[Politik und Gesellschaft] US Regierung will Daten von europäischen Servern haben (Update 04.08.)

Vor einigen Monaten hatte ein US-Gericht , dass Durchsuchungsbeschlüsse für Onlinespeicher auch für im europäischem Ausland gehostete Speicher gelten. Microsoft, als Betroffener in dem Fall, hatte Einspruch dagegen eingelegt mit der Begründung, dass der Schutz des 4. Verfassungszusatzes der US Verfassung auch auf virtuelle Daten anzuwenden sei, und somit keine Durchsuchungen auf in Übersee gespeicherten Daten erfolgen dürfe.

Jetzt hat die US Regierung geantwortet und erklärt, dass die Freigabe von Daten nicht gleichzusetzen ist mit der Durchsuchung von physischen Dokumenten, da ja eben keine wirkliche Beschlagnahmung geschehe, sondern nur Daten kopiert werden. Damit müssten auch Daten von europäischen Servern der US Regierung zugänglich gemacht werden.

Overseas records must be disclosed domestically when a valid subpoena, order, or warrant compels their production. The disclosure of records under such circumstances has never been considered tantamount to a physical search under Fourth Amendment principles, and Microsoft is mistaken to argue that the SCA provides for an overseas search here. As there is no overseas search or seizure, Microsoft's reliance on principles of extra-territoriality and comity falls wide of the mark.
Aufzeichnungen in Übersee müssen im Inland offengelegt werden, wenn eine Vorladung, Anordnung oder Haftbefehl es erfordert. Die Offenlegung der Aufzeichnungen ist unter diesen Umständen nie einer physischen Durchsuchung nach den Prinzipien des 4. Verfassungszusatzes gleichzusetzen, und Microsoft liegt falsch darin zu behaupten, dass der SCA (Anm.: ) auch für Onlinedurchsuchungen in Übersee gilt. Microsofts Vertrauen auf die Grundsätze der Extraterritorialität und Bräuche sind weit ab vom Ziel.

Microsoft glaubt neben anderen Firmen wie Verizon, Apple und Cisco daran, dass diese Aussage weitreichende Konsequenzen mit sich bringen könnte, und auch dass es den internationalen Beziehungen schaden könnte.

Quelle:
 
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In dem Fall stört mich allerdings eher die Tatsache das ein ein US-Gericht über ein anderes Land entscheidet.
Sowas gehört IMO an einen internationalen Gerichtshof.
Da machen die USA sicherlich nicht mit. Machen sie ja nie, wenn ihnen Ungemach droht, so wie beim internationalen Strafgerichtshof. Sie ziehen einfach ihr Ding durch.
Sie zwingen zB weltweit Banken ihnen Informationen über ihre eigenen Bürger zu liefern, verweigern aber anderen Staaten diese Infos.
Darum haben in den letzten Jahren die US eigenen Steueroasen Marktanteile von anderen Destinationen abziehen konnten. Da ist das Schwarzgeld noch immer bombensicher vor ausländischen Behörden. Was macht die internationale Staatengemeinschaft dagegen? Nichts. Kein Steinbrück droht mit der Kavallerie.
Bei einem "Datenlieferabkommen" würde es wohl auch aufs Nichtstun hinaus laufen.
 
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@TBow:
Ja, das ist ja auch genau mein Kritikpunkt.
Die Amis spielen nicht nach den Regeln der restlichen Welt, es kann aber auch niemand was dagegen tun.
Währe halt schön, wenn mal jemand einfach "nein" sagen würde.

Ich mein, wir wissen das die Amis (genau wie die Russen und Chinesen) korrupt sind, aber ich hab halt nicht mehr so die Lust mir das gefallen zu lassen.
Was wollen die machen? nen Flugzeugträger vor Helgoland parken?
 
Währe halt schön, wenn mal jemand einfach "nein" sagen würde.
So wie Putin zur Nato-Osterweiterung?

Edit: Bin gespannt wie sich die europäischen Staaten bezüglich Atomabkommen mit dem Iran verhalten

Ich mein, wir wissen das die Amis (genau wie die Russen und Chinesen) korrupt sind, aber ich hab halt nicht mehr so die Lust mir das gefallen zu lassen.
Was wollen die machen? nen Flugzeugträger vor Helgoland parken?
zB Die BRD zum Schurkenstaat erklären und in Berlin einmarschieren
 
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Genau dafür benötigen wir Bitcoin und Co. Damit man die Abhängigkeit von US Bezahldienstleistern beendet.
Auf Datensparsamkeit bei den Internetfirmen zu setzen, ist ja sowieso sinnlos. Da wirste nur müde belächelt.
 
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