[Politik und Gesellschaft] Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert [UPDATE]

737949_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de.jpg Es hätte ja so schön werden können ... Da setzen sich unsere Politiker dafür ein, dass sowohl im DSL, FTTH und Kabelnetz eine freie Routerwahl erzwungen wird und nun gretscht der Bundesrat hinein.

Für den Hintergrund der auch bereits hier im ngb berichtet wurde (hier und hier): Es wurde gefordert, dass man ein Gesetz beschließt, dass dafür sorgt das Endverbraucher selbst bestimmen können welche Router eingesetzt werden. Dabei fand die Änderung in Gesetzen statt, die auch die Kabelbetreiber betrifft. Den Kabelbetreibern schmeckt dies gar nicht. Die Begründungen der Kabelbetreiber nimmt nun der Bundesrat ernst und möchte nun eine erneute Prüfung des Netzabschlusspunkt initieren. U. a. steht in der Stellugnsnahme des Bundesrates:

„Das Kabelmodem übernimmt als (aktives) Netzabschlussgerät eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Diensten über das Kabelnetz, indem es den einzelnen Anschluss adressierbar macht“

Jedoch scheint das Vorhaben des Bundesrates ziemlich erfolglos zu werden da z. B. ach von der EU bereits abgesegnet wurde.

Quelle:

UPDATE

Bundeskabinett gibt nicht nach: Das Bundeskabinett geht dem Wunsch NICHT nach und das Gesetz wie geplant nun auf Papier bringen!

Quelle:
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ganz ehrlich: Solange der Router meine Anforderungen und die Leistung des Anschluss erfüllt (und das hat er bis jetzt immer) soll es mir herzlichst egal sein.
Wenn der Zwang kommt sollten die Anbieter aber verpflichtet sein eine Alternative anzubieten in Form eines Routers der offen ist oder mehr Möglichkeiten bietet wie als Beispiel eine Fritzbox mit 10G Anschluss oder Dual WLAN.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Eigentlich ist die Aussage falsch. Korrekt ist, dass das Modem einen erheblichen Teil dazu beiträgt, dass der Serviceprovider seinen Dienst verrichten kann. Demnach dürfte man eigentlich nur von einem Modemzwang sprechen, nicht jedoch von einem Routerzwang. Und selbst das ist ein vorgeschobenes Argument, denn das ist nur eine Definitionssache. Letztlich kann man genauso sagen, dass der Provider lediglich dafür Rechnung tragen muss, dass von einem Hausanschluss, quasi am Ende der Leitung, ein Signal aufgebaut werden kann. Zu dieser Leistung trägt das Modem nun wiederum keine Leistung bei.

Wenn nun argumentiert wird, dass der Router Teil der Infrastruktur des ISP ist, heißt das aber nun doch, dass der Provider auch für den Router vollständig haften muss. Unsichere Firmware, offenes wlan, Hardwaredefekt mit eingeschlossen.. :unknown:
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #4
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Es geht doch genau anders herum? Viele Anbieter bieten nur den EIGENEN Router / Modem an und das Gesetz soll dafür Sorgen, dass die ISP verpflichtet sind, Zugangsdaten an den Nutzer heraus zu geben, um eigene Router betreiben zu können.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ein paar Gedanken zu dem Thema:
Praktisch ist es doch so, dass manche ISPs den Routerzwang ausnutzen um für seit Jahren selbstverständliches (zB Wlan) monatliche Gebüren zu verlangen.
Für Otto-Normal-User ist es meist ansonsten egal, als Poweruser hat man Ärger wenn zB kein Port Forwarding unterstützt wird.

Ich finde generell, wenn Sicherheitslücken nur durch Zwang des Herstellers verursacht werden, sollte dieser für alle Folgen haften müssen.
Beispiel: Zwangsrouter hat Sicherheitslücken.
Samsung bietet für ein 2 Jahre altes Handy nur ein völlig veraltetes Android an, andere ROMs werden als Lizenzverletzung betrachtet und mit Garantieverlust geandet -> Samsung haftet für folgen der Sicherheitslücken im erzwungenen, veralteten OS.

Noch so eine Idee: ~2006 hat die GEZtapo argumentiert, das Internet sei ein TV-Medium und deshalb ein PC mit Internet-Zugang GEZ-pflichtig. Diese Argumentation hielt auch einigen Gerichtsverfahren stand so viel ich weiß.
Dreht man nun den Spieß um, würde das Verbot des Routerzwangs den TV-Sendern verbieten, Endgeräte vorzuschreiben.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ein paar Gedanken zu dem Thema:
Praktisch ist es doch so, dass manche ISPs den Routerzwang ausnutzen um für seit Jahren selbstverständliches (zB Wlan) monatliche Gebüren zu verlangen.
Für Otto-Normal-User ist es meist ansonsten egal, als Poweruser hat man Ärger wenn zB kein Port Forwarding unterstützt wird.
Wlan "nachrüsten" sollte nun wirklich kein Problem sein. Solange der Zwangsrouter mindestens einen Lan-Port hat, kannst du alles dahinter klemmen, insbesondere auch einen Router, der wlan stellt.

