Obdachlose, politisches Problem oder selber Schuld?

Langfristiges Ziel sollte eine EU-Kasse sein, kurzfristig ein "du kannst hier Leben und Hartz4 beziehen, wir hohlen uns das aus dem Land in dem du eingezahlt hast wieder.
Wäre für Deutschland paradisisch :D.

Das ganze hat ja zwei Perspektiven:
a) Eher philosophische Überlegungen eines hypothetischen oder langfristig Idealzustandes
b) Eher pragmatische mittelfristige Lösungen

Weil das Polen uns Geld dafür zahlt, dass wir ihren Arbeitslosen 50% mehr Arbeitslosengeld zahlen als sie wird schlicht nie passieren ;). Angleichen des Lebensstandards