Uploader zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilt

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Der 63-jährige Uploader Steve Mather aus Lancashire (Großbritannien) wurde kürzlich zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilt. Mather hat beim Torrent-Indexer KickAssTorrents als KaraokeRG und Karaokekid über 2.100 urheberrechtlich geschützte Dateien eingestellt. Die Rechteinhaber Digitop und Sunfly Karaoke beziffern den Gesamtwert des entstandenen Schadens auf umgerechnet fast 560.000 Euro.

Die strafrechtliche Verfolgung des Mannes begann aufgrund einer Klage des britischen Dachverbandes (British Phonographic Industry, vergleichbar mit dem deutschen Bundesverband Musikindustrie, BVMI). Deren Mitglied, die Digitop Ltd., hatte die Existenz unzähliger Uploads bei KAT festgestellt, die unter dem Pseudonym KaraokeRG und KaraokeKid eingestellt wurden. Daneben hat der Uploader auch kommerzielle Karaoke-Software öffentlich verfügbar gemacht. Im Februar 2015 führte die BPI via P2P Test-Downloads von acht Musikalben durch. Die beiden Rechteinhaber bestätigten der BPI, dass bei den fraglichen Dateien ihre Urheberrechte verletzt wurden. Der Uploader hatte dummerweise ausgerechnet eine PayPal-Adresse als Spendenoption bekannt gegeben. Darüber konnte man ihn identifizieren.




Uploader mithilfe von PayPal identifiziert


Im Dezember 2015 wurde von Mitarbeitern der Police Intellectual Property Crime Unit ( ), einer Abteilung der Londoner Polizei, . Sie beschlagnahmten einen Laptop, auf dem belastende E-Mails festgestellt wurden. Durch die E-Mails konnte dem Verdächtigen das Einstellen der Lieder und Alben bei KickAssTorrents (KAT) nachgewiesen werden. Außerdem fanden die Ermittler E-Mails über den Empfang von Spenden per . Der PayPal-Account von KaraokeKid erhielt innerhalb eines halben Jahres umgerechnet 193 Euro, sonderlich spendierfreudig waren die Downloader wohl nicht. Mitte Dezember 2015 haben Mitarbeiter des PIPCU den Verdächtigen verhört, um die Beweisaufnahme abzuschließen.




Firmen kalkulieren den Schaden zu ihren Gunsten


Hersteller Digitop beziffert seine Verluste auf 485.000 Britische Pfund. Die Summe errechnet sich aus 44.000 illegalen Downloads, die nach Ansicht des Herstellers innerhalb von drei Jahren durchgeführt wurden. Die Kalkulation setzt zum Vorteil des Rechteinhabers voraus, dass jeder einzelne Download mit dem Kauf des Produkts gleichgesetzt werden kann, was so natürlich nicht stimmt. Die Sunfly Karaoke Ltd. beziffert den Schaden aufgrund der illegalen Distribution von vier Musikalben auf fast 30.000 Pfund. Zusammen gerechnet beläuft der Schaden insgesamt auf umgerechnet fast 560.000 Euro.


BPI: Das Internet ist nicht der Wilde Westen!


Kiaron Whitehead, der leitende Rechtsbeistand des BPI, streicht , dass das Internet nicht der Wilde Westen sei. Diese Lektion habe der Verurteilte nun lernen müssen. Man habe die Polizei bei ihren Ermittlungen gerne unterstützt. Das Urteil sieht man als Warnung für alle aktiven Uploader an. Niemand von den Musik-Piraten solle glauben, dass man seinen Tätigkeiten unerkannt und ungestraft nachgehen könne, so Whitehead. Die Leute lieben Karaoke, aber die Verantwortlichen dieser Straftaten hätten den Fans regelrecht ihren Spaß an der Sache verdorben.








Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
Dass PayPal nicht unbedingt dazu geeignet ist, anonym Spenden zu sammeln, sollte doch klar sein. Da spielt es dann natürlich auch keine Rolle, wieviel letztlich tatsächlich gespendet wurde.
 
