[Entertainment] Paramount Pictures: Filme zwei Wochen nach Kino als Stream

Die US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft möchte sich laut dem Internet mehr öffnen. Explizit gehe es darum, Kinofilme bereits zwei Wochen nach den Kinovorführungen, über Streaming-Portale im Internet anzubieten. Paramount Pictures habe die Entscheidung zusammen mit zwei großen Kinoketten (AMC Entertainment Holdings und Cineplex) getroffen, die an den Umsätzen des VoD-Angebots beteiligt werden sollen.

Im Detail heißt es, dass die Filme frühestens zwei Wochen nach Ende der Kinoaufführungen bei Streaming-Portalen verfügbar sein könnten. Eine zwingende Bedingung ist, dass der Film nur noch in weniger als 300 Lichtspielhäusern gespielt wird.

Gegangen soll dieser neue Weg vorerst nur für weniger kostenintensive Produktionen wie Paranormal Activity und Scout's Guide to the Zombie Apocalypse, die beide im Oktober anlaufen. Blockbustertitel wie Transformers und Star Trek könnten jedoch folgen, sofern das System erstrebenswerte Früchte und vor allem Zahlen abwerfe. "Unsere Erwartung ist, dass der Gesamtumsatz steigen wird, und die Umsätze der Kinoketten relativ unbeeinflusst sein werden", so der Vize-Aufsichtsratchef Rob Moore.

Noch zu Zeiten der VHS-Kassetten hatte man sich in den USA auf das System geeinigt, Filme erst 90 Tage nach ihrer Kino-Präsenz für den heimischen TV auf externen Medien bereitzustellen. Der von Paramount Pictures anvisierte Plan würde diese Tradition brechen und könnte bei entsprechenden Erfolgen zu einem Umdenken in der gesamten Branche anstoßen und damit vielleicht auch der Piraterie den Wind aus den Segeln nehmen.

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Zuletzt bearbeitet:
Sowas hätte ich gern vor einigen Jahren gelesen. Vorsichtig wagen sie den Blick über den Tellerrand.
 
Cool. Also dauert es nur noch 2 Wochen, bis man sie in guter Qualität runterladen kann :D

Nein, ernsthaft. Es ist ein 1. Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss der Preis stimmen und die Art und Weise. 15€ zahle ich dafür nicht und drölfzig exotische Tools, Plugins etc installiere ich dafür auch nicht. Usability ist da ein Stichwort.
 
Achne! 10 Jahre rumheulen und nachdem alles nichts gebrachht hat sind zeitgemäße Geschäftsmodelle plötzlich doch möglich.
 
"Noch zu Zeiten der VHS-Kassetten hatte man sich in den USA auf das System geeinigt, Filme erst 90 nach ihrer Kino-Präsenz für den heimischen TV auf externen Medien bereitzustellen."

Ich glaube, da fehlt ein Wort.

Ansonsten: mal sehen, wie es sich entwickelt. Auf ein gutes VoD System kann man echt aufbauen. Siehe Netflix.
 
Prinzipiell sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings:


E"Unsere Erwartung ist, dass der Gesamtumsatz steigen wird, und die Umsätze der Kinoketten relativ unbeeinflusst sein werden", so der Vize-Aufsichtsratchef Rob Moore.

Man sollte sich damit abfinden, dass gewisse Vertriebswege nicht mehr zwingend möglich sind. Statt den Patienten künstlich am Leben zu erhalten, sollte man akzeptieren, dass Kinos nicht mehr der zentrale Mittelpunkt der Filmindustrie sind.

--- [2015-07-09 19:29 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Achne! 10 Jahre rumheulen und nachdem alles nichts gebrachht hat sind zeitgemäße Geschäftsmodelle plötzlich doch möglich.

Klar, so lange beschweren und heulen, bis man einsehen muss, dass man den Kampf verloren hat. Natürlich versucht man zunächst den maximalen Profit heraus zu schlagen und nur wenn es dann wirklich nicht geht, gibt man sich mit weniger zufrieden.
 
Das Problem ist, dass Firmen denken, sie hätten ein gottgegebenes Recht auf Umsatz und Gewinn. Dass das eigene Modell ein Auslaufmodell ist, kommt denen nie in den Sinn. Alles andere wird als falsch und kriminell deklariert. Sieht man ja eben am allerbesten beim Thema Medien.
 
toll, noch mehr grottige webrips, mäh.. es wäre doch so viel einfacher, gleich den BD-master an die releasegroups zu verteilen :D..
 
Wie wäre es direkt das raw auf paramount.com hochzuladen. Dann können sich die Leute selbst ihre Filme zusammen-cutten ;)

Ich denke übrigens, dass sie zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht lohnt, weil sie mit ihren C-Klasse Filmen nicht zu den gewünschten Einnahmen finden und das Geschäftsprinzip deshalb als gescheitert ansehen. Mit einem AAA-Titel wären wahrscheinlich eher realistische Ergebnisse zu erzielen.
 
Ich denke übrigens, dass sie zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht lohnt, weil sie mit ihren C-Klasse Filmen nicht zu den gewünschten Einnahmen finden und das Geschäftsprinzip deshalb als gescheitert ansehen. Mit einem AAA-Titel wären wahrscheinlich eher realistische Ergebnisse zu erzielen.
Genau das dachte ich mir auch.
Die stellen da jetzt 2 C-Filme rein und verlangen 50€/Monat für den Zugang um dann sagen zu können "Wir haben ja neue Vertriebswege versucht, aber der Markt hat es nicht angenommen!!!111einseinself"
 
Als normal denkender Mensch gebe ich dir da ja recht. Das sind jedoch weltfremde BWLer. Und Gier frisst Hirn.
 
