stundenlohn als freiberufl. ITler

gesokks

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im hohen süden
ich verdiene derzeit ca. 26€ brutto die stunde als angestellter in einer mittelständischen it-firma.

jetzt hatte ich überlegt, mich selbstständig zu machen (derzeit bin ich im 2nd/3rd level support).

was kann man da verdienen? ein kollege von mir sagte mir dass er so 75€ netto die stunde verlangt für nen ähnlichen job wie meinen. das klingt schon mal geil. kundenstamm könnte ich mit den kontakten die ich habe sicher auch schnell aufbauen.

was muss ich da beachten? wie kalkuliere ich meinen stundenlohn? wenn ich das google finde ich immer nur leute die gleich mit 120€ kalkulieren weil sie sich ja ein haus kaufen wollen und gewinn machen wollen oder irgendwelche jobportale, die mit 30€ die stunde für nen freelancer ausgehen, was mir lächerlich erscheint, wenn ich als angestellter schon 26€ verdiene.
 
Hey,

ich bin in "diesem" Bereich selbständig.
Ich habe gerade nicht so viel Zeit, kann dir aber auf jeden Fall sagen: Überlege es dir!

Mit dem reinen Netto Verdienst den du hast ist es nicht getan. Du musst dich auf einmal mit viel mehr Sachen auseinander setzen.
Hier einmal ein paar Schlagworte:

- Versicherungen
- Buchhaltung
- Krankheitstage
- Urlaub
- Altersvorsorge
- Steuern
....


Manchmal würde ich sogar gerne wieder in ein festes / geregeltes Arbeitsverhältnis.
Ich will dir keine Angst machen, aber du solltest dich halt von dem vermeintlichen Mehrverdienst nicht blenden lassen.

lg
 
Das was Sp1xx sagt. Unterschätze das Ganze nicht. Weitere Punkte wären IHK, Steuerberater, die erwähnte Krankenversicherung, Steuern natürlich. Stell dich drauf ein das du weitaus mehr "Stress" haben wirst als du als normaler AN hast ;) Mein Gott hab ich schon geflucht :cool:
 
Ich war vor einigen Jahren im EDV-Bereich selbständig. Also ich bin froh, dass ich seit 2008 wieder "nur" Angestellter bin (von 26 Euro brutto kann ich aber nur träumen).

Was man zu den von Sp1xx und godlike genannten Punkten noch beachten muss ist, wie viele Konkurrenten es in der Region gibt. Oft hat man dann schon als Einzelkämpfer verloren wenn man nicht etwas anbieten kann, das einem vom Rest abhebt.
 
Arbeitnehmerstundenlohn und Selbstständigenstundensatz ist nicht 1:1 vergleichbar. Du kannst z.B. nicht jede Stunde, die du arbeitest auch einem Kunden in Rechnung stellen. Den Arbeitsausfall während eines Urlaubs ersetzt dir auch niemand, muss also auch in den Stundensatz internalisiert werden. Als Einstieg finde ich ganz interessant.

Faktor 3 ist wohl schon ganz gut angesetzt, also wirst du, bei guter Auslastung mit einem Stundensatz von 75 € am Ende ähnlich viel Geld in der Tasche haben, wie du jetzt hast. Dazu bekommst du halt alle Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten, die eine Selbstständigkeit so mit sich bringt.
 
Ich frage mich immer ob Leute die eine solche Frage hier im Forum stellen, wirklich reif für ein Selbstständigkeit sind.
Das sind meist Leute die vom großen Geld träumen da man ja als Selbstständiger sooo gut verdient. Nur so ganz überblicken was da alles dran hängt tun die wenigsten.

Mit so einem "0815 Job" muss man wirklich verdammt gut sein oder ein anders Alleinstellungsmerkmal haben, sonst geht man da sehr schnell unter oder kommt gerade so über die Runden.
 
Die Frage haben sich vermutlich auch so einige bei Jobs, Gates und Co. gestellt.

Natürlich kann man mit dem eigenen Unternehmen scheitern. Und oft wird man es auch. Aber wenn man es nicht probiert hat, kann man weder gewinnen noch verlieren.
 
Nun ja, das Meiste kann man aber auch schon so vorher in Erfahrung bringen. Ist es nicht gerade diese Eigeninitiative die einem in einer Selbständigkeit sowieso abverlangt wird?
 
Hätte hätte Fahrradkette. https://ngb.to/threads/22890 hätte man vermutlich auch ohne das ngb lösen können. Wie vermutlich 99,8 % aller hier jemals gestellter Fragen.

