[Politik und Gesellschaft] Schweiz: Zuwanderung wird neu geregelt

In der Schweiz wurde am heutigen Sonntag eine Volksabstimmung, eingebracht durch die national-konservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), knapp mit 50,3 Prozent entsprochen. Bei der Abstimmung ging es um eine Änderung der Zuwanderungsregeln. Die Bürger stimmten damit gegen eine zunehmende Einwanderung. In Zukunft soll diese wieder über Kontingente gesteuert werden. Die Regierung muss binnen drei Jahren die bilateralen Verträge mit der EU kündigen und über die Personenfreizügigkeit neu verhandeln. Das Ergebnis des Referendums hat aber auch Folgen für ganz Europa. Die Abschottung verletzt Verträge zwischen den Ländern. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stellt sogar den privilegierten Zugang der Schweiz zum EU-Binnenmarkt in Frage.

Quelle:
 
Schon krass, dass sowas "heute noch" möglich ist.

Ichh hätte offen und ehrlich damit gerechnet das es 80/20 dagegen ausgeht.

Aber ich finde, dass das auch seine positiven Seiten hat.

Das ist wie eine kleine Sozialstudie, welche Auswirkungen die Begrenzung der Einwanderung auf die Wirtschaft hat.

Wenn hier ein entsprechend konsequentes Gesetz mit kleinen Kontigenten folgt, dann werden wir vielleicht bald ein Fallbeispiel haben, wie eine Wirtschaft deswegen auf die Schnauze fällt, fände ich für die Schweizer als Individuen schade - aber für die Nation verdient :D
 
80/20 wäre schön gewesen, aber aufgrund der ländlichen SVP-Dominanz leider fast unmöglich. Haben wir ja bei der Anti-Minarett-Initiative und der Ausschaffungsinitiative auch gesehen.

Bin aber so angepisst, dass ich schon fast hoffe, dass es wirklich so eintritt, dann sehen wir mal, wie sich hirnloses Abstimmen auf ein Land auswirken kann...
 
Naja ist ja nicht so, dass wir deutschen unsere Fachkräfte nicht eigentlich auch selber bräuchten... Somit für Deutschland eigentlich ne gute Entscheidung. Selber Schuld wer freiwillig auf gut ausgebildete Arbeitskräfte verzichtet. Die Schweizer, die dagegen gestimmt haben tun mir Leid, genauso wie diejenigen die jetzt ihre Arbeitsstelle wechseln müssen. Der Rest hats nicht besser verdient.
 
Illegale Einwanderer und EU-Zuzügler ist zwar ein Unterschied, da hast Du recht, jedoch findet man auch ohne Probleme andere Beispiele für eine schlechte Einwanderungspolitik bzw. für schlechte Ansichten von Politikern über Einwanderung und das nicht nur in der "rechten Ecke". Italien war da nur ein Beispiel.
 


Ja, Einwanderungsfeindlichkeit ist gang und gäbe. Xenophobie kommt überall vor - es ist nur wichtig nicht seine Gesetzgebung davon beeinflussen zu lassen. Und in Italien gibt es durchaus Möglichkeiten legal einzuwandern. Wie in der gesamten EU. Wir - als EU - haben mit die entspanntesten Asyl- und Einwanderungsgesetze, wenn man uns mit Ländern wie Kanada oder USA vergleicht.
 
Jupp, da stimme ich Dir zu! Wir haben eine der enstpanntesten Asyl- und Einwanderungsgesetze und es ist so wie Du sagst, solange die Gesetzgebung nicht von Xenophobie beeinflusst wird, ist alles knorke im Vergleich mit dem Rest der Welt(auch wenn es hier noch besser sein könnte). Da kann man nur hoffen, dass das auch so bleibt und sich die Leute, auf die wir uns beide bezogen nicht durchsetzen werden.
 
