Glückwunsch auch von mir
Die Stelle ist zu 80% remote, sprich Home-Office
Home-Office != Home-Office
Unternehmen drücken sich gerne um die Einrichtung eines arbeitsstättenverordnungskonformen Arbeitsplatzes für ihre Teleheimarbeiter und Teleheimarbeiterinnen. In der absoluten hardcore Variante zahlen sie gar nichts, fordern aber von dir die Einhaltung eigentlich optionaler Dinge: du als Informatiker brauchst z.B. einen Ruhearbeitsplatz, das impliziert aber nicht, dass du ein dediziertes Arbeitszimmer haben musst.
Für dich gilt:
- du hast ein Recht auf eine ergonomische Einrichtung. das fängt an bei Stuhl und Tisch, aber auch eine ordentliche Tastatur, Bildschirme auf richtiger Höhe, etc. Genaue Beschreibungen mit Bildern und so bekommst du von der Berufsgenossenschaft. Bei guten Firmen hängen die auch digital aus. Ein Laptop alleine ist z.B. nicht für Vollzeitbildschirmarbeit geeignet. Wenn du selbst zahlst, behältst du die Rechnungen für deine Steuererklärung, Anlage Werbekosten.
- du brauchst einen abschließbare Schublade / Schrankfach oder ähnliches zwecks Datenschutz und Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Die digital Natives verwundert das immer ein wenig. Nennen wir es "analoges Verschließen". Kryptographie ist zwar viel besser und wichtiger, aber eben nur Teil eines ganzheitlichen Konzepts ;-)
- sofern du kein dediziertes Arbeitsgerät gestellt bekommst solltest du darüber nachdenken eines zu kaufen. Da geht es vor allem um Datenhygiene und Zugriffsschutz, aber es hilft dir auch fokusiert zu bleiben und "einfach mal abzuschalten". Meiner Meinung nach ist "Bring your own device" erst brauchbar, wenn man ein gutes Deck hat, unterschiedliche Arbeitsumgebungen isolieren und Keychains nur nach Bedarf öffnet und schließen kann. Ein Multi-User System, bei dem "PartyDJ" "Privates" und "Arbeit" getrennte Benutzer sind setzt das auch um. Die Hardliner würden bezüglich physischem Zugriffsschutz aber die Nase rümpfen und es lieber sehen, wenn das Arbeitsgerät bei Nichtnutzung in der oben erwähnten Schublade ist.
- Lizenzpflichtige Software, falls für deinen Beruf erforderlich, musst du genau so viel von daheim mitbringen, wie ein Angestellter in einer KFZ Werkstatt sich Werkzeug mitbringen muss. Achtung auch, wenn deine Arbeitgeberin dir vorschlägt private Accounts auf deinen Namen (E-Mail / Telefonnummer / Anschrift) bei Cloud-Diensten einzurichten. Zum Teil notwendig, aber ich war mal in einer Telefonkonferenz, in der jemand sich beklagte, dass ein "Provisorium" immer noch auf
seinem Github liegt, weil sich mehrere Firmen nicht einigen konnten, wo sie kollaborieren möchten, aber schon mal angefangen haben. Das war so dämlich, da reicht ein einzelner Facepalm nicht mehr.
Lass dich nicht ausbeuten