Samsung bietet für ein 2 Jahre altes Handy nur ein völlig veraltetes Android an, andere ROMs werden als Lizenzverletzung betrachtet und mit Garantieverlust geandet -> Samsung haftet für folgen der Sicherheitslücken im erzwungenen, veralteten OS.
OT, aber nach 2 Jahren ist die Gewährleistung doch sowieso vorbei und Garantie ist ein freiwilliges Bonbon, das zu beliebigen Konditionen ausgehandelt werden kann.

Noch so eine Idee: ~2006 hat die GEZtapo argumentiert, das Internet sei ein TV-Medium und deshalb ein PC mit Internet-Zugang GEZ-pflichtig. Diese Argumentation hielt auch einigen Gerichtsverfahren stand so viel ich weiß.
Dreht man nun den Spieß um, würde das Verbot des Routerzwangs den TV-Sendern verbieten, Endgeräte vorzuschreiben.
Wo werden dir von der GEZ/ den ÖR Endgeräte vorgeschrieben? Dir ist schon klar, dass die GEZ nur Geldeintreiber für die ÖR ist und das hat 0 mit den privaten Anbietern wie bspw. Sky zu tun.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Wlan "nachrüsten" sollte nun wirklich kein Problem sein. Solange der Zwangsrouter mindestens einen Lan-Port hat, kannst du alles dahinter klemmen, insbesondere auch einen Router, der wlan stellt.
Es geht nicht darum was man als technisch versierter User kann sondern was Otto-Normalverbraucher kann - und würde der das können und machen, würden die Kabelbetreiber nicht so gut verdienen damit.

Wo werden dir von der GEZ/ den ÖR Endgeräte vorgeschrieben? Dir ist schon klar, dass die GEZ nur Geldeintreiber für die ÖR ist und das hat 0 mit den privaten Anbietern wie bspw. Sky zu tun.
Die GEZ hat damals vor Gericht durchgebracht dass ein PC mit Internetzugang ein Rundfunkempfänger ist - der Umkehrschluss sollte somit auch gelten, zumindest wäre es einen Versuch wert.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Wenn nun argumentiert wird, dass der Router Teil der Infrastruktur des ISP ist, heißt das aber nun doch, dass der Provider auch für den Router vollständig haften muss.
Wenn man so agumentiert, dann müsste man noch etwas weiter gehen. Ist das Modem ein Teil der Infrastruktur des ISP, so sollte es auch vom ISP mit Strom versorgt, gewartet und installiert werden. Das wird aber in vielen Fällen gar nicht möglich sein (zumindest ersteres, technisch bedingt).

Wenn der Zwang kommt sollten die Anbieter aber verpflichtet sein eine Alternative anzubieten in Form eines Routers der offen ist oder mehr Möglichkeiten bietet wie als Beispiel eine Fritzbox mit 10G Anschluss oder Dual WLAN.
So ziemlich das Gegenteil soll mit dem neuen Gesetz erreicht werden, dass eben kein Anbieter mehr einen Zwangsrouter vorschreiben kann.
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ich habe gerade mit UPC Austria genau wegen dem "Problem" zu tun. Für einen schnelleren Tarif benötigen wir ein neues Modem. UPC bietet dafür (laut Auskunft der Serviceline) nur das UBEE EVW 3226 an, das einen integrierten Switch/Wifi Accesspoint hat.

Der Admin hier in unserem Büro-Netzwerk meint aber, dass wir jedenfalls ein Modem ohne jeglichen Wifi-Schnick-Schnack verwenden sollten und lobbiiert deshalb gegen eine Modem-Router-Kombination.

Über die UPC Serviceline war es nicht möglich herauszufinden, ob wir irgendwie ein eigenes Modem verwenden könnten. Ggf. könnte man zu einem speziellen Provider für Business-Kunden wechseln, hier finde ich aber keine Alternativen wo Preis/Leistung/Geschwindigkeit passen würden.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #10
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Aber sonst geht es dem Netzwerkadmin gut, oder?

