Selbständig, dann psychisch Krank für 1,5 Jahre und nun keine Buchhaltung

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LeFreak

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16 Jan. 2014
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Hallo zusammen,

ich hoffe, Ihr könnt mir bei einem Problem behilflich sein. Leider läuft es im Leben nicht immer so wie man es sich erhofft, jedenfalls war das bei mir so.

Ich war insgesamt 2,5 Jahre selbständig und wurde dann krank, Depressionen, Burn-out, etc. Das alles von mehreren Ärzten und Gutachtern mehrfach in regelmäßigen kurzen Abständen bestätigt.

Während dieser Zeit habe ich Krankentagegeld erhalten für einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren. Natürlich ging die Firma komplett den Bach runter und die Mahnungen und Rechnungen blieben alle liegen, da es mich unheimlich gestresst hat.

In einem Augenblick schierer Dummheit habe ich alles an Buchhaltung in den Müll gepfeffert, da es mir einfach über den Kopf gewachsen ist. Natürlich ist man damit nicht aus dem Finanzamt ausgetreten, das ist mir schon klar.

Daher kam dann eine Schätzung und mittlerweile wollen die natürlich die Einkommensteuererklärungen haben. Leider nimmt man dort keine Rücksicht auf meine Krankheit. Es wird einfach ignoriert und die Schätzungen, die auf die Zeit meiner Krankheit basieren, werden nicht zurückgenommen, obwohl ich in der Zeit ja kein steuerpflichtiges Einkommen hatte, da Krankentagegeld steuerfrei ist und ich mit meiner Firma keinerlei Umsätze getätigt habe.

Was soll ich jetzt, wo ich keine Unterlagen mehr habe, überhaupt machen, bzw. wie soll ich eine Einkommenssteuererklärung machen? Ich bin mittlerweile wieder als Angestellter tätig und will natürlich auch auf keinen Fall, dass mein momentaner Arbeitgeber, wo ich überaus glücklich bin, davon Wind bekommt.
 
Kannst Du Dich nicht an ein Steuerberatungsbüro wenden?

In so einem krassen Fall würde ich dann doch schon an einen Fachmann für Steuern anheuern.
 
Bei der Bank alle Kontoauszüge des fraglichen Zeitraums besorgen, außerdem natürlich alle Reste zusammensuchen, die du noch finden kannst, beispielsweise Rechnungen auf deiner Festplatte und deinem E-Mail-Postfach. Deine Kunden heben deine Rechnungen natürlich lange auf, die könntest du bitten, dir eine Kopie zu senden; dasselbe gilt bei größeren Investitionen z.B. wenn du einen Geschäftswagen oder PC gekauft hast und die für die Steuer notwendigen Unterlagen nicht mehr hast. Dann solltest du zumindest die größten Posten zusammenbekommen. Für alles andere, an das du dich gut erinnerst (ggf. auch Anhaltspunkte dafür hast wie E-Mails), kannst du dir einen Eigenbeleg ausstellen. Ich hoffe jedenfalls, dass das auch noch so lange im Nachhinein möglich ist. Vorsteuer kannst du dabei aber nicht mehr abziehen. Ach ja, und falls du dem Finanzamt mit deinen früheren Steuererklärungen vernünftige Unterlagen geschickt hast, werden diese Unterlagen dich über Abschreibungspools usw aufklären, damit du die wenigstens weiter abschreiben kannst. Letztendlich geht es ja nur darum, erstens nachzuweisen, dass du kaum (oder keine) Einnahmen hattest und mindestens so große Ausgaben oder Abschreibungen, damit du bei einem möglichst geringen Gewinn bleibst.

Ich denke, alles ist nicht verloren, es wird nur sehr viel Aufwand werden. Und der dringend benötigte Steuerberater wird auch nicht billig werden. Viel Glück!
 
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  • #4
Vielen Dank für Eure Antworten. Ich muss gestehen, dass einiges an Informationen fehlt, daher sind Eure Antworten diesbezüglich ausgefallen.

In der Branche, in der ich tätig war, gibt es keine Rechnungen, die ich Kunden ausstelle. Ich habe nur Quittungen, die ich ausgestellt habe, wenn überhaupt. Ebenso habe ich ein Kassenbuch geführt und im Grunde mit dem Konto so gut wie nichts gemacht. Da das Kassenbuch natürlich auch nicht mehr da ist, kann ich also so gut wie gar nichts reproduzieren.

Auch erwähnt werden sollte, dass ich die Schätzungen des Finanzamtes alle bezahlt habe, es also nur noch Gelder offen sind, die das Finanzamt während meiner Krankheit fälschlicherweise geschätzt hat. Alle anderen Dinge sind bezahlt.

Muss ich also überhaupt noch eine Einkommenssteuererklärung machen oder ist mit Zahlung und Akzeptanz der Schätzung das Thema durch? Ich würde garantiert durch eine Steuererklärung Geld zurück erhalten, doch wäre es mir deutlich lieber, könnte ich das Thema abhaken und müsste mich nie wieder darum kümmern.

Für die Zeit meiner Krankheit könnte ich ja theoretisch vielleicht einfach eine Steuererklärung mit null Ausgaben und null Einnahmen abgeben, was die Schätzung des Finanzamtes ja korrigieren sollte.

Ein Auto wurde zwar beispielsweise auch gekauft und während der Selbständigkeit abgeschrieben, jedoch wurde es natürlich während meiner Krankheit mangels Zahlungen gepfändet. Die noch ausstehenden Raten sind jedoch mittlerweile auch bezahlt, ebenso wie alle durch die Krankheit entstandenen Gläubiger. Es sind also insgesamt keine Schulden mehr da, wodurch es für mich der Knaller wäre, könnte ich das Thema Finanzamt auch endgültig abhaken.

Vielleicht stelle ich mir alles ein wenig zu leicht vor, nur lässt die Tatsache, dass alle Ersparnisse für das Tilgen der Schulden benutzt wurden, sowie mein momentan sehr knappes Einkommen es nicht zu, dass ich mir irgendwo Hilfe suche, die weiteres Geld kostet.

Ich danke Euch vielmals, dass Ihr Euch die Zeit nehmt und meinen Text lest und vielleicht sogar einen Rat habt.
 
Du solltest dir so schnell wie möglich einen fähigen Steuerberater besorgen!
Auch wenn du jetzt einmal ein paar hundert Euro für den loswirst, der kennt die Fristen und Möglichkeiten.

In Dortmund ist es z.b so, dass du deine Steuernummer so zugeteilt bekommst, dass du nur die letzten Zahlen deiner Nummer als Kurzwahl ersetzen musst und sofort mit deinem zuständigen Sachbearbeiter sprechen kannst! ( Als Selbständiger zumindest ).
Als erste Maßnahme würde ich da einfach mal mit einem Zuständigen von deinem Finanzamt sprechen, die Sache in Ruhe erklären und abwarten, was der vorschlägt.

Wenn das Amt eine Schätzung vorlegt, hast du meiner Meinung nach zwischen 3-6 Wochen ( genau weiß ich es nicht?! ) Zeit, diese Schätzung bzw. den Bescheid an zu fechten. Wird die Anfechtung abgelehnt, hast du noch weniger Zeit dagegen vor zu gehen!
Deswegen, so schnell wie möglich Hilfe holen, denn sonst ist die Kohle weg.
 
Insolvenzerklärung beim Konkursrichter des jeweilligen Bezirksgericht einreichen. Mit der Buch.- und Aufbewahrungspflicht kommt ein grosses Problem auf dich zu.
 
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  • #7
Wenn das Amt eine Schätzung vorlegt, hast du meiner Meinung nach zwischen 3-6 Wochen ( genau weiß ich es nicht?! ) Zeit, diese Schätzung bzw. den Bescheid an zu fechten.

Ja, ich hatte eine Frist von einem Monat, das ist jedoch schon über ein Jahr her, seitdem war der Vollzugsbeamte des Finanzamtes schon zweimal da wegen Pfändung. Mittlerweile ist aber halt alles an Schätzungen bezahlt, daher frage ich mich, ob ich überhaupt noch eine Steuererklärung abgeben muss. Leider findet man dazu bei Google keine eindeutige Antwort.

Insolvenzerklärung beim Konkursrichter des jeweilligen Bezirksgericht einreichen. Mit der Buch.- und Aufbewahrungspflicht kommt ein grosses Problem auf dich zu.

Insolvenz ohne Schulden anmelden? Warum und welches große Problem kommt denn konkret auf mich zu? Das ist ja mitunter der Grund für das Erstellen dieses Threads, daher verstehe ich überhaupt nicht, was Du mir mit Deiner Antwort sagen willst.
 
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Nahezu alle Antworten hier lauten: Geh zum Steuerberater!
Der kennt sich mit den Fristen, Vorschriften, den fast monatlich geänderten Gesetzen, etc aus.
Also mit Dingen, durch die eh kein Normalsterblicher durchblickt.

@LeFreak, wenn ich von Dir so Sachen lese wie:
Schätzungen, Kassenbuch weggeworfen, Steuerbeamter/Pfändung, keine Rechnungen, irgendwelche Quittungen...:m
Mach doch endlich einen Strich drunter, zieh das mit einem Steuerberater durch und dann hast Du's bald hinter Dir.
Du kannst ja erst mal einen umfangreichen Beratungstermin vereinbaren und Dir dann überlegen, ob Du ein Mandat erteilst.

Wenn Du weiter trödelst, dann steht der nächste Burn-Out vor der Tür und den neuen Job gefährdest Du auch noch.
 
Wie ist die Sache denn ausgegangen?

@LeFreak, wenn ich von Dir so Sachen lese wie:
Schätzungen, Kassenbuch weggeworfen, Steuerbeamter/Pfändung, keine Rechnungen, irgendwelche Quittungen...:m

Warum fässt man sich da bitte an den Kopf? Dies sind ganz normale Dinge bei einer schweren Depression. Sich da aufzuraffen, ist alles andere als einfach. Natürlich besteht da die Angst den ganzen Fall aufzurollen, denn genau dadurch kann ein Rückfall eintreten.


Wenn Du weiter trödelst, dann steht der nächste Burn-Out vor der Tür und den neuen Job gefährdest Du auch noch.

Man bekommt also einen Burn-Out durch Trödeln?
 
Wenn die Depression so richtig schlimm ist, dann kannst du gar nichts mehr machen. Ausser vielleicht Rumsitzen und Grübeln. Manche gehen alleine nicht mal aufs Klo. Und wenn du Pech hast, versteht dich niemand in deiner Umgebung! Finanzamt? Akten? Briefe? Alles viel zu schwierig. Es geht einfach nicht.
 
Wie ist die Sache denn ausgegangen?

Da der TS seit Januar nicht mehr im ngb online war
wir Leichenschändung nicht unterstützen, siehe Boardregeln
wir im Kariere Forum eigentlich nur Fragen zu Schule, Studium, Beruf beantworten

/closed

Sollte der TS sich doch noch einmal zu Sachlage äußern wollen, kann er Seedy oder mir eine PN schreiben. Wir werden den Thread dann selbstverständlich wieder eröffnen.
 
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