[Windows 10] RAM-Disk

Cybercat

Board Kater
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Als ich dem Thread: "Was habt ihr für PC Systeme?"
Wieder RAM-Disk las, viel mir wieder ein, was ich schon lange mal wissen wollte.

Als ich mir 1988 meinen ersten Amiga zulegte, hatte das OS serienmäßig eine RAM-Disk dabei.
Diese war immer so groß wie sie gerade gebraucht wurde. So wurde der damals eh kleine Speicher (Wie reden hier von 1MB) nicht unnötig was von frei gehalten.
Unter Windows ist eine RAM-Disk bis heute noch kein Standard.
Aber jede RAM-Disk eines 3. Anbieters emuliert immer ein komplettes Laufwerk mit einer fixen Größe. Meistens reicht es aber wenn man einfach nur Daten im RAM zwischenspeichern möchte.
Habe noch keine gefunden die sich der Größe der darin befindlichen Daten anpasst.
Somit sind aktuell bei mir immer 4GB weg. Bei 32 ist das jetzt nicht tragisch, aber ich hätte schon mal kurzfristig 20GB gebraucht.
Eine RAM-Disk die sich größenmässig der darin gespeicherten Daten anpasst wäre schon von Vorteil.
Gibt es für Windows keine oder bin ich nur zu dämlich nach dem passenden Programm zu suchen?
 
@Cybercat: Windows hat meineswissens keine RAM-Disk, weil auch selten notwendig. Bei Linux sieht das anders aus, da gehört es zum Standard, einen Teil des RAMs den Programmen als Festspeicher zur Verfügung zu stellen.
 
Eine RAM Disk in Form eines Laufwerkes gibt es doch deshalb nicht, weil der Virtuelle Speicher Dynamisch genau diese ersetzen soll.
Und wenn der Physikalische Speicher durch Windows und Programme Voll wird, lagert Windows den Speicher ja entsprechend auf der HD aus.

In Verbindung mit einer SSD ist eine Ram disk somit sowieso Überflüssig.
Und wenn man Alternativ geringen Speicher irgendwie Vergrößern möchte, gibt es ja noch die Ready Boost Funktion für USB Sticks, aber der Nutzen daraus erschlißt sich mir nicht so ganz.
 
@Der3Geist: Du hast nicht ganz verstanden, wofür eine RAM-Disk sinnvoll bzw. was das überhaupt ist.

Eine RAM-Disk gibt dir als User die Möglichkeit, Dateien in einen definitiv voilatilen Speicher zu legen, zum Beispiel cryptographische Schlüssel etc., die auf keinen Fall einen permanenten Speicher sehen sollen. Auch keine SSD, da ein Löschen dort keines ist, nichtmal ein Überschreiben ist sicher. Beim RAM schon. Wenn die Datei gelöscht ist, sind die Speicherzellen wieder leer. Wird der Computer abgeschalten, ist die Information ebenfalls verloren. Manchmal will man genau das. Dabei geht dir effektiver RAM verloren, der dann Programmen nicht mehr als Memory zur Verfügung steht.

Der dynamische Arbeitsspeicher (die pagefile.sys bzw. unter Linux der SWAP) soll Engpässe im RAM abfedern. Dabei GEWINNST du weiteren RAM, der Programmen als Memory zur Verfügung steht. Das ist eine völlig andere Zielsetzung.
 
Sicher weiss ich wofür eine RAM Disk auch zu Gebrauchen ist.
Immerhin hatte ich selber einen Amiga 500 mit Erweiterung und der Ram Disk, welche mir beim Programmierern sehr nützlich war.
Selbst auf dem C64 hatte ich eine RamDisk welche ich mir Teuer bei Conrad kaufen musste.

Allerdings war mir der Nutzen für "Geheime" Dateien aus dem Eingangspost nicht klar, da dort nichtas davon stand.
 
Unabhängig von Crypto gibt's auch genügend anderes Zeug, was man nicht permanent auf 'nen Festspeicher schreiben will und auf 'ne SSD prinzipbedingt schon gar nicht.
Irgendwelche Caches bspw. müssen mir nicht redundant und/oder inkrementell meine teure SSD kaputtschreiben.

Leicht OT: RAM-Disks machen zusätzlich auch bei etwas angestaubten Systemen Sinn, WindowsXP32 bspw. Da kann (oder aktueller: konnte) man nicht benutzbares RAM in eine Ram-Disk packen und hatte dann doch was davon. Fun-Fakt: W2k (Vorgänger weiss ich grad nicht, ob das ging) kannte je nach Version kaum "nicht benutzbares RAM", das wurde erst in XP32 nachhaltig rausoperiert und regelrecht verhindert.

Edit: dreifache Verneinung oder so... Was der Autor sagen möchte, W2K konnte im besten Fall 64Gig Ram auf "so genannten" 32bit adressieren, das "moderne" XP nicht.
 
