Polizei nutzt Restaurantdaten von Gästen.

Chegwidden

Hat sich hochgeschlafen-
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Dortmund
Irgendwie war das fast zu erwarten.

Es wurden mehrere Fälle bekannt, in denen sich die Polizei *einfach so* von Restaurantbesitzern die Daten der Gäste hat geben lassen.
Diese Daten -Name, Adresse, Telefonnummer, Datum und Zeit des Besuchs- müssen Gäste hinterlegen, damit die Gesundheitsämter in einem
bestätigten Covid19 Fall die Ansteckungsketten nachverfolgen und ggf betroffene Gäste warnen können.

Nun haben sich in mehreren Städten, hauptsächlich in Bayern, Polizeiangehörige die Daten geben lassen um andere Delikte zu verfolgen oder Zeugen zu suchen.
So etwas ist eigentlich grundsätzlich möglich. Bei schweren Straftaten wie Mord.
Und zwar mit richterlichem Beschluss oder, im Notfall, auch mit staatsanwaltlicher Anordnung.

In einem Fall ging der Schuss nach hinten los. Alle Daten der Gäste waren Fake.
Eigentlich ist das traurig. Denn wenn ein Superspreader dabei wäre, wäre es gut, wenn die anderen Gäste das wüssten.

Als ob das Vertrauen in die Polizei nicht durch solche Taten wie Datenmissbrauch für NSU2.0 schon arg zerstört wird, fangen die jetzt auch noch mit so einem Dreck an.

Quellen:


 
Hoffentlich liest das kein Vollhorst aber die Befugnis für Staatstrojaner kam kurz nach der Corona App:


Für Android kann man die App wohl selbst kompilieren, wollt ich auch ausprobieren aber dashab ich irgendwo ganz unten auf meiner Todo stehen.

Das was Seehofer und Polizeigewerkschaften zuletzt sonst so von sich gaben fördert auch nur Misstrauen bei mir.
 
Im Freundeskreis hatte ich da auch letztens einen Fall, wo jemand beim Italiener beim Essen war und dann rein zufällig ein paar Tage später von einem Weinhändler angerufen wurde. Hab mich da aber jetzt nicht weiter eingemischt.
 
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  • #4
Würde mich nicht wundern, wenn manche Restaurantbesitzer dann Kürzel auf die Datenzettel machen und das dann verhökern.
W - Weintrinker (Weinhändler)
B - Biertrinker (Brauereien)
V - Vegetarier (Gemüsehändler)
A - Aua-Kunde (Apothekenwerbung)

Kein Scherz :dozey:
 
So sieht Datenschutz in der Realität aus. :rolleyes: Beschwerden dagegen werden wieder im Sand verlaufen.
Wieso löst man so etwas nicht über die Corona-App? Die ganze Zettelwirtschaft wäre überflüssig, wenn es verpflichtend wäre zum Restaurantbesuch die App installiert zu haben. Die Wirte müssten nur kontollieren ob die App aktiviert ist. Dann könnte von keiner Seite aus mehr Missbrauch betrieben werden.
 
Solange die App nicht auf allen Geräten lauffähig ist, wird das nicht möglich sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es noch genug Leute ohne Smartphone gibt.
 
Stimmt schon. Für die Fälle wo die App nicht lauffähig ist oder kein Smartphone vorhanden ist, könnte man ja auf die Zettel zurückgreifen. Zumindest könnte man so den Aufwand und Missbrauch reduzieren. Das bisherige Konzept ist weder gut durchdacht noch gut umgesetzt. Und es passiert keine Anpassung. Es müssten inzwischen genug Daten vorliegen, ob das so funktioniert.
 
