[Netzwelt] The Interview: Cyberkriminelle nutzen Medienrummel zur Malware-Verbreitung

Die Komödie "The Interview", bei der es unter anderem um einen Anschlag auf den Nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-Un geht, ist seit einer Weile in den Schlagzeilen. Unter anderem hatte der politisch bedenkliche Plot des Films im November 2014 einen Hackerangriff auf das Unternehmen Sony Pictures zur Folge.

Der Popularität des Films - und damit Sonys Einnahmen - hat der Medienrummel sicher nicht geschadet. Eher dürfte das Gegenteil der Fall sein. Wie so viele medial heiß diskutierte Themen ruft jedoch auch dieses IT-Kriminelle auf den Plan. Diese nutzen die Popularität des Films, um Schadsoftware zu verbreiten, warnen Mitarbeiter der Security-Firma McAfee in Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität Darmstadt und des Centre for Advanced Security Research Darmstadt (CASED).

Die IT-Sicherheitsforscher entdeckten eine Android-App, die vorgeblich den Download des kontroversen Films erleichtert. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem Programm jedoch um einen Trojaner, der versucht, Onlinebanking-Zugangsdaten auszulesen. Die App soll bislang 20.000 Smartphones infiziert haben. Bislang ist sie Berichten zufolge ausschließlich in Südkorea verbreitet. wurde die Malware über den Hoster Amazon Web Services verteilt, der aber mittlerweile über den Missbrauch informiert worden sei.

Auch wenn dieser spezielle Schadsoftware-Ausbruch derzeit unter Kontrolle zu sein scheint - der Hype um "The Interview" wird auch noch durch andere Betrüger missbraucht. So wurden bereits mehrere Links entdeckt, die es auch europäischen Nutzern ermöglichen sollen, den eigentlich nur über US-App-Stores verfügbaren Film in ganzer Länge auf der Videoplattform YouTube zu sehen. Diese Videos existieren an der angegebenen Adresse jedoch nicht - stattdessen finden sich Weiterleitungen auf dubiose Streaming-Seiten durch Links in der Video-Beschreibung. Diese Seiten sind nicht nur juristisch bedenklich und verlangen oft die Angabe persönlicher Daten zum Anlegen eines Kundenkontos, sondern sind oftmals ebenfalls mit Schadsoftware verseucht.

Diese Beispiele legen nahe, dass gerade bei Trends und aktuellen Themen Vorsicht geboten ist - nur zu gern nutzen Betrüger das Benutzer-Interesse. Vom Onlinebanking per Smartphone ist zudem grundsätzlich abzuraten, wenn auf das selbe Telefon auch die mTAN für Transaktionen gesendet wird . Dies hebelt nämlich den zusätzlichen Schutz durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aus; statt zwei Geräten muss nur noch eines mit Malware kompromittiert werden.

Quelle:
 
Ach, diese Sache mit der Metaebene bei Threads hat mich ja total verunsichert, ob ich jetzt mit meinen Anmerkungen nicht schon Offttopic bin ;)

Jedenfalls bin ich nicht meta :D: Bei kostenlosen Angeboten ist schon immer Vorsicht geboten gewesen, insbesondere, wenn fraglich ist, warum das Angebot kostenlos sein sollte.
Dabei habe ich auch öfter mal die Verwendung von Youtube gesehen.
Man googelt einen Film und neben den Ergebnissen mit den Informationen entdeckt man den angeblichen Film bei YT. Das kommt ja häufiger vor und man sieht dann den Trailer, aber in diesen Fällen hat dann die Länge des Clips die Länge eines Spielfilmes.
Da YT ja durchaus Filme im Programm hat, wo die 15 Minuten Regel nicht gilt, erscheint das nur wegen der Aktualität verwunderlich.
Der Film hat auch tatsächlich die angegebene Länge, besteht aber nur aus einer Schleife, wo z.b. der Trailer gemixt wird, mit der Ansage, YT hätte den Film gelöscht, man könne ihn aber unter einer bestimmten URL ansehen.
Wen man dem Link folgt, dann bekommt man das Angebot den Film zu sehen oder runterzuladen, wen man vorher an einer Umfrage teilnimmt.
Dazu soll man natürlich Daten wie z.B eine Emailadresse angeben , was der eigentliche Zweck sein dürfte.
Ich habe da mal Fake eingegeben und dann kamen da glaube ich, ein paar sinnfrei Fragen, ähnlich den Verlosungen im freien TV. Ich habe dies nicht weiter verfolgt.
Aber die EAV hat ja vor fast 30 Jahren schon festgestellt. Das Böse ist immer und überall
 
Zuletzt bearbeitet:
Na ja, die Masche gibt es ja nicht nur bei Filmen. Auch viele Programme gibt es auf youtube, was dank seiner Popularität wahrscheinlich weiter oben steht als seriöse Seiten, angeblich kostenlos. In den Kommentaren dann immer wieder Links zu gefährlichen Downloads – ich melde sowas immer direkt, aber die Malware-industrie ist quasi wie eine Hydra.

Leute, die auf sowas reinfallen, haben es meiner Meinung nach mit ihrer Dummheit einfach verdient, einen Virus auf den Rechner zu bekommen. Schade finde ich nur, dass die Menschen dann oftmals zu Botnetz-Mitbetreibern werden und auch anderen Leuten Schaden zufügen. Ich finde, man sollte eine Three-Strikes-Regel oder Ähnliches für Privatanschlüsse einrichten – wer drei Mal (im Jahr? alle zwei Jahre?) so dumm ist und sich einen Virus einfängt, der bekommt den Anschluss dauerhaft auf Kilobyte-Geschwindigkeit gedrosselt.
 
Ich finde, man sollte eine Three-Strikes-Regel oder Ähnliches für Privatanschlüsse einrichten – wer drei Mal (im Jahr? alle zwei Jahre?) so dumm ist und sich einen Virus einfängt, der bekommt den Anschluss dauerhaft auf Kilobyte-Geschwindigkeit gedrosselt.

Und dein Provider weiss woher, dass du dir "einen Virus" eingefangen hast? ...
 
Die App soll bislang 20.000 Smartphones infiziert haben. Bislang ist sie Berichten zufolge ausschließlich in Südkorea verbreitet.

Heißt das jetzt: Es gibt min. 20.000 Merkbefreite Asiaten?:D

Solange es leichtgläubiges Volk gibt, gibt es Abzocker die es ausnutzen.
 
Jemand, der sich eine App runterlädt, um den Download eines Films zu erleichtern? Kopf->Tisch
Wie soll denn so eine "Downloaderleichterung" eigentlich konkret aussehen?
 
Vielleicht denkt an an einen Downloadmanager, wie bei Seiten wie Chip?
 
Oder sowas wie der jDownloader. Dem vertraut auch jeder.
Hoffentlich tut der Kopf nach dem Aufprall auf dem Tisch jetzt nicht zu sehr weh.
 
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