Schwieriges Thema, so einfach wie hier teilweise dargestellt lässt sich das aber nicht beurteilen leider.
Ich leb aber auch nur in meiner eigenen filter bubble und in der gibt es kaum Menschen die "einfach nur" eine Depression haben, das sind i.d.R. Doppeldiagnosen.
Also ist oft die Depression nur ein Symptom und nicht die Ursache der Probleme.
Das ist natürlich auch wieder nicht bei allen so, bisher meiner Erfahrung nach aber eher die Regel.
Und da wird es echt schwierig, weil die Betroffenen selbst eine Menge sogenannter "ungesunder Verhaltensmuster" an den Tag legen,
das bekommt man selbst oder als Außenstehender gar nicht mit. Vor allem, wenn man nicht weiß, worauf man gucken muss.
Sich ab dem Punkt, an dem man selbst zu fertig wird, abzugrenzen halte ich auch für wichtig.
Wenn sie in Therapie war/ist/oder das vor hat würde ich überlegen dem Ganzen eine Chance zu geben.
Wenn nicht, dann renn!
Dann wird sich nämlich niemals was ändern, sie wird sich immer weiter in einer Abwärtsspirale nach unten drehen.
Und immer wieder dieselben Fehler machen, ohne daraus ausbrechen zu können.
Wenn sie aber daran arbeiten möchte, kann ein Partner der Halt gibt etc sehr förderlich sein.
Aber auch für dich wird dieser Weg kein leichter, dessen musst du dir bewusst sein.
Was ich hier bei vielen rauslese, ist eher ein oberflächlicher Eindruck.
Bzw Urteile die ziemlich logisch, weil ohne Kenntnisse von Psychologie, oberflächlich entstanden sind.
Das ist auch absolut verständlich, aber imo ist da mit ein bisschen mehr Hintergrundwissen auch mehr zu machen.
Ich kann nur auf ein paar gelesene Bücher und meine eigenen Therapieerfahrungen zurückgreifen, außerdem gab es bei mir in der Uniklinik 1x pro Woche allgemeine Informationsstunden zu verschiedenen Teilbereichen der Psychologie.
Und trotzdem weiß ich nur ein kleines bisschen was. Aber genug um nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen verschiedene Muster zu erkennen.
Der Witz ist: Obwohl wir Menschen so verschieden sind, gibt es einige Muster die bei ähnlich gestrickten Menschen genau gleich sind, das ist an sich total interessant.
Beispiel bei narzisstischen Tendenzen:
Total erhöhte Kränkbarkeit.
Das ist bei mir schon viel besser, "früher"(tm) haben mich schon kleinste (nicht mals bös gemeinte) Kommentare dazu gebracht, jemanden stundenlang mit ganzer Kraft zu hassen.
Was aber ursächlich nicht deren, sondern mein Bier war.
Das und Kenntnis der Ursachen für dieses Kränkbarkeit (liegen wie sooft in der Kindheit) haben es für mich echt besser gemacht.
Jetzt reg ich mich maximal 10 Minuten total auf und erinner mich dann wieder daran, wo es herkommt und dass nicht allein die gerade gehörten Worte für meine Reaktion verantwortlich sind.
Also tl;dr:
Wenn sie in Therapie ist oder gehen will, besteht Hoffnung. Bis das nicht passiert ist, aber überhaupt nicht.
Falls es trotz Therapie schwierig wird gibt es immer noch Paartherapie etc.
Ich würd aber auch noch mal überlegen, ob du sie wirklich liebst oder nur verliebt bist.
Ich hoff das war alles verständlich, bin grad nach ner viel zu kurzen Nacht aus dem Bett gefallen