TitanPad schließt schrittweise bis Jahresende


Der Echtzeit-Editor wird Ende 2017 eingestellt. Ab 1. Mai können die dortigen Texte nur noch gelesen werden. Insgesamt sind dort zwischen 350.000 und 400.000 Pads , rund zwei Drittel sind öffentlich. Als Grund , dass die Editor-Software nicht mehr weiterentwickelt wird. Früher oder später seien Kompatibilitätsprobleme mit einzelnen Browsern zu erwarten.
Hintergrund: TitanPad ist ein Echtzeit-Editor, der als webbasierter Notizblock funktioniert und beispielsweise in der Vergangenheit bei den Mitgliedern der Piratenpartei sehr beliebt war. Die einzelnen Nutzer können zeitgleich miteinander chatten und gemeinsam in Echtzeit an einem Text arbeiten. Dabei lässt sich anhand der Farbe der Autoren auf leicht erkennen, wer für welche Änderungen verantwortlich ist. Das fertige Dokument lässt sich dann in den unterschiedlichsten Formaten exportieren, so etwa in HTML, als Word-Datei, PDF-Dokument etc. Die Nutzer haben dabei die Möglichkeit ihre Arbeit entweder öffentlich zu vollziehen oder einen nicht öffentlichen Bereich der Webseite zu nutzen. Für die öffentliche Nutzung ist keine Anmeldung erforderlich. Wer mitarbeiten will, benötigt dafür lediglich die korrekte URL des Pads.

Der inoffizielle -Nachfolger wurde vor mehr als sechs Jahren von , und gegründet. Dies geschah als Reaktion auf die Übernahme durch Google und der , etherpad in Google Wave integrieren zu wollen. Die drei österreichischen Gründer glaubten an die Idee, die hinter dem einfachen und gemeinschaftlichen Editieren von Texten in Echtzeit steckt. Nachdem später das etherpad von Google als Open Source Software , hoffte man auf eine konstante Weiterentwicklung durch die eigene Community. Bei der Hoffnung blieb es aber auch. Die neue Version in node.is beinhaltet diverse wichtige Features nicht, daran hat sich in den letzten Jahren leider wenig geändert. Das Konzept des etherpad light wird hingegen abgelehnt.

Da die Webseite werbefrei und kostenlos ist und dauerhaft bleiben soll, wurden die Kosten für das Hosting und andere Aufwendungen durch Crowd-Funding Kampagnen gedeckt. Die weitere Entwicklung der Software kann dadurch allerdings nicht gedeckt werden. Da von der Community kein Fortschritt zu erwarten ist, befürchtet der Betreiber, demnächst seien bei der Benutzung der Webseite sogar Kompatibilitätsprobleme mit einzelnen Browsern zu erwarten. Man könne den eigenen Echtzeit-Editor nicht länger an die heutigen Webstandards anpassen.

Betreiber Michael Renner hinterlässt den Nutzern gleich mehrere Listen mit möglichen Alternativen. Eine besondere Empfehlung könne er nicht aussprechen, weil jeder Anbieter für sich andere Schwerpunkte gewählt habe. Sein wichtigstes Ziel sah er darin, die Privatsphäre der Nutzer zu beschützen.

Am 31. Dezember 2017 wird TitanPad.com komplett vom Netz genommen. Wer seine Texte sichern will, sollte dies bis dahin erledigt haben. Mit der Demogruppe hat das Projekt übrigens nichts gemeinsam.




Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
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