@Chegwidden: Das erinnert mich an eine etwas Off Topic-Anekdote, die ich mal mit dem Amt hatte, als ich von einem Sachbearbeiter zum anderen gewechselt wurde. Beim Erstgespräch schaut mich der Mensch die ganze Zeit seltsam an, redet komisch und meint irgendwann total erstaunt "Sie sind ja gar nicht aggressiv.". Auf die Frage, wie er darauf komme, bekam ich als Antwort, dass das so in meinen Akten notiert sei. Dies war wohl aus dem Grund, weil ich mich mal zu mehr als recht mit einer anderen Person dort gestritten hab. So, wie andernorts mal angemerkt, kann ich durchaus streiten, nur tu ich das nur selten und ungern. Heb ich mir eben für solche Fälle auf und dann kommt sowas als Resultat raus. :-)
 
"Wo ein Trog, da kommen die Schweine." Wundern tut es sicherlich keinen... Gut dass zumindest bei der Corona-App anscheinend schon im Vorhinein der Fokus darauf lag sowas zu verhindern...
 
Die DSGVO ist mit diesen Listen gar nicht einzuhalten. Wie soll das gehen? Jeder Kunde bekommt eine eigene Liste?
 
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  • #12
Ist uns tatsächlich erst einmal so *passiert*

In einem chinesischen Imbissladen, der so etwa 10 benutzbare, nicht gesperrte Tische hatte, hatten die einzelne Zettelchen, die man ausfüllte und dann in einen Kasten warf.
Ich tippe mal auf sechs Felder pro DIN-A 4 Seite, die kopiert und dann auseinandergeschnitten.
 
Vorbildlich, aber nicht die Regel. Ich kenne Listen, die ich fröhlich abfotografieren könnte, weil ich angeblich meine eigene Telefonnummer am Smartphone suche.
 
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  • #14
Ja, diese Listen, die jeder einsehen kann, sind wohl die Regel. Vielleicht schreiben deshalb so viele Daisy/Donald Duck als Namen. In der Entenstraße 11, Entenhausen :D
 
Ach, ich hab da schon einfach überall einen Strich hingemacht. Interessiert keine Sau. Von daher halte ich diese Listen eigentlich für dämlich, da keine verifizierte Verknüpfung zur Person stattfindet. Rechtlich würde man wahrscheinlich genau so ansetzen, wenn ein Name von einer solchen Liste stammt. So blöd das klingt, und ich mag das auch nicht, aber eine App könnte das besser und auch konform zur DSGVO.

Da aber niemand so genau weiß, wann die Corona-App mal funktioniert oder ob sie nicht doch über längere Zeit ausgefallen ist... Ich warnte davor SAP da dran zu lassen...



Corona wird uns noch lange begleiten und ich hätte mir da mehr Sorgfalt gewünscht. Imho kommt die zweite Welle mit der bevorstehenden Urlaubszeit und dann schauen wir mal, was die Listen so bringen.
 
In einer Bar in der ich zuletzt ein paar mal war gibt es hier ein recht gutes system, bei dem man sich per smartphone einchecked. Vorne sitzt ein Mensch mit einem tablet, man fotografiert als Gast einen QR-Code, kommt auf eine Seite mit Eingabemaske, in der man seine Daten eingibt. Dann klickt man auf Senden und der Mensch bekommt das umgehend auf seinem Tablet angezeigt und lässt einen rein. Daten werden zwei Wochen gespeichert und danach gelöscht. Haben den QR-Code noch anders in Verwendung, da kann man sich z.B. bequem die Getränkekarte anzeigen lassen. Fand ich z.B. besser als die öffentlich einsehbare Liste beim Dönermann. :D
 
:rolleyes: Ja gut, da kann man misstrauisch sein. Da ich den Besitzer aber kenne habe ich mir das mal erklären lassen, und da gibt es wohl jede Menge auflagen die dabei zu erfüllen sind wenn man das digital und richtig machen will... es klang zumindest überzeugend. :uglyngb:
 
Ich bin ähnlich darauf angesprungen, hab aber bewusst nichts gesagt. Man muss auch dumme Theorien akzeptieren. Wobei ich das nun allgemein meine. Nicht persönlich.
 
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