Thema für Decay

theSplit

1998
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3 Aug. 2014
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5.862
Hallo Decay,

ich könnte dir auch eine PN schreiben... aber ich will dir eine Plattform dafür geben deinen Kummer von der Seele zu schreiben bzw. Unterstützung entgegen zu nehmen, so fern du das überhaupt willst oder brauchst.

Ich finde es gut wie du dich philosophisch mit deiner aktuellen Situation beschäftigst. Und ich könnte es bei weitem nicht so.
Wer genau so denkt, der kann sich ja vielleicht für Decay hier eintragen und seinen Wunsch nach "Besserung der Situation und alles Gute" hinterlassen....

Vielen Dank für diese und andere Prosa und darauf dass du deinen Weg finden magst. :)
Du bist nicht allein damit, denk daran.

Aber vielleicht willst du auch nicht die Aufmerksamkeit, das wäre okay. Aber zumindest sagen das man dich unterstützt (indirekt) sollte in Ordnung sein, hoffe ich. :)
 
Hallo....

ich wollte tatsächlich nicht soviel Aufmerksamkeit, mich nur Ausdrücken. Aber da Ihr - allen voran Split - mich so ermutigt wollte ich mich nur bedanken und euch die Hintergründe offenbaren, warum mein Hirn diese morbide Scheiße produziert.

Meine Frau hat sich von mir getrennt. Wir haben zusammen ein Kleinkind und ohne Vorwarnung und ohne eine Chance auf Besserung ist sie gegangen und bei jemand anderem untergekommen.
Da ich leider schon früher Depressionen hatte und als dummer Ausdruck dieser meinen Arm zerschnitten habe, was nach Monaten in einer Aktion gegipfelt hat, nachder ich Notoperiert werden musste und seither eine Teillähmung meiner Hand habe, versuche ich nun ein Ventil für meine Verzweiflung zu finden das weniger selbstzerstörerisch ist, da da noch ein kleines Wesen ist, das mich braucht.

Natürlich habe ich viele Freunde die mich unterstützen und die auch Bescheid wissen, aber anscheinend wollen alle gerne hören das alles zwar alles beschissen aber man irgendwie ok ist und man selber will ja auch nicht anderen Kummer machen also ist man tapfer, lächelt alles weg und wartet darauf, das sich irgendwas tut. Ich selbst habe auch leider keine "Feeling" für's Traurigsein, daher kann ich das schlecht ausdrücken und man merkt mir auch nicht an wie scheiße es mir geht. Irgendwie "hilft" mir das darüber reden auch nicht besonders, daher müssen wir das auch nicht zu einem Seelenstrip-Thread ausarten lassen.

Ich schreibe hier meine Gedichte, für euch, für die Welt, für alle die sie eben lesen wollen und im Zweifel auch nur für mich und warte einfach und bin da, denn mehr kann ich eh nicht mehr tun.

Und Antidepressiva und den ganzen Quatsch nehme ich schon aber jeder der Depressionen hat oder hatte weiß, dass das nur bessert, nicht heilt. Gut gemeinten Ratschläge in dieser Richtung werde ich also nicht mit Agression begegnen aber eigentlich könnt ihr sie euch sparen, da ich das wie gesagt schon beherzigt habe.

Grüße, decay.
 
ohne dir zu nahe treten zu wollen, und nur weil ich dir das Beste wünsche, hast du professionelle Unterstützung?
Falls nicht, raff dich dazu auf dir welche zu nehmen.
Ich meine vielleicht sowas wie ne Selbsthilfegruppe oder einen Psychologen?
 
@keinbenutzername:
Hat er garantiert noch nie drüber Nachgedacht - ich meine seine Antidepressiva kauft er bestimmt im Supermarkt, die liegen normaler weise Links neben den Smarties :m
 
ist mir schon klar das er da mal bei nem Arzt war. Muss ja aber nicht für ne Selbsthilfegruppe oder so gelten.
Vielleicht hat er sich die Medikamente aber ja auch von nem Hausarzt oder ähnlichem verschreiben lassen.
Sorry falls das mit dem Psychologen ein dummer Vorschlag war.
 
@keinbenutzername:
Der Vorschlag an sich war keines wegs dumm.
Dumm war es anzunehmen, dass dies noch nicht in Erwägung gezogen wurde, es noch nicht passiert ist.

Das ist ein bisschen wie "ich hab Computerproblem X" -"hast du schon mal einen Neustart versucht?"

Per se der richtige Ansatz, höchstwahrscheinlich aber schon probiert worden. ;)
 
Moin,

ich schreibe das hier, weil es diesen Thread schon gibt, ansonsten wäre das im Kummerkasten gelandet.
Ich will auch nicht unbedingt eine Antwort, nur mich beschäftigen, mir die Last von der Seele schreiben.

