[Netzwelt] Spotify-Mitbegründer: Keine Verkaufsabsichten

Daniel Ek, Mitbegründer des schwedischen Musik-Streaming-Dienstes Spotify, sagte am Donnerstag, dass er nicht die Absicht habe, das Unternehmen zu verkaufen. Spotify verfügt als Streamingplattform weltweit über die meisten zahlenden Kunden.

Er wolle vielmehr zeigen, dass es möglich ist, ein derartiges Unternehmen hier in Europa zu schaffen, erklärte er gegenüber Journalisten auf dem Symposium "Brillant Minds", das Künstler und Musiker mit der Technikgemeinschaft zusammenbringen soll. Dies bedeute selbstverständlich, dass er die Firma nicht verkaufen werde, so Ek weiter.

Spotify wurde 2006 gegründet. 80 Prozent des Umsatzes des Unternehmens gehen an die Plattenfirmen und Künstler. Weitere Gelder fließen in das internationale Wachstum. Die Konkurrenz durch Streamingdienste wie Apple Music, Google Music und YouTube ist dabei groß. Im vergangenen Jahr machte Spotify einen operativen Verlust von € 184.500.000, eine weitere Steigerung gegenüber des Vorjahres, als dieser 165,1 Millionen Euro betrug.

Spotify, zu deren Investoren Northzone, DST Global und Accel zählen, offenbart keine Details über die Besitzer, aber die Mitbegründer besitzen längst keine Mehrheit mehr.


Bild: Spotify Hauptsitz in Stockholm, via Wikipedia
Quelle:
 
Ah gut. Schön, dass sie nicht verkaufen wollen. Aber jedes Jahr 180 Mio Verlust, ewig wird das doch nicht sein können?
 
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  • #5
Wenn man bedenkt, dass es innerhalb eines Jahres sogar mal eben 20 Millionen mehr waren, gehe ich eigentlich auch eher davon aus, dass das langfristig nicht so weiterlaufen kann.
 
Verstehe ich das richtig, daß er zwar nicht möchte, daß die Firma verkauft wird, aber er das gar nicht zu entscheiden hat?
 
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  • #7
Ich gehe mal davon aus, dass es nicht nur seine Entscheidung ist, dass Spotify nicht verkauft wird. Ansonsten würde er sich ja mit so einer Aussage sehr weit aus dem Fenster lehnen.
 
Ah gut. Schön, dass sie nicht verkaufen wollen. Aber jedes Jahr 180 Mio Verlust, ewig wird das doch nicht sein können?
200 Mio ist in der Tat richtig heftig. Das kann so lange gut gehen, wie Investoren bereit sind, weitere Mio. in Spotify zu stecken.
Youtube als Konkurrenz zu Spotify kann ich nicht nachvollziehen. Youtube selbst hat seine Blütezeit längst hinter sich und ist zu einer 50% Werbeplattform geworden. Mit brauchbarem Musikstreaming war da noch nie viel los. Dass Google Music als Konkurrenz in Frage kommt wage ich ebenfalls zu bezweifeln, ich mag mich da aber auch irren. Die einzige Konkurrenz zu Spotify ist meiner Meinung nach Apple Music und selbst die sind nur deshalb eine Konkurrenz, weil sie sich aggressiv - besonders durch den regelrechten Kauf von Künstlern - auf den Markt drängen. Ob Apple nur mit Rang und Namen trotz seines reinen Pay-Konzepts Spotify den Rang ablaufen kann, weiß ich nicht. Das wird sicherlich die Zukunft und besonders das Verhalten der Investoren zeigen. Eventuell werden sich Investoren wegen der Konkurrenz zurück ziehen, weil sie nicht noch mehr Geld versenken wollen. Andererseits könnte es natürlich sein, dass bei den Investitionen, die bereits geflossen sind, mehr Energie in Spotify gesteckt wird, das Unternehmen doch noch zu einem Gewinnbringer zu machen.
Sollte Spotify seine Türen schließen, diagnostiziere ich sprunghaft steigende Raubmordkopien und mindestens eine Reihe von Spotify-Clonen.

Verstehe ich das richtig, daß er zwar nicht möchte, daß die Firma verkauft wird, aber er das gar nicht zu entscheiden hat?
Nein. Er besitzt einen Anteil an dem Unternehmen und den Teil kann und will er behalten. Er kann nur nicht darüber entscheiden, was mit dem Rest des Unternehmens passiert. Als nicht Mehrheitseintümer kann er nur nicht über Entscheidungen des Unternehmens bestimmen.
 
Vielleicht fordert er damit die Bieter auch nur auf, bessere Angebote zu präsentieren...

Wenn ich damals an Whatsapp denke...
 
Nein. Er besitzt einen Anteil an dem Unternehmen und den Teil kann und will er behalten. Er kann nur nicht darüber entscheiden, was mit dem Rest des Unternehmens passiert. Als nicht Mehrheitseintümer kann er nur nicht über Entscheidungen des Unternehmens bestimmen.

Je nach Gesellschaftervertrag kann ein Minoritaetsgesellschafter sehr wohl insofern ueber Entscheidungen des Unternehmens mitbestimmen, als er Entscheidungen der Mehrheitsgesellschafter per Veto-Recht blockieren kann - sofern er sich diese Option im Gesellschaftervertrag explizit hat einraeumen lassen.
 
Wieso nein? Es geht doch bei einem Firmenverkauf nicht um seine Anteile, die er ja bereits schon zum Teil veräußert hat, sondern um die Übernahme durch einen solventen Konkurrenten/Interessenten.

Was ist denn für dich eine Übernahme? Eine Übernahme ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass der solvente Konkurrent/Interessent mindestens 51% der Unternehmensanteile übernimmt. Dann hat er in der Regel Entscheidungsgewalt über das übernommene Unternehmen. Um die Aussage zu konkretisieren: Der Investor braucht 51% der Aktien mit Stimmrecht. Aktien ohne Stimmrecht sind in dieser Betrachtung irrelevant.
Den Handel bereits ausgegebener Aktien kann man bei einer AG in der Regel nicht verhindern. Eine AG hat nur in wenigen Situationen das Recht Einfluss auf den Handel von in Umlauf gebrachten Aktien auszuüben. Das erfordert eine ganze spezielle Form der Aktien. Es ist jedoch kaum zu erwarten, dass Spotify gerade diese Art Aktien ausgegeben hat. Normal ist es üblich, dass Aktionäre, die in risikoreiche Unternehmen - wie eines, das tief in den Roten Zahlen steckt - investieren, auf Mitspracherechte beharren und entsprechend nur Aktien erwerben, die ihnen Mitspracherechte verschaffen.


@zinc-alloy: Ja toll, das sind eher konstruierte Randfälle, die in der Realität wohl kaum zutreffen dürften. Natürlich könnte es auch sein, dass er als einziger Stimmrecht-behaftete Aktien besitzt und alle anderen Aktien ohne Stimmrecht sind. Auch das wäre eine Möglichkeit, wie man einen effektiven Verkauf verhindern kann. So konstruiert, wie es klingt, ist es jedoch auch.
 


Richtig. Warum konkretiesierst Du laufend Dinge, die bereits gesagt wurden und stellt dies dann als abweichende Meinung dar?

A: Das Auto ist gelb.
B: Nein. [kleine Auslassung über Farben]...[/kleine Auslassung über Farben]. Das Auto ist Zitronengelb.
 
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