"Niemand von den Musik-Piraten solle glauben, dass man seinen Tätigkeiten unerkannt und ungestraft nachgehen könne, so Whitehead"
WOW, sie haben EINEN erwischt. Wahnsinn!
 
Und hätte er keinen Paypal-Account für Spenden gehabt, hätten sie ihn auch nicht erwischt. Aber ist ja leider auch nicht neu, dass so ein Urteil direkt mal als Aushängeschild benutzt wird.
 
"Niemand von den Musik-Piraten solle glauben, dass man seinen Tätigkeiten unerkannt und ungestraft nachgehen könne, so Whitehead"
WOW, sie haben EINEN erwischt. Wahnsinn!
Erwische einen und schrecke damit hunderte ab. Das ist die Strategie dahinter.
 
Natürlich wären die 44.000 Titel auch so verkauft worden! Ganz bestimmt! Kann gar nicht anders sein! Die Musikindustrie bringt doch nur echte Hits raus, wie kann die jemand nicht kaufen wollen?!
 
Ist doch sch... egal, ob 44.000 Titel verkauft worden wären. 44.000 Titel wurden heruntergeladen und standen potentiell zum Hören zur Verfügung. Kommt jetzt ein Argument à la: man weiß ja gar nicht, ob sich jeder der Downloader die Titel auch angehört hat?
 
Zuletzt bearbeitet:
@TeeB: Richtig. Hier wird mit Fantasiezahlen gearbeitet.

Wie viele Filme ich mir schon runtergeladen habe. Einen BRUCHTEIL davon hätte ich mir im Kino angeguckt ;)
 
Ist doch sch... egal, ob 44.000 Titel verkauft worden wären. 44.000 Titel wurden heruntergeladen und standen potentiell zum Hören zur Verfügung. Kommt jetzt ein Argument à la: man weiß ja gar nicht, ob sich jeder der Downloader die Titel auch angehört hat?

Nicht zu vergessen: Der Einbruch der Wirtschaft durch Raubmordkopien - mit Beschäftigungszahlen < 0 !!!111


 
Ich möchte hier auch nochmal darauf hinweisen, dass der Beschuldigte keineswegs 44.000 Titel zum Download bereitgestellt hat. Es geht um "nur" 2.100 urheberrechtlich geschützte Dateien, die insgesamt 44.000 Mal heruntergeladen worden sein sollen. Damit gehört er sicher nicht zu den "ganz Großen", sondern ist eher ein kleiner Fisch.
 
wie haben sie eigentlich die downloads gezählt? [3 jahre * internetbandbreite] / [durchschnittliche dateigröße] ?
 
wie haben sie eigentlich die downloads gezählt? [3 jahre * internetbandbreite] / [durchschnittliche dateigröße] ?
Du hast nicht berücksichtigt, dass jeder Downloader auch wieder hochlädt vom ersten Moment an.

Wenn wir letzteres mal gnädiger weiße vernachlässigen und eine durchschnittliche UL-Geschwindigkeit von 1MB/s annehmen, dann ist alle ~4 Sekunden eine Raubmordkopie angefertigt, die vom Empfänger weiterverteilt wird.
Das bedeutet dass sich alle 4 Sekunden die Anzahl der Raubmordkopien verdoppelt!!!

Raubmordkopien(t)=2^(t/4), in 3 Jahren wurden also 2^(365*24*3600/4)=306 * 10 ^ 2.373.318 produziert - das sind 1,224 * 10^99.000 Yottabyte!!!1111

Die Musikindustrie war also sehr gnädig, nur 44.000 Downloads anzunehmen
 
Du hast nicht berücksichtigt, dass jeder Downloader auch wieder hochlädt vom ersten Moment an.

da muss die lobby aber noch einiges an parteispenden blechen, damit man auch für die mordkopierverbrechen anderer verantwortlich gemacht werden kann ;).. aber hey, vielleicht sollten sie einfach mal auch die paypal-adressen der anderen uploader sammeln, da die IPs anscheinend nicht ausreichen ;)..
 
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