Sprach-Leitfaden für den Öffentlichen Dienst in Berlin

Das hat auch nichts mit fehlendem Respekt zu tun, die Umbenennung von "Flüchtling" zu "Geflüchteter" tut meiner Meinung nach nur in den Hirnen derer die sich diese Umbenennung ausgedacht haben irgendwas für den Menschen den diese Bezeichnung trifft. Da tut auch der Wikitionary Eintrag zu "-ling" nicht viel. Ist die einzige Bezeichnung für einen Menschen "Geflüchteter" und nicht "Herr oder Frau Wieauchimmer" so bleibt der Stempel. Blinder Aktionismus, nicht mehr.
.

Da hast Du jetzt aber ein Beispiel, wo eine Änderung aus meiner Sicht Sinn ergibt. Jemand, der vor 5 Jahren hier her geflüchtet ist, jetzt hier einen eigene Wohnung und einen feste Arbeitsstelle hat, der ist doch eher ein Geflüchteter als ein Flüchtling. Er ist ja nicht mehr auf der Flucht.

Dagegen sind Begriffe wie Ausländischer Mitbürger blöd gewählt, weil sie als Oxymoron keinen Sinn ergeben. Denn als Ausländer kann man kein Mitbürger sein, weil mein hier kein Bürger ist. Das müßte dann ausländischer Miteinwohner heißen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #24
Ja genau, wenn der Umstand der Flucht keine Rolle mehr spielt, dann ergibt auch jegliche Bezeichnung die diese Anführt keinen Sinn mehr. Ich sehe den Bedeutungsunterschied zwischen "Flüchtling" und "Geflüchteter" auf einer Sprach-Theoretischen Ebene, aber ändert das was daran wenn ich denjenigen trotzdem nur darauf reduziere dass er irgendwo Flüchten musste? Egal ob in der Vergangenheit oder mit -ling hinten dran? Da ist es egal wie da die Semantik ist. Sind beides beschissene Bezeichnungen, wenn man nicht akut in der entsprechenden Situation ist, meiner Meinung nach, und auch so leicht sprachlich zu umgehen.
 
Zurück
Oben