[Politik und Gesellschaft] Russischer Botschafter in Ankara erschossen

Wie das russische Außenministerium bestätigte, wurde der russische Botschafter Andrej Karlow in Ankara erschossen. Der 62-Jährige wurde demnach während einer Ausstellungseröffnung in einer Galerie angeschossen und erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Der Angreifer schoss von hinten auf Karlow, nachdem dieser seine Rede zur Ausstellungseröffnung beendet hatte. Zwei weitere Besucher wurden verletzt. Wie der türkische Innenminister Süleyman Soylu erklärte, handelte es sich beim Angreifer um einen 22-jährigen Polizisten. Wie auf verschiedenen Videos zu sehen ist, hat der Angreifer immer wieder "Allahu Akbar" und "Vergesst nicht Aleppo, vergesst nicht Syrien" gerufen.

Der Anschlag fand einen Tag vor einem geplanten Treffen der Außenminister Russlands, der Türkei und des Irans statt, bei dem in Moskau über den Syrienkonflikt diskutiert werden sollte.


Quelle:
 
Ich weiß nicht ganz, ob es hier her gehört, aber ich hab mir vorhin schon im Verlauf der Meldungen die Frage gestellt, wie die Formulierung nun korrekt wäre. Direkt erschossen wurde er ja nicht, sondern nur angeschossen und ist dann seinen Verletzungen erlegen. Sicher, die Absicht war höchstwahrscheinlich schon der sofortige Tod, aber irgendwie beschäftigt mich die Frage dennoch, auch wenn es nun sicherlich andere Probleme geben wird als dieses.

Ich denke, letztlich wird daraus vermutlich kein sonderliches Problem heraufbeschworen, so wie manche Menschen andernorts schon kommentierten. Ich mein, da kann ja "die Türkei" nichts dafür. Außerdem war es "nur" ein Botschafter.
 
Ich denke, letztlich wird daraus vermutlich kein sonderliches Problem heraufbeschworen, [...] Außerdem war es "nur" ein Botschafter.

Er ist nicht "nur" ein Botschafter - er ist die Symbolische Vertretung Russlands.
Natürlich ist in der Modernen Zeit ein Botschafter eher für Kleinkram zuständig und hat nur beschenkte Kompetenz.
Es ist dennoch ein sehr Symbolischer posten. Nicht umsonst ist das Einbestellen und Ausweisen eben jener noch einen publikumswirksamer Staatsakt.


Probleme die daraus entstehen können:
Russland hat nun eine Begründung seine Angriffe auf Separatisten/Rebellen zu erhöhen.
Türkei steht nun in größerer Bringschuld.

So ganz ohne ist das IMO nicht.
 
Das mit der symbolischen Vertretung ist natürlich richtig. So ein Mensch, der zeigen soll "hallo, wir kommen auch mal gern zu euch und reden mit euch" oder so. Nur irgendwie ist es auch wieder etwas albern, also, ganz allgemein. Dafür muss man nicht einen Mensch irgendwo hinschicken. So ein wenig symbolisch, wie Du sagtest, ist das schon, aber zumindest für mich auch nicht wirklich so ein wahnsinnig wichtiges und imposantes Zeichen. Da hätte man auch was anderes tun können, ohne es nun aber total schlechtreden zu wollen.

Die beiden Probleme, die Du nennst, seh ich da nun halt nicht wirklich. Nur weil ein Spinner einen Botschafter ermordet, kann das nicht zu Lasten von Türkei oder Pro-Russland gehen. Das wäre für mich dann keinerlei Legitimierung. Da kann eben nicht die Türkei was dafür und ebensowenig kann Russland nun sowas als Grund für was völlig anderes hernehmen.
 
Pikantes Detail....

Aufnahmen zeigen, wie der Attentäter, ein 22-jähriger türkischer Polizist im Zivilanzug, immer wieder „Allahu Akbar“ - Gott ist groß - ruft, während Karlow leblos auf dem Boden liegt.

 
@Lokalrunde
Sorry, da bin ich wohl für kurze Zeit ein funktionaler Analphabet gewesen. ;)
 
Wie definiert man sowas? :p
Keine Ahnung, ich kann zwar lesen, verstehs aber nicht. ;)

--- [2016-12-20 22:02 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---



Da schau her, die Nachthaber haben schon den Übeltäter ausgemacht.

Türkei macht Gülen-Anhänger verantwortlich

Der türkische Außenminister hat Anhänger des muslimischen Predigers Gülen bezichtigt, hinter dem Attentat auf den russischen Botschafter zu stecken. Das erklärte er auch dem US-Außenminister John Kerry.
Belege gibt es dafür bislang nicht. Der Prediger wies die Vorwürfe zurück.

Die scheinen echt für alles schlechte verantwortlich zu sein. Zumindest, wenn man Erdogan und seinem Gefolge glauben schenkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, damit das zum Thema passt, müsste man Vorsatz mutmaßen und das auch noch in irgendeiner Form von türkischer Seite.
 
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