@Hector. Dann haben die aber schlechte Finanzleute da sitzen. :D

Wem nützen denn lange Wartezeiten? Niemanden. Die Kinos setzen die Filme nach einem Monat ab und dann passiert vier bis fünf Monate nichts. Dann kommen die ein paar Wochen vor dem BD Release auf Streamingportalen und in die Videotheken. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Film jedoch mit unter schon in 1080p und DTS im Netz.

Meine Idee wäre folgende: Sobald die Kinos den Film abgesetzt haben (4 - 6 Wochen) starten die Streamingportale und Videotheken den Verleih. Ich wäre sogar bereit bei einem Streaminganbieter etwas mehr als den regulären Preis eines Kinotickets zu zahlen wenn ich dafür nicht die Anfahrt, Parkhaus, Getränke und Deppen die das Maul nicht halten können, habe.
 
Warum sollten sie? Damit beflügeln sie nur die illegalen Downloads und ihnen entwischt Geld.
YMMD. Dahinter steckt schlicht die Idee der Gewinnmaximierung unter der Prämisse, dass du keinen freien, vollkommenen Markt hast, sondern dass du dich auf altertümliche Werte berufen kannst und den Markt mittels gekaufter Gesetze nach deinen Wünschen formen kannst.

Übrigens rechne mal, was dem Unternehmen mehr bringt: 10 Verkäufe à 30 Euro oder 10 Bittorrent Downloads à 200 Euro.
Überleg dir das mal so:
Eine Person kauft einen Film und verbreitet ihn an 9 andere Clients via Bittorrent. Rein von der Überlegung her, hätten eigentlich 10 Käufe stattfinden müssen, also 10*Kaufpreis, statt 1*Kaufpreis. Beim Abmahnen kannst du aber sagen, dass jeder Teilnehmer an 9 weitere Nutzer verbreitet hat, also jedem 9*Kaufpreis (+ Strafe) in Rechnung stellen. Bei 10 Teilnehmern wären das 90*Kaufpreis + Strafe.
Was ist denn nun lukrativer? 10 legale Käufer oder 1 Käufer + 9 Raubmordkopierer?

Wem nützen denn lange Wartezeiten? Niemanden. Die Kinos setzen die Filme nach einem Monat ab und dann passiert vier bis fünf Monate nichts.
Die komplette Verwertungskette kann profitieren: Kino > PayTV > legale Streamingprovider > DVD > BluRay > FreeTV
Vielleicht schiebt man zwischenzeitig noch die Extended/ Uncut/ DirectorsCut/ Whatever mit 5 Minuten Bonusmaterial ein.

Weitere Wartezeiten entstehen durch Lizenzverhandlungen. Wer hat wo wann wie welche Aufführungs- oder Verbreitungsrechte.
Man sagt nicht einfach pauschal "alle Streamingprovider dürfen den Film für 1,20 US-$ pro Client aufführen". Amazon darf in Deutschland zum Preis von x Euro den Stream anbieten, in Niederlande zum Preis von y Euro, in Frankreich darf Google zum Preis z anbieten und Netflix zum Preis q.
Da versuchen natürlich die Anbieter gegenüber der Filmgesellschaft die besten Konditionen heraus zu kitzeln, während die Filmgesellschaft versucht für sich den maximalen Gewinn heraus zuschlagen. Sollte man die Rechte Google überlassen, wenn sie in OT + deutsche Sync streamen wollen, aber dafür 2ct pro Stream mehr zahlen, als Amazon, das nur in deutsch streamt oder vielleicht doch an Netflix, das den Film aber 4 anstatt nur 3 Wochen anbieten will oder vielleicht doch an Apple, die zwar 4ct weniger pro Stream zahlen, aber dafür noch Werbung für den Film machen?
Natürlich müssen die Verträge auch noch für das entsprechende Land angepasst werden, damit auch alles wasserdicht ist. Ggf. hat man eine ganze Kette von Distributoren und muss dann noch mal mit der vorgeschalteten Instanz nachverhandeln.

Das Problem ist, dass sich über Jahre diese Komplexität gebildet hat und natürlich will sich jeder darauf berufen, sein (Gott gegebenes) Recht auf Gewinn zu behalten.
Immerhin hat es schon vor 120 Jahren die ersten Kinos gegeben, die kannst du nicht jetzt plötzlich vernachlässigen und die wollen ihre Vorrechtsstellung. Bis im letzten Kino am Ende der Zivilisation der Film ausgelaufen ist, muss der DVD Start warten. Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass du nach Bangladesch ins Kino fährst um den Film zu schauen, bevor du die DVD kaufst, aber nur dann, wenn das DVD Release kommt, nachdem der Film dort ausgelaufen ist. Ist doch ganz klar, oder?
 
Weitere Wartezeiten entstehen durch Lizenzverhandlungen. Wer hat wo wann wie welche Aufführungs- oder Verbreitungsrechte.

Und je mehr ein Film ein Blockbuster ist desto länger dauert der Unsinn und keiner macht Geld.....ich hoffe wirklich, dass sich hier mal was ändert. Zwei Wochen sind jedoch zu kurz. Ein gut besuchter Film verschwindet ja nicht aus den Kinos. Diese Filme laufen m. u. einen Monat lang. Vier Wochen halte ich da für realistischer. Doof nur wenn Sommerpause ist und keinen neuen Filme in die Kinos kommen.
 
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