Ich habe jetzt, in diesem Moment, einen furchtbaren Tiefpunkt. Ich war heute in der neuen Wohnung meiner Frau, meine Tochter abholen und das alles frisst mich total auf. Meine Kleine lacht, meine Frau lacht. Und ich kann kaum mehr so tun als ob ich das alles wegstecken könnte.

Alles in mir schreit danach, mir ein Messer durch den Arm zu jagen, nicht weil ich sterben will, sondern weil mir physischer Schmerz helfen würde, die Leere in mir zu füllen, bzw. mich davon abzulenken. Natürlich mache ich das nicht! (steht wirklich ausser Frage, also keine Sorgen, eher würde ich meinen besten Freund anrufen, der würde mir die Leviten lesen). Aber das Verlangen ist schlimmer, viel schlimmer, als beim Rauchen. Rauchen könnte ich problemlos aufhören, nur wofür?

Ich will nicht wieder mit Dingen anfangen, die mir und meiner Tochter zum Verhängnis werden, Rauchen -als Selbstmord auf Raten- ist sozial anerkannt, sich selbst verletzen nicht. Ich würde das meiner Tochter nicht antun, ihren Vater -oder das was ihr davon geblieben ist- zu verlieren weil ich als nicht geistig stabil eingestuft werde oder ins Krankenhaus muss. Aber die Hoffnungslosigkeit meiner Situation oder wie ich sie empfinde (das ist ja eher das was zutrifft), rauben mir mehr Kraft als ich aufbieten kann.

Das einzige was mich nebst meiner Tochter zum Durchhalten zwingt, ist der reine Trotz und das Wissen, dass ich es aus einer ähnlichen Situation schonmal rausgeschafft habe, nur durch reine Willenskraft. Im ürbigen habt ihr beide Recht, Seedy und Keinbenutzername. Ich bekomme Antidepressiva, ich war deswegen beim Arzt, aber auf Termine beim Psychologen wartet man hier auf dem Land mind. 8 Wochen. Ich werd auch nicht hingehen, ich war da früher schonmal in Behandlung, das bringt mir leider nichts und es macht mich nur noch hoffnungsloser, da darüber reden mich nur noch mehr zwingt mich mit meinem Leid zu beschäftigen, was unmittelbar in Selbstmitleid und noch mehr Schmerz resultiert, als ihm mit Trotz die Stirn zu bieten und die Zähne zusammenbeißen und der Welt in den Arsch zu treten.

Ich vertrau auf meine Alternativlosigkeit, meinen Stolz, meinen Mut und meinen Trotz.

Denn ich schaffe das! Ich werde da sein!
Verdammt ich heulte echt grade vor dem PC vor lauter Verzweiflung aber ich werde fucking nochmal nicht aufgeben! Meine Tochter ist das Beste - das einzige Gute - was ich dieser Welt geben konnte und ich werde durch alle 7 Höllenkreise gehen und dem Teufel persönlich mit dem verdammten Kruppstahldildo alle Zähne ausschlagen wenn er es meiner Tochter ein Lächeln beschert.

Meine Depression bekommt mich nicht klein. Mein Liebeskummer bekommt mich nicht klein. Die Angst vor Morgen bekommt mich nicht klein.
Ich bin kaputt, am Arsch, morbid, nekrotisch, zynisch, labil und völlig durcheinander. Aber ich bin immer noch da und verdammt nochmal ich geh auch nicht weg!
 
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  • #9
Ich will dem auch nichts weiter hinzufügen... eigentlich.

Die Gefühle und den Schmerz den du jetzt beschreibst, müssen erst einmal verfliegen. Dein Leben sich wieder etwas normalisieren... wenn es davor chaotisch war.
Ich weiß, das klingt so leicht gesagt, dass es das für dich so nicht ist, kann ich mir sehr gut vorstellen - ich habe selbst lange noch Gefühle für eine Exfreundin übrig gehabt. Und das es absolut unvorteilhaft ist wenn jemand anderes einem mit der Entscheidung kommt - ist absolut normal, vor allem wenn noch Gefühle im Spiel sind.

Ich drück dir jedenfalls die Daumen und unterschreib das was Cheq sagt - lass dich nicht auffressen. :)

Ich weiß nicht ob du den einen Ratschlag haben willst, daher kannst du alles bis auf den ganz letzten Satz auch einfach nicht lesen:
Aber setz dich nicht Situationen aus die sich vermeiden lassen, bei denen du das Gefühl hast du mußt die "künstlich" aufpuschen.
Ein echtes "aufraffen" und das nur so tun sind zwei verschiedene Dinge - ich glaube auch es wird nicht besser dadurch sich künstlich "frohsinn" einzureden, wenn man sich eigentlich ganz anders fühlt und einem der Kopf ganz wo anders steht, die Gefühle kann und sollte man sich auch aus dem Leib heulen wenn einem danach ist und nicht auf Stark machen.

Damit meine ich nicht, man sollte sich nicht versuchen gute Laune zu machen oder sich durch andere anstecken zu lassen... aber einfach so das man zumindest "ehrlich" zu sich selbst bleibt und das sagt auch nicht aus das es immer so bleiben wird. Richtig bescheidene Tage hat jeder. Da bist du nicht die Ausnahme. Und egal wie schlimm es sein mag, es kommen auch wieder andere Tage...

Also, teu teu teu und ich hoffe ich konnte dir vielleicht doch noch nen "Tip" geben..
 
Ich werd auch nicht hingehen, ich war da früher schonmal in Behandlung, das bringt mir leider nichts und es macht mich nur noch hoffnungsloser, da darüber reden mich nur noch mehr zwingt mich mit meinem Leid zu beschäftigen, was unmittelbar in Selbstmitleid und noch mehr Schmerz resultiert, als ihm mit Trotz die Stirn zu bieten und die Zähne zusammenbeißen und der Welt in den Arsch zu treten.

Bitte nimm es mir nicht übel, aber das ist reaktiver Bullshit, kindischer Trotz, Unsinn, total falsch! Klar führt die Auseinandersetzung mit dem Thema kurzfristig zu mehr Schmerz, zu so viel, dass Du denkst, Du könntest ihn vielleicht nicht ertragen. Zu noch mehr Selbstmitleid muss es aber nicht führen - genau an dieser Stelle wäre Deine Willensstärke und Dein Trotz angebracht, wehre Dich genau dagegen!

Wenn Du nicht rechtzeitig beginnst, das alles aufzuarbeiten, Dich - mit professioneller Hilfe - alldem zu stellen, dann wirst Du den ganzen Shice in Dir verkapseln, begraben und Dein Leben lang mit Dir herumtragen. Es wird Dich niemals loslassen.

Auch wenn es weh tut und unerträglich scheint, gehe bitte den anderen Weg.

Viel Erfolg dabei & die besten Wünsche,

Jester
 
Das ist eins der ekligsten Symptome von Depressionen bzw. Allen Krankheiten die stärkere depressive Anteile haben, wie Borderlin, Bipolarität, Zyklothymia und der klassischen Majoren Depressionen.

Sie halten dich von genau dem ab, was das beste für dich wäre.


Dazu kommt noch dieses undurchschaubare Gewirr von Kopfdoktoren und Heilscharlatanen wo man nie genau weiß welcher jetzt welche Ausbildung hat, was er kann und was er darf.

Da hat man sich endlich dazu durchgedrungen mal so jemanden zu besuchen und hat nen falschen, oder schlicht nen Idioten erwischt und plötzlich ist einem Klar das sowas ja eh nichts bringt.

Die Rotze mit den Medikamenten, die erst nach Wochen wirken bzw. manchmal gar nicht, manchmal machen sie es sogar schlimmer bis man die richtige Substanz in der richtigen Dosis gefunden hat - wenn es überhaupt eine passende gibt.



Kein wunder das soviel Leute sich nicht behandeln lassen, bzw. nach den ersten Rückschlägen wieder aufhören.


Guter Decay denk einfach mal an diesen kleinen Fakt:
Glaubst es so ne coole Sache, wenn du eine psychische Episode in der Nähe deiner Tochter hast?
Da passiert eventuell nichts, aber kannst du das verantworten?
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #12
Ich sehe auch ein wenig das Problem, wenn man an einen Psychologen/Psychiater gelangt der einem nicht sympathisch ist oder von dem man das Gefühl das dieser einem nichts neues erzählt... kann man, oft gut gemeinte, Ratschläge nicht wahrnehmen.

Ich meine aber auch, man braucht, je nachdem wie fit man ist, zwar andere An- und Einsichten, aber das heißt nicht gleich das man sich nicht selbst umdenken kann - es benötigt vielleicht mehr Zeit bis einem der richtige Ansatz kommt und es ist auch nicht gewiss das er kommt (ohne fremde Hilfe) - aber man kann es versuchen.

Ich schätze Decay schon in der Lage sich auszudrücken und zu entscheiden was er will. Und vielleicht braucht er wirklich nur etwas Zeit für sich und auch die Zeit sich in seiner Lage zu orientieren.

Ein Termin bei einem Arzt würde definitiv nicht schaden - aber das muß jeder für sich entscheiden.

Es kann, im schlimmsten Fall auch, so sein das er Jahrelang mit diesen Gefühle durch die Gegend "rennt" - bis er jemand anderen Kennenlernt oder einfach seine Gefühlswelt wieder klar wird... die Gefahr besteht und es kostet echte "Lebenszeit", was ein anderer einem in 2 Minuten vielleicht beschreiben kann, man aber selbst nicht daran denkt.
 
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