Thomas de Maizière – der mit der Tarnkappe tanzt (Rant)


Einfach mal die Tarnkappe überwerfen? , thx! ( )

Innenminister Thomas de Maizière am Mittwoch auf der re:publica, Tarnkappen gebe es doch nur bei Harry Potter. Die Vorstellung, dass man sich im Internet komplett anonym bewegen könne, würde nicht der Wahrheit entsprechen. So weit, so verkehrt. Und auf deutschem Boden würde er keine Spionage dulden. Wtf! Ein Rant aus dem Tarnkappe.info Magazin.

Auf der Konferenz re:publica, die einst als Blogger-Veranstaltung begann und längst die Wurzeln zu ihren Ursprüngen verloren hat, verteidigte Innenminister Thomas de Maizière erneut die Ausweitung staatlicher Überwachung. So wurde von der Großen Koalition kürzlich beschlossen, dass die gesammelten Informationen der Vorratsdatenspeicherung Und dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Sein Vergleich auf der Bühne mit Harry Potter und der Tarnkappe, die man sich eben nur im Film überwerfen könne, war schon verwerflich genug. Fakt ist, dass man sich sehr wohl mit dem anonym im Internet bewegen kann – und sei es auch nur, wenn man dabei einige Regeln beachtet.


„Auf unserem Boden dulden wir keine Spionage“


Viel schlimmer aber war seine Aussage, dass er auf deutschem Boden keine Spionage gestatten würde. Hätte er Klartext reden können, was Politiker selten tun können, ohne dafür abgestraft zu werden, hätte er sagen müssen, dass er in Wahrheit gar nicht kontrollieren kann, wer aus Ost und West so alles in Deutschland spioniert. Nicht nur, dass wir dem großen Bruder und Kriegsgewinner USA nicht einfach die kalte Schulter zeigen können. Nein. Würde die Bundesregierung auf die Idee kommen, der US-Geheimdienste , hätte dies wohl für uns alle weitreichende und nicht minder negative Konsequenzen.

In Wahrheit sind unsere Geheimdienste auf Gedeih und Verderb auf die Daten von & Co. . Wie schon in der Titelstory unseres ausgeführt, spielt Geld bei der NSA keine Rolle. Hierzulande aber sehr wohl. Würden wir die US-Geheimdienste in ihre Schranken weisen, würden wir bei der Prävention und Verfolgung jeglicher Staatsfeinde quasi wie im Blindflug agieren. Machen wir uns bitte nichts vor: Wir brauchen die Informationen aus dem Fernen Westen. Ohne sie wird es schwer bis unmöglich, Terroranschläge zu verhindern. Und dass der Terror auch unser Land erreicht hat, dürfte auch dem letzten Bürger spätestens seit Weihnachten klar sein.

Die Anschläge von Berlin und Paris zeigten leider auch, dass die extreme Datensammlung und Analyse zwar mit der Beschneidung unserer Bürgerrechte einhergeht. Es führte aber bislang nicht dazu, Terroranschläge effektiv zu verhindern. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Außerdem geben uns die Amerikaner nur die Daten, die sie uns just in diesem Moment gerade geben wollen. Trumps Motto lautet bekanntlich „America first“, und das ist todernst gemeint.

Letztlich geht es seinem Land um die wirtschaftliche, politische und notfalls militärische Herrschaft oder zumindest Einflussnahme, im Idealfall, der ganzen Welt. Da ist jedes Mittel recht. Wie ohnmächtig unsere Regierung ist, zeigte doch eindrucksvoll der Abhörskandal .

Außerdem: Würde man sich tatsächlich dagegen stellen, würde sich die NSA die Daten halt auf anderem Weg beschaffen. Deren oberstes Ziel ist es, jedes existierende technische Gerät zu durchdringen und den USA nicht nur die Herrschaft über Luft, Boden und Meer zu verschaffen, sondern eben auch über das Internet und alles, was mit Strom läuft.



Doch kommen wir zurück nach Berlin. Eigentlich tanzt de Thomas de Maizière gar nicht mit der Tarnkappe. Er bewegt sich im Rhythmus von und ich wette, er weiß es auch. Dass das eigene Volk lückenlos und anlasslos überwacht wird und man keine Handhabe gegenüber den US-Geheimdiensten hat, kann er, der fleißige Beamte unter den Politikern, natürlich nicht zugeben.



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Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
Das Internet mit allem drum und dran ist halt immer noch #neuland in Deutschland. :D

Mir kam übrigens bei dem Thomas eher der Titel "Der mit dem Affen tanzt" in den Sinn.
 
@Ruby:
Das ist der gleiche Typ der das Vermummungsverbot als Leitkultur verkaufen will.
 
Sagt mal kommt von dem überhaupt irgendwas das Hand und Fuß hat (nein, Kinder sind nicht gemeint)?
 
Geil, da muss ich ja gar nicht in den Zirkus gehen, um nen Clown in Aktion zu sehen.
Schön für den Unterhaltungssuchenden, schlecht für jene, die so mürbe in der Rübe sind, von Politikern die Wahrheit hören zu wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Er hatte aber viel Mut zur re:publica zu gehen, das muss ich auch sagen. Dort war nicht mit viel Zuspruch zu rechnen. Auf dem Podium soll er sich auch nicht so schlecht geschlagen haben, ganz im Gegenatz zu Markus Beckedahl von Netzpolitik.org. Nun ja, Politiker sind ja auch unzählige Rhetorikseminare durchlaufen, reden kann er also.
 
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