Russland startet ab August 2018 eigenes DNS mit den BRICS-Staaten



Die Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollen ab August 2018 eine eigene Internet-Infrastruktur aufbauen, meldet die Nachrichtenagentur . Hierzu wird ein alternatives aufgebaut, das euphemistisch als “Backup-System” bezeichnet wird und unabhängig vom bisherigen weltweiten DNS arbeitet, welches die verwaltet. Die ICANN weltweit die Vergabe von Domain-Namen und Adressen im Internet. Bei den Domain-Namen handelt es sich um die www-Namen der Webseiten, während die Adressen deren IP-Nummern sind, unter denen sie im Internet angemeldet sind.
Webseiten können nur über ihre IP-Nummern aufgerufen werden. Daher ist das DNS nötig, um Browsern und anderen Programme die IP-Nummern von Webseiten mitzuteilen. Vergleichbar ist das DNS mit einem Telefonbuch, in dem zu jedem Namen die Rufnummer steht, über die der Teilnehmer erreichbar ist.


Tippt man in den Browser den Namen einer Webseite ein (auch oder genannt), dann fragt der Browser zuerst beim DNS nach der IP-Adresse des Domain-Names der Webseite an, z.B: tarnkappe.info. Anschließend wird die zurückgelieferte IP-Nummer vom Browser aufgerufen. Dadurch landet man beim Server, auf dem die Webseite gespeichert ist. Dem Server wird bei diesem Schritt der vollständige Weblink übergeben, wodurch dieser den Inhalt der Webseite an den Browser sendet, der ihn dann angezeigt.
[h=3]Wer die Macht über das DNS hat, kontrolliert das Internet[/h] Den BRICS-Staaten geht es bei ihrem Vorstoß allein um die Kontrolle des Internets, wobei Kontrolle bedeutet, dass Benutzer bestimmte Seiten nicht finden sollen. Entfernt man die Einträge unliebsamer Webseiten aus dem DNS, kann der Browser sie nicht mehr anzeigen. Besonders ist Vorreiter bei dieser Art der Zensur, da es zahlreiche dunkle Flecken in der chinesischen Geschichte und Politik gibt, die man der eigenen Bevölkerung unbedingt vorenthalten möchte.
Andere Staaten wie etwa Russland unterdrücken massiv politisch unbequeme Meinungen. Auch hierbei ist die Kontrolle des DNS hilfreich. Es kann sogar genutzt werden, um gefälschte Webseiten anzuzeigen, indem man die Browser auf präparierte Server leitet, statt die echte IP-Nummer auszuliefern.


Auch manche deutsche Politiker haben sich in der Vergangenheit in einer Zensur des Internets versucht, wie etwa Frau von der Leyen mit ihrem . Das ist allerdings am allgemeinen Widerstand der Bevölkerung und durch ein Urteil des Verfassungsgerichts gescheitert. Auch viele Verfechter eines restriktiven Urheberrechts rufen gerne nach “Websperren”, was nur ein weiterer Name für Zensur am DNS ist. Ganz abgesehen von rechten, linken und korrupten Politikern, die gerne am DNS schrauben würden, wie jetzt die chinesische Diktatur, der Demokrat Putin und seine willfährigen Mitstreiter.
Echte Demokratien müssen unliebsame Webseiten aushalten und rechtlich problematische Webseiten auf andere Weise angehen. Zensur ist kein legitimes Mittel der Rechtspflege und in der EU funktioniert das auch ganz gut ohne. Ein zensiertes DNS lässt sich auch leicht umgehen, indem alternative DNS-Server verwendet werden oder man gibt direkt die IP-Adresse der Webseite direkt ein oder benutzt ein lokales DNS auf dem eigenen Computer in der .
Wer DNS wirkungsvoll kontrollieren will, ist in einem weiteren Schritt gezwungen alle Außenverbindungen abzuschneiden, da sonst immer ein Weg zu “verbotenen” Inhalten gefunden werden kann. Letztlich endet man bei einer Mauer um die eigene Bevölkerung, die sich nicht anders in Schach halten lässt.
Wohin das führt, kennen wir schon…





Autor: Kati Mueller
 
Das ist ein Kommentar. Oder besser gesagt: Eine stark emotional aufgeladene News. Neutralität ist journalistische Grundhaltung, die hätte ich eigentlich gern gesehen, aber statt die Technik zu beleuchten, was hier durchaus Sinn machen würde (weil die ICANN ja trotzdem die Adressen verwalten muss), lese ich nur "Hilfe, Putin will das Internet kaputt machen!" Dafür hätte ich gern Beweise gehabt, aber keine offiziellen Zitate, keine Begründungen, kein nix. Nur "euphemistisch", "es geht um Kontrolle", "Zensur"...
 
Die Qualität einiger Beiträge in den vergangen Monaten, nein ich glaube schon seit längerem, sind drastisch gesunken. Hat sich bei der Redaktion etwas geändert. Ist Lars überhaupt noch aktiv?
 
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