Patient bittet den Arzt um Hilfe welcher ihm ein herzschädigendes Medikament verabreicht, bekommt als Gegenleistung ein paar tausen Euro in Bar und schwuuups landet der Patient auf Grund eines echten Notfalles in den Top 10.
Und verreckt elendig, während er auf Platz 3 vorgerückt ist.

Klar, möglich ist das natürlich. Quasi das in der Medizin übliche Abwägen von Nutzen und Risiko. Allerdings frage ich mich, ob bzw. welche Manipulationsmöglichkeiten man bisher ausgenutzt hat. Eigentlich sollte eine ärztliche Diagnose doch ausreichen. Hat ja zumindest bei dem vorherigen Skandal geklappt.
Mangel an Spenderorganen ist gefolgt von Kurruption vermutlich der Hauptgrund für diese Zustände. Nur was will man dagegen tun?
Für mehr Spenderorgane sorgen natürlich. Sehr aufschlussreich dazu:
Es muss gar keinen Zwang geben, es wäre mit ziemlicher Sicherheit schon ausreichend, wenn man in Deutschland statt der unseligen Entscheidungslösung die Widerspruchslösung einführen würde. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie lange ich gebraucht habe, um mir eine Spenderausweis aus der Apotheke zu holen.
Nicht weil ich unentschlossen war oder Zweifel hatte, sondern weil sich nie die Gelegenheit ergeben hat. (Wozu in die Apotheke gehen - und wenn ich tatsächlich krank war, hatte ich andere Sorgen als den Ausweis.) Irgendwann bin ich dann halt mal ganz spontan in eine Apotheke, als ich im Sommer mit dem Bike unterwegs war.
Vor einigen Jahren habe ich mal einen Vortrag zur Organspende gehalten, dazu hatte ich dann Zahlen von 2010. Demnach sprachen sich damals knappe 75% positiv gegenüber dem Thema Organspende aus, angenommen hätte sowieso nahezu jeder ein Spenderorgan. Tatsächlich einen Spenderausweis hatten dagegen nur 14% (Wobei es hier gar nicht mal darum ging, ob eine Organspende explizit abgelehnt wurde.).
Wir haben hier also deutlichen Nachholbedarf, zumal wir wieder einmal massiv auf Kosten anderer leben, konkret nämlich von den anderen Ländern in Europa profitieren, die eben die Widerspruchslösung eingeführt haben. Natürlich muss die nicht das einzige und ausschlaggebende Moment sein. Ich bin allerdings der Ansicht, dass es den Menschen durchaus etwas schwerer gemacht werden kann, die Organspende zu verweigern, indem man einfach den Aufwand etwas erhöht, anstatt die Entscheidung "pro Spende" aufwendiger zu halten. Den Ausweis auszufüllen kostet ca. 30 Sekunden wertvolle Lebenszeit. Sich nicht für die Organspende zu entscheiden vielleicht fünf Sekunden, um den alle zwei Jahre verschickten Spenderausweis im Papiermüll zu entsorgen.