[Politik und Gesellschaft] Psychiater hält Julian Assange für suizidgefährdet

Gegen WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange läuft derzeit ein Auslieferungsverfahren. Die USA beantragten bei Großbritannien, wo Assange derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh inhaftiert ist, die Auslieferung, da sie dem Aktivisten 17 Fälle von Spionage sowie Computermissbrauch vorwerfen. Vor allem geht es bei den Vorwürfen darum, dass Assange die Whistleblowerin Chelsea Manning bei der Weitergabe geheimer US-Militärdokumente unterstützt haben soll. Wird Assange ausgeliefert und in den USA für schuldig befunden, drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Nun gibt es Berichte, dass Assanges psychischer Zustand sehr schlecht sein soll. Der Psychiater Michael Kopelman, der Assange rund 20 Mal in der Untersuchungshaft besuchte und mit ihm sprach, hält Assange sogar für suizidgefährdet. Assange, der vor der Inhaftierung bereits jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft in London in Isolation lebte, leide vor allem unter der sozialen Isolation, so Kopelman. Er höre Stimmen, die ihn bedrohten, und habe Halluzinationen. Aufgrund dieser und anderer Faktoren sei bei ihm von einem erhöhten Suizidrisiko auszugehen.

Im Rahmen seiner Befragung vor Gericht erklärte Kopelman allerdings auch, grundsätzlich sei es möglich, dass Assange simuliere oder übertreibe.

Quelle:

--- [2020-09-27 21:08 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Extra für die Fans. :D
 
Mich verwundert nicht das er suizidgefährdet ist, mich verwundert das er noch am Leben ist.

Gabs da nicht mal so unwichtige Fußnote über Menschenrechte und so.
 
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  • #3
Na ja, da sind die USA ja großzügig, wenn es um "Spionage" geht, siehe Manning...

Ich kann logischerweise nicht beurteilen, was da bei Assange so abgeht, aber es ist sehr gut vorstellbar, dass er so langsam durchdreht. Die Vorstellung, was in den USA mit ihm passiert, kann nicht angenehm sein. Und dann die jahrelange Isolation... überlegt mal, wie viele Leute nach zwei Wochen Lockdown schon halb durchgedreht sind.
 
@Annika:
War etwas flappsig ausgedrückt, aber nach dem was er alles durch hat, was er gegenwärtig erlebt und was ihm bevorsteht, würde es mich eher verwundern, wenn er nicht suizidal wäre
 
Das haben die bei der Zeit wohl weggelassen:


“I reiterate again that I am as certain as a psychiatrist ever can be that, in the event of imminent extradition, Mr. Assange would indeed find a way to commit suicide,”
 
Wenn man einen Psychiater fragt, ist eigentlich jeder wegen allem gefährdet. Von daher...

Er hat sich dieses Leben regelrecht ausgesucht. Was er nach dem Leak so getrieben hat, wird er doch wohl noch bei gesundem Verstand gemacht haben. Sein persönliches Verhalten habe ich nie verstanden, denn ich wäre in seiner Situation in einem Land gewesen, in dem ich jetzt noch weilen würde.
 
Wenn man einen Psychiater fragt, ist eigentlich jeder wegen allem gefährdet. Von daher....

@one:
Hast du zufällig ein Postfach,
hab da ne Rechnung über verlorene Gehirnzellen, die dir gerne zukommen lassen möchte.
 
Du willst ihm zugestehen, dass sein Handeln nach dem Leak in irgendeiner Weise sinnvoll war? Danke, behalte den Umschlag, denn Du scheinst ihn besser gebrauchen zu können. Die fehlenden Worte in deinen Sätzen kann ich nachschicken.
 
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  • #10
Die Nummer in Schweden war dumm und leichtsinnig (ganz zu schweigen von Chauvi-Arschloch-mäßig), da hast du recht. Wobei ja immer noch die Frage im Raum steht, ob er da bewusst auf's Glatteis geführt wurde.

Dass er in die Botschaft geflüchtet ist, sah eine Weile fragwürdig aus, aber nachdem die USA nun ja wirklich eine Auslieferung fordern, muss man ihm diesbezüglich recht geben. Ist natürlich die Frage, ob es andere Möglichkeiten gegeben hättte, als ausgerechnet Ecuador, aber Assange hatte recht, in Großbritannien eine Auslieferung zu fürchten, das sehen wir doch jetzt.
 
@Annika:
Lass ihn in schweden wirklich jemanden vergewaltigt haben, dann gehört er dafür vor ein schwedisches Gericht.

Das sich die das Rechtssystem eines europäischen Landes für eine Vendetta der Amis missbrauchen lässt ist so unendlich beschämend.
 
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  • #12
Keine Frage. Die Auslieferung an Schweden wäre in Ordnung gewesen. Eine Auslieferung an die USA unter dem Vorwand irgendwelcher Missetaten in Schweden ist es beim besten Willen nicht. Das ist von Rechtsstaatlichkeit meilenweit entfernt.
 
Ich hatte (leider weiß ich aus dem Kopf nimmer wo) gehört,
dass selbst bei den Amis standard sei nur nach den Whisteblowern, nicht aber nach den Journalisten zu gehen.

Das was mit Assange gemacht wird, sollte also einen gruseligen Präzedenzfall für jeden Reporter darstellen.
Mit ihm kann man es machen, weil er halt nicht für die Post oder Times oder so schreibt,
aber das ganze wohl weniger eine Vendetta gegen Wikileaks als eine Warnung and die Presse an einem dankbaren Opfer
 
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  • #14
Das ist zum Teil wohl so. Also - die Vendetta gegen WikiLeaks gibt's sicher mittlerweile auch. Aber das heißt ja nicht, dass sie nicht auch ein Exempel statuieren wollen. Schau dir an, was sie mit Manning gemacht haben.

Genau deswegen war Assange ja am Ende darauf bedacht, WikiLeaks als journalistische Plattform darzustellen. Deswegen nannte er sich Chefredakteur, etc. Und der Aufenthalt in Schweden hatte ja vor allem den Zweck, dort lange genug als Journalist tätig zu sein, dass er unter die schwedischen Gesetze zur Pressefreiheit fiel. Bis das eben bekanntermaßen schief ging. And the rest is history.
 
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