Was ich krass finde:
1. Männer werden im eigenen Land eingesperrt
2. Zivilisten werden aufgefordert, mitzukämpfen
Das Zivilisten kämpfen sollen.. was droht denn der Zivilbevölkerung bei einer erfolgreichen Invastion Russlands? Eine neue Regierung? Was droht aber jetzt der Zivilbevölkerung, wenn sie sich mehrheitlich dem Krieg anschließt? -> Erschossen zu werden, auch unbeteiligte Zivilisten, natürlich.
Ich hab ne Weile an dem Text geschrieben und deshalb nochmal das Zitat angeführt, worum es mir geht.
Grundsätzlich denke ich, dass jeder die Freiheit haben sollte zu entscheiden, ob er jetzt mitkämpft, oder lieber die Flucht ergreift. Das herangezogen werden, ist ja meiner Kenntnis nach in Deutschland ebenfalls möglich.
Zum Aufgeben um schlimmeres Leid zu verhindern: Ich denke die Ukrainer sehen das anders. Selbst wenn, ist es ja deutlich mehr als nur eine neue Regierung. Das ist ja nicht so, dass da einfach andere Leute sitzen und alles wie gehabt weitergelaufen wäre. Aus Sicht des Westens bzw. vermutlich auch der Ukrainer ist die politische Situation in Russland nicht das, was man sich langfristig so wünscht, sonst würde man die "Befreier" ja mit offenen Armen empfangen (wie es in Russland propagandiert wird).
Anscheinend ist diese Aussicht für viele Ukrainer so schlimm, dass diese sich in Scharen melden und die Regierung gar nicht hinterherkommt, diese freiwilligen irgendwie zu bewaffnen oder auszubilden.
In der Zeit war die Tage ein Artikel dazu und der zweite oder dritte Kommentar zum Artikel war, dass man sich doch lieber ergeben sollte um mögliches Leid zu lindern. Da kommen wir wieder zum Punkt von dir
@BurnerR. Da will der Kommentator auch hin. Aber damit ist ja keinem geholfen. Ich als Betroffener verliere meinen Status Quo und muss sehr warscheinlich eine Verschlechterung hinnehmen. Das Leben in einem "Vasallenstaat" der handelt, damit es einem anderen Staat (Russland) besser geht, ist glaub ich nicht so schön, als wenn eine Führung am Werk ist, die in erster Linie das Wohl der eigenen Bevölkerung vorsieht.
Wenn man das weiterspannt dann könnte man ja auch argumentieren, dass der 2 WK nicht so schlimm hätte werden müssen, wenn sich die anderen Länder einfach kampflos von von Deutschland hätten überfallen lassen. Das ist ja nur eine andere Regierung und solange man kein Jude, Nicht-Weißer, Roma, Kranker oder Behinderter etc. gewesen wäre, dann wäre doch alles nicht so schlimm gewesen.
Ich denke es ist klar wo ich hin will. Daher scheint mir das jetzt keine sinnvolle Alternative.
Hinzu kommt vermutlich auch die Wut auf einen Staat bzw. Machthaber, der einem die Heimat zerbombt, flüchtende Zivilisten beschießen lässt, Wohnhäuser in Schutt und Asche legt und das ganze als Befreiungsaktion im eigenen Land verkauft. Die Titelseite der heutigen New York Times zeigt heute ein sehr bedrückendes Bild. Ich weiß nicht ob man den Angehörigen verkaufen kann, dass die doch aufgeben sollten, dann würde es nicht noch schlimmer werden.
Daher gebührt mein Respekt auch diesen Menschen in der Ukraine, die das auf sich nehmen und ihre Heimat, ihr Heimatland oder was auch immer bis in den Tod hin verteidigen wollen. Ich weiß nicht, ob ich es selber so machen würde für Deutschland, oder ob ich nicht einfach gehen würde und anderswo mein Glück suchen würde.