WiFi wird nur gegen Gebühr aktiviert und wenn es aktiviert sein sollte, deaktiviert man es einfach? Am LAN-Port 1 wird dann der Router gesteckt den man mag und gut ist, handele ich auch nicht anders. Ist bei Kabel einfach nicht anders Möglich momentan :unknown:
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Vermutlich geht es hier nicht um WLan sondern eher um Port Forwarding u.Ä..
Und wenn das der Zwangsrouter Blockiert hilft es auch nichts, dahinter noch einen zu hängen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #12
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Soweit ich weis ist Port Forwarding über das Webinterface der UPC Website möglich. Dann leistest du alle Ports auf den Router um und gut is. Das sowas gesperrt ist, ist MIR neu?
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Möglich, das war nur ein Beispiel.
Ich wollte damit sagen, dass es Probleme gibt die man nicht per 2. Router dahinterhängen lösen kann.
Ein Schulfreund hatte dieses Problem, sein Zwangsrouter (DSL) unterstützte kein Port Forwarding.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ein Modem braucht auch kein PortForwarding - wo will er das denn hin umleiten? Forwarden muss ich nur was wenn ich NAT habe - und das braucht nur ein Router?
Das mit einer WLan option oder ähnlichem irgendwo Geld verdient wird ist mir auch neu - ist das evtl. in österreich nur so?
Ich denke das spart einfach gut Geld und bietet dem Kunden einen "guten" Service > verkauft sich gut.
Wenn man den Verbrauchern die Wahl lässt "Nur ein Modem" und Fritzbox selber kaufen oder "Fritzbox" - ist der Verwaltungsaufwand wesentlich höher, Damit es keine Verwirrungen gibt sollten die die eine Fritzbox bekkommen nicht extra noch mal Zugangsdaten für SIP usw. bekommen wenn eh alles von selber geht.

Anders rum muss aber Sichergestellt sein das der der "nur Modem" wählt auch weiß das er damit erst mal z.B. keine Internettelefonie machen kann (Evtl. gar nicht Telefonieren kann) usw. bis er einen passenden Router anschließt, die SIP-Accounts einrichtet, Internet einrichtet usw...
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #15
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Das mit W-Lan Freischalten ist in Deutschland nichts neues, gerade Unitymedia. Das Modem hat eine Firmware mit aktivierten W-Lan Modul oder ohne. Die Hardware kann es ohne Probleme und das W-LAN wird dann für 30 € freigeschaltet
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ja gut - das finde ich an sich aber keine zwingende Geldmacherei - das "Modem" wird einem ja vermutlich geschenkt - ist halt eine Mischkalkulation damit sie zumindest etwas Geld damit verdienen können.
Wenn es nur ein Modem ist kann dort jeder ohne Probleme seinen Router den er gerne selber kaufen kann anschließen - mit so viel W-Lan und tollen Funktionen wie er will.
Der Zwang soll ja weg damit man eigene Geräte verwenden kann wo es nicht möglich ist - z.B. KabelDeutschland oder nicht?
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Ich habe mich verschrieben, das war natürlich so ein Router+Modem-Ding und der Router unterstützte kein Port Forwarding.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #18
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Beim Kabel ist das aufbauen der Verbindun getwas anders. Da wird per DHCP und TFTP mit der Mac Adresse die richtige Config heruntergeladen. Wenn der Zwang aufgehoben wird, muss der ISP wie Unity oder Kabeldeutschland eine Möglichkeit geben, die Mac-adresse hinterlegen zu können
 
Re: Routerzwang - Gesetz über freie Routerwahl durch Bundesrat blockiert

Wenn man so agumentiert, dann müsste man noch etwas weiter gehen. Ist das Modem ein Teil der Infrastruktur des ISP, so sollte es auch vom ISP mit Strom versorgt, gewartet und installiert werden. Das wird aber in vielen Fällen gar nicht möglich sein (zumindest ersteres, technisch bedingt).
Das ist mir schon klar. ;)

Über die UPC Serviceline war es nicht möglich herauszufinden, ob wir irgendwie ein eigenes Modem verwenden könnten
Wenn der first level support nicht weiter weiß, lass dich mit einem aus der technischen Abteilung verbinden oder frag nach einem Ansprechpartner mit mehr Kompetenzen. Ein wenig ernsthafter: Es ist tatsächlich so, dass der first level support häufig nur für die "Stecker richtig drin?"-Probleme zuständig ist und alles, was darüber hinaus geht, nicht beantwortet werden kann. Eben typische Masse statt Klasse, die dadurch verarbeitet werden soll. Wenn du wirklich technische Fragen hast, lass dich am besten mit jemandem aus der entsprechenden Abteilung verbinden, nett aber bestimmt. Lass dich nicht abwimmeln oder mit irrwitzigen Alternativen abspeisen.
Was sagt denn euer Admin? Hat der sich mal mit dem Support in Verbindung gesetzt?
 
Zurück
Oben