Jetzt rächt es sich, dass sich der Staat aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen hat. Schon bisher werden in Kommunen wie Köln und München monatlich um 100 Menschen obdachlos, weil sie die Mieten nicht mehr aufbringen können, obwohl sie Arbeit haben.
Ja und nein. Zum sozialen Wohnungsbau kann ich nichts sagen. CSU hab ich nicht gewählt. Jetzt aber Obdachlose (und arme Deutsche) aufgrund der überzogenen Münchner Mieten gegen Asylanten ausspielen zu wollen, ist zwar beliebt aber trotzdem irgendwie armselig. Du kritisierst die Folgen, ohne die Verursacher zu nennen. Wenn man so will, ist München einfach das Opfer eines freien Marktes. Begrenzter, gleichbleibender Wohnraum bei ständigem Bevölkerungswachstum durch (deutsche) Wirtschaftsflüchtlinge. Gefühlt besteht München nicht mal zur Hälfte aus Einwohnern, die in München geboren wurden bzw. sogar Bayern sind. Trotzdem wurden gerade in München die Flüchtlinge positiv aufgenommen.
Sollen die Neuankömmlinge etwa die menschenleer gewordenen Gebiete in MeckPomm besiedeln, wo es keine Arbeit aber jede Menge Nazis gibt?
Wäre eine Idee. Es gibt nicht nur in Meck-Pomm verwaiste Orte, die nach dem Wegsterben der älteren Leute wohl von der Natur zurückerobert werden würden. Mit Leuten kommt auch Arbeit.
Etwa 15% der Migranten sind Analphabeten. Viele haben weder Schul- noch Ausbildung. Wie sollen sie in eine moderne Industriegesellschaft eingegliedert werden?
Ich halte normalerweise nicht viel vom Fachkräftemangelmärchen. Aber in der Tat hat mir ein Bekannter aus meiner alten Heimatstadt (im Osten) bestätigt, dass gerade im Osten momentan haufenweise Lehrlinge gesucht werden. Die Wirtschaft dort hat sich nach dem Bankrott in den 90-er Jahren halbwegs stabilisiert. Was da jetzt fehlt, sind Lehrlinge, da viele Jugendliche in den vergangenen Jahren nach Abschluss des Studiums oder einer Lehre in den Westen gezogen sind (ich z.B.), weil es im Osten halt keine Arbeit gab oder die nicht vernünftig bezahlt wurde.
Natürlich ist das Problem damit nicht gelöst. Aber es sind Lösungsansätze.
Das Geschlechterungleichgewicht durch die vielen einströmenden Singlemänner wird auch hier zu einem Mangel an heiratsfähigen Frauen führen. In Frankreich gibt es schon eine emanzipatorische Bewegung intellektueller Frauen, die sich nur mit Migranten verpaaren wollen. Auch zu diesem sozialen Problem habe ich von unserer kopflosen Führung noch nichts Vernünftiges gehört.
Angst vor der Ausrottung des deutschen Volkes? Es gibt übrigens sogar Untersuchungen, die bestätigten, dass sich das Ungleichgewicht über einen längeren Zeitraum von selbst korrigiert. Z.B. werden in Kriegsjahren mehr Mädchen geboren und nach Kriegen mehr Jungen. Siehe
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Etzel: Deine gesamten Worte zielen auf die eigene Angst des wirtschaftlichen Verlustes und eigenen Abstiegs in der Gesellschaft ab. Genau in diese Kerbe schlägt auch das vermeintlich rechtsradikale
von Heidenau & Co. Dummerweise wird Sachsen seit der Wende von der CDU regiert. Aus keinem anderen Bundesland wanderten soviele Menschen aus Arbeitsgründen in den Westen ab. Familien und Freundeskreise zerfielen. Den Sündenbock dafür bei den Flüchtlingen zu suchen, ist meiner Meinung nach der falsche Weg.
Gerade die Syrer kommen ja nicht nach Deutschland, weil sie ein paar Euro mehr in der Tasche haben wollen. Die kommen, weil ihr Land in Schutt und Asche gelegt wurde und noch immer wird. Sonst würde sich solche Aktionen, wie die Schlauchbootflucht von der Türkei zum Mittelmeer, nicht abspielen.