Ich dachte ein Hauptanwedungszweck ist die erhöhte Geschwindigkeit. Schieb's in den RAM und sei viel schneller. Das Ergebnis dann wieder auf die Festplatte schreiben.
 
Windows bietet für Entwickler eine Dateisystem API Dateien nur in den RAM zu schreiben. Die Schiedsstelle ist aber leider nicht direkt für Anwender nutzbar. (Ganz davon abgesehen das es mindestens 2 Dateisystem Treiber: ramdrive.sys und fastfat.sys im System gibt die ebenfalls nicht einfach nutzbar sind).

Es gibt aber das Opensource Tool


Das es erlaubt eine dynamische ramdrive zu erzeugen
 
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Das wäre von Interesse.
Warum Microsoft es aber nicht standardmässig implementiert hat wird wohl ein Geheimnis bleiben.
 
Ich kann nur raten...

Aber wenn ich mir so die Pressemeldungen über Microsoft ansehe aus welchen Meldungen konstruiert wird das Microsoft Daten löscht (k.a wie zuletzt als es aufgrund eines Filtertreiebers, glaube eines Virenscanners? dazu gekommen ist das nach einem update das Benutzerprofil nicht immer erfolgreich geladen werden konnte und die Anwender mit einem Temporären / leeren Profil angemeldet wurden und die Presse schrieb "Benutzerdaten nach Update weg" - ... könnte eine RamDrive die bei jedem Neustart Daten verliert ein erhebliches Risiko für "normale" Anwender sein die dessen Funktion nicht verstehen.
Und da sich so mancher der die Computerbild 2 Wochen hat dann für einen PC-Spezialisten hält hilft da auch nicht viel zu sagen "kann man ja verstecken für Profis".

Nicht das ich das gut finde... ich hätte das auch gerne direkt nutzbar. Aber Aufwand (Ink. Marketding, Presse) und Nutzen (Anwender die das wirklich Sinnvoll zu nutzen wissen dürften nicht aaarg so viele Sein) wird wohl nicht im Verhältnis stehen.

Wenn es für Dateien innerhalb einer Anwendung praktisch ist (z.B. auch bei der erwähnten Speicherung von Kryptographischen Daten) Dann kann der Entwickler der Software dafür das ja durchaus auch implementieren.
 
Wenn ich meinen Browsercache ins Ram tue, dann läuft der Spass wesentlich schneller. Ob das Hauptanwendungszweck von Ram-disk ist liegt im Auge des Betrachters.
 
Wenn der Nutzen nicht darauf liegt den Geschwindigkeits Vorteil einer Ram Disk zu nutzen, sondern eher darauf irgendwelche Geheimen Dateien in einem Flüchtigen Cache zu sichern würde eventuell auch die Option passen,
eine Virtuelle Festplatte ins System einzuhängen, welche z.b. mit Bitlocker Verschlüsselt ist.

Dadurch hätte man zwar nicht den Schutz des Flüchtigen Rams, aber den Vorteil, dass die ganze Sache 1. Verschlüsselt ist und 2. Eine Fremde Person erstmal wissen muss das es ein Virtuelles Laufwerk gibt.
 
@BurnerR: Kann man auch machen, ist im Zeitalter der SSD aber weniger relevant, zumal der Kernel üblicherweise kleinere Writes auch wegcached und schreibt, wenn er die Zeit dafür findet, ohne das Programm deshalb aufzuhalten.
 
@Cybercat: Habe den Thread erst jetzt entdeckt. Ich nutze ImDisk, diese ist kostenlos und funktioniert für mich unter Win10. Außerdem lässt sie auch dynamisch wachsende Volumes zu.
Zwei Einschränkungen gibt es:
- Windows Update kommt mit der laufenden Ramdisk nicht zurecht. Einfach deaktivieren und update machen, dann geht es.
- Meiner Meinung nach bietet eine dynamische Disk weniger Performance - kann da aber eine Fehlbedienung meinerseits nicht ausschließen.

Bei mir läuft folgende Version:

ImDisk.PNG

ImDisk Virtual Disk Driver for Windows NT/2000/XP/2003.
Version 2.0.10 - (Compiled Nov 19 2018)

Copyright (C) 2004-2018 Olof Lagerkvist.
olof@ltr-data.se

@allgemein: Ich verwende die Ramdisk wegen der Geschwindigkeit und um mir die SSD nicht vollzumüllen. Wenn ich zB einen Stapel von 300 Bildern zu einem Schärfeabbild verrechne, habe ich 300 Rohdatenbilder zu je 40-50 Megabyte. Am Ende kommt EIN Bild raus, das wird aufbewahrt.
 
Solche Dinge sollte man einer SSD nicht antun. Es sei denn, man mag gerne das Backup auf die neue spielen.
 
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