Ziemliches Dilemma für die Schweizer. Aber die Wurst ist ja noch nicht vom Teller. So wie ich es verstanden habe, gibt es ja keine festgeschriebenen Grenzen der Kontingente für die Zuwanderer. Das heißt, wenn die Kantone die Höhe dieser entsprechend den aktuellen und kommenden Zuwanderungszahlen angleicht, bleibt alles beim Alten nur in einem anderen Gewand. Natürlich müssen allen Kantone an einem Strang ziehen und es der EU auch gut Verkauft werden, damit die bestehenden Verträge nicht gekündigt werden.


p n
 


Dieses Phänomen finde ich übrigens furchtbar absurd. Hat bestimmt irgendwelche geschichtlichen Gründe, so wie der Franzosenhass in Europa. Und der Welt.
:D
 


Einerseits wünsche ich mir, dass du Recht hast, weil die "Dummheit" nicht siegen sollte.
Andererseits denke ich mir: Es ist eine demokratisch korrekt bestimmte Entscheidung.
Die Mehrheit Schweizer wollen es so, also sollten sie es auch so bekommen und die Konsequenzen tragen.
Ich hoffe ja, dass es ein geschichtlich prägendes Beispiel für zukünftige Generationen wird.

Die Menschheit kann als dummes, langsam lernendes Kollektiv gesehen werden:
Es muss einfach oft genug und immer mal wieder ins Feuer fassen um zu lernen (und die Erinnerung daran aufzufrischen), dass man sich verbrennt.

Wird anscheinend Zeit mal wieder den Herd anzumachen.

@TheHSA

Das mit den Franzosen kann ich ja noch nachvollziehen :D
 
Das ist klar und sage ich auch nicht.....


Mir gings da nur drum zu sagen überleg mal selber wenn das bei euch so extrem wäre hätte die mehrheit bei euch nicht auch sowas in der Art gemacht?
 
Zu kritisieren ist auch nicht die Schweiz als Kollektiv sondern diejenigen die eine solche Regelung vorranbringen und diejenigen die sich nicht genug über mögliche Konsequenzen informieren und dennoch abstimmen.
 
Meinst Du wirklich, daß die Menschen den Überblick haben, die Konsequenzen so einer Abstimmung zu sehen?

Da geht es doch mehr um Gefühle als um Rationalität.
 
Mich würde von den hier anwesenden Schweizern interessieren, ob sie über die Folgen informiert waren. So wie ich das ganze verfolgt habe, wurde dies durchaus in den Medien angesprochen.


p n
 
Ob da alle hinschauen? Ob das alle nachlesen?

Da geht es doch eher um Rock und Hemd, das bekanntlich näher ist.

"Wenn zu viele Ausländer kommen verliere ich den Job."

Das ist ja im Prinzip auch richtig; aber es weist vor allen Dingen auf das Problem unserer Zeit hin und das sind die zunehmenden Völkerwanderungen.

Die kann man nicht durch "Grenze zu" bewältigen. Langfristig müssen die reichen Länder dafür sorgen, daß die armen Menschen in ihren eigenen Ländern nicht verhungern und zu Hause bleiben können.

Die wollen doch ihre Heimat gar nicht verlassen.
 
Ob da alle hinschauen? Ob das alle nachlesen?

Mein bester Freund ist vor 10 Jahren in die Schweiz "Arbeitsimigiert", mittlerweile dort verheiratet. In seinem Familien und Freundeskreis ist das politische Interesse sehr groß und alle sind bei den jeweiligen Abstimmungen gut informiert. Da wird untereinander auch immer rege diskutiert. Da das aber ja nicht unbedingt repräsentativ ist, wollte ich von halt mal die Boardschweizer fragen, wie es sich bei ihnen verhält.


p n
 
@War-10-ck:

Wirds jetzt persönlich? :p

Vielleicht interessiert es viele nicht? Schließlich besteht die Hauptarbeit unserer Führungselite darin dem Volk zu erklären, daß alles in Ordnung ist.
 
Nunja ich persönlich kann zwar noch nicht abstimmen, informiere mich persönlich aber sehr fest welche initiativen momentan am laufen sind und um was es genau geht....

--- [2014-02-10 12:54 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Wo wohnst du eigentlich? In DE?
 
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