wie ihr das anstellen würdet.
Abhängig von der Art, wie ich abtauchen wollen würde, siehe oben.

Würdet ihr völlig abtauchen, oder nur sporadisch um das Umfeld zu wechseln?
Weder noch. Ich verspüre weder das innere Bedürfnis noch einen äußeren Zwang.
 
Weil ich es gerade lese, hier ein interessanter Fall:
Die Frau hat 31 Jahre lang ohne richtige Papiere gelebt, war sogar arbeiten und hat sich nie irgendwo ausweisen müssen.
 
Dank effektiver Verhörmethoden bekommt man auch Dinge aus Leuten raus die sie garnicht getan haben, das wusste man schon im Mittelalter.:coffee:

Die Tiour war vermutlich Richtung:
"Deine Strafe wird eh nicht mehr schlimmer, da kannst du das auch gestehen."

Mit der Nummer braucht es nur einen hinreichenden nervigen Beamten der seine Statistiken verbessern will, es lebe die Justiz!
 
Musst grad erstmal überlegen, was Du meinst. Jo, das mit dem Typ, der gestanden hat, dass er die Frau umgebracht hat, wäre nochmal so ne Geschichte für sich. Aber der Rest des Falls ist auch schon interessant und eben aufs Thema bezogen. ;-)
 
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