Ausgehend vom ersten Beitrag des TS überlegt er sich ob er den Schritt wagt. Hier würde ich auch nicht unbedingt gleich zur IHK, HWK oder sonstwohin rennen sondern mir erst mal Informationen aus anderen Quellen holen (wie eben einem Board bei dem der eine oder andere Selbständige aktiv ist). Wenn man dann die Entscheidung tatsächlich getroffen hat, kann man da ja trotzdem vorbeischauen (wobei hier auch nicht alles Gold ist was glänzt).
 
Das Ganze muss man ja nicht gleich voll durchziehen, die Gewerbeanmeldung ist ein Klacks (ging bei mir auch Online) und wenn man erstmal neben dem normalen Job startet muss man sich afaik auch nicht um Krankenkassenbeiträge sorgen.
Die Buchhaltung ist dann auch noch relativ easy, genau so wie die Steuererklärung.

Das tut ja erst mal nicht weh und gibt die Gelegenheit, das Ganze mal relativ unverbindlich auszuprobieren.

Vorrausgesetzt, die Aufträge lassen sich zeitlich (von wegen 24/7 Support und so Späße) mit der derzeitigen Arbeitsstelle vereinbaren.
Da gibt es evtl aber auch Kooperationsmöglichkeiten mit dem bekannten Kollegen oder Systemhäusern im Umfeld etc. die dann nach bspw. Installationen den Support Werktags übernehmen.

Korrigiert mich wenn ich total daneben liege, ich für mich auch noch alles relatives #Neuland
 
In unserer Firma gab's mal einen externen Sysadmin. Der hatte einen Tagessatz von grob 1.200€. Allerdings hatte der:
  • einen Anfahrtsweg von ca. 150km
  • zig Zertifikate, die man nicht mal so eben schaffen kann. Der Mann war echt fit.

Ein anderer ehemaliger Selbständiger hat jetzt bei uns fest angefangen. Monatsgehalt waren bei ihm vorher zwischen 3.000 und 12.000 Euro.

Bei beiden konnte man aber sagen, dass die definitiv kein gemütliches Leben hatten in ihrer Selbständigkeit. Zweiterer versucht jetzt noch, einen Rechtsstreit beizulegen.

ich verdiene derzeit ca. 26€ brutto die stunde als angestellter in einer mittelständischen it-firma.
Das sind grob 4k/Monat brutto. Je nach Region und Arbeitsgebiet ist das Durchschnitt.

ein kollege von mir sagte mir dass er so 75€ netto die stunde verlangt für nen ähnlichen job wie meinen. das klingt schon mal geil.
Was heißt denn 75€ netto die Stunde? Wenn er 75€ die Stunde für die reine Arbeitszeit berechnet, bleibt da nicht soviel mehr wie bei Dir übrig. Denn dann brauchst du: private Krankenversicherung, Rentenversicherung, Steuerberater, Rechtsschutzversicherung, Urlaub+Krankheit zahlt Dir niemand, usw.

wenn ich das google finde ich immer nur leute die gleich mit 120€ kalkulieren weil sie sich ja ein haus kaufen wollen und gewinn machen wollen oder irgendwelche jobportale, die mit 30€ die stunde für nen freelancer ausgehen,
Ersteres ist gerechtfertigt, sofern du im richtigen Gebiet arbeitest und die entsprechende Kompetenz hast. Bei zweiterem hast du ja selbst festgestellt, dass der Netto-Monatsverdienst dann unter Deinem liegen dürfte. Aber je nach Aufgabengebiet kann auch das gerechtfertigt sein.
 
Die Frage haben sich vermutlich auch so einige bei Jobs, Gates und Co. gestellt.
Mit dem Unterschied das die etwas zu bieten hatten und ein Alleinstellungsmerkmal hatten. Das ist aber bei einem 0815 Job eben nicht der Fall.

.... Da gibt es evtl aber auch Kooperationsmöglichkeiten mit dem bekannten Kollegen oder Systemhäusern im Umfeld etc. die dann nach bspw. Installationen den Support Werktags übernehmen.
Und die sollen das dann aus reiner Nächstenliebe machen? Weshalb sollte der Kunde dann nicht direkt den kompletten Support aus einer Hand nehmen? Ein kleiner Selbsständiger ist leider das was man in dem Bereich eigentlich garnicht will. Denn wie soll ein Ausfall aufgefangen werden? Da reicht schon eine Krankheit, Unfall o.ä., das tut sich doch kein Unternehmen an welches wirklich darauf angewiesen ist.

Erstmal so gut spezialisieren das man was zu bieten hat, dann kann das mit der Selbstständigkeit auch klappen.
 
Ich würde zusehen das ich mich einkaufe als Teilhaber, in einem 3-4 Mann Betrieb.

Gibt bestimmt einige die sich drauf einlassen würden.
 
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