[Politik und Gesellschaft] TTIP: USA könnte bei zentralen und nicht-zentralen Gesetzen Mitspracherecht haben

Im Sommer möchte die Europäische Kommission den US-Amerikanern ein Verhandlungsangebot unterbreiten, welches das transatlantische Handelsabkommen TTIP betrifft. Der FAZ liegt nun ein aktueller Entwurf dieses Angebot vor, indem es darum geht, mögliche Hindernisse für den Handel zu dezimieren.

Es ist die Rede von einem Frühwarnsystem für neue Standards und Gesetze. Hierbei sollen geplante Gesetzesvorhaben regelmäßig den Vertragspartnern offengelegt werden, damit bereits vorab für Standards und Regeln abgestimmt werden könnte. Die Listen der geplanten Anliegen sollen dabei Informationen über Zuschnitt, Ziele, einen Zeitplan, sowie die erwarteten Folgen für den transatlantischen Handel und Investitionen beinhalten. Um Bedenken zu äußern oder Beratungen zu beantragen, sollen den Vertragspartnern deshalb ausreichende Zeiträume zugesprochen werden, um sich mit den Vorhaben auseinandersetzen zu können.

Sowohl die EU selbst, als auch die Mitgliedsstaaten und deren Bundesländer, sollen demnach wichtige Gesetze und neue Standards im Voraus mit den USA abstimmen.

In dem zehnseitigen Papier, das der FAZ vorliegt, soll der Spielraum der Gesetzgebung jedoch nicht eingeschränkt werden. Mögliche Bedenken der Vertragspartner sollen nicht zwingend berücksichtigt werden müssen, sodass Gesetze weiterhin eigenständig verabschiedet werden könnten. Das Papier liefere dafür keine Grundlage, obwohl die USA laut Aussage der EU-Kommission in diesem Fall mehr Möglichkeiten erbaten. Demnach sollten Unternehmen mehr rechtlichen Spielraum erhalten, wenn ihre Bedenken nicht ausreichend berücksichtigt werden würden.

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Ja, ja, Lammert, Gabriel und viele andere einflussreiche Politiker fordern wieder einmal etwas, aber effektiv dagegen wird nicht vorgegangen. Tja, wieso wohl haut da keiner auf den Tisch und macht ne Ansage?
Ist eben ein typisches Politikergefasel, damit man dem Wähler gefällig ist, aber ihn schlussendlich doch übers Ohr hauen kann. Zwar schon hundertmal gesehen, aber die Verarsche funktioniert immer noch.
Aktuellstes Beispiel in Östereich:
"Mimimi, wir wollen die VDS eigentlich gar nicht, ABER wir müssen sie wegen der phösen EU ja leider umsetzen. Echt wir wollen die nicht, ganz ehrlich. Naja, auf europäischer Ebene haben wir uns eigentlich nicht dagegen stark gemacht, aber sowas kann man ja schon mal vergessen. Wir hatten vebssseres zu tun. Däumchen drehen erfordert echt viel Konzentration" -> die VDS wird auf euopäischer Ebene gekippt -> "Öhm, wir wollen die VDS doch. Lasst uns doch gleich mal ein paar Pläne schmieden".

"Ich halte es für ausgeschlossen, dass der Bundestag einen Handelsvertrag zwischen der EU und den USA ratifizieren wird, dessen Zustandekommen er weder begleiten noch in alternativen Optionen beeinflussen konnte", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ja klar, wenn alles in trockenen Tüchern ist, die anderen EU Staaten fleissig ratifizieren, die diversen Lobbys mächtig Druck machen und es vorher offizielle Regierungslinie war, TTIP positiv gegenüber zu stehen, dann wird der deutsche Bundestag einen auf Verweigerer machen. Träum weiter, Herr Bundestagspräsident.
Die braven Parteisoldaten werden genau das machen, was ihnen von oben diktiert wird. Wie man an Maas sieht, ändern selbst Minister ihre Meinung, wenn der Chef das will.
 
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Die letzten Entwicklungen:




Ist das eine "abgesprochene Koalitionskrise", um das "Profil der SPD" zu schärfen? Gibt es so ein Profil überhaupt noch oder ist Merkel inzwischen die heimliche SPD-Vorsitzende? Mal sehen, wie das ausgeht.
 
Es geht zwar nicht direkt um TTIP sondern un das Schwesternprojekt CETA, aber der Widerstand gegen antidemokratische wirtschaftsfreundliche Abkommen geht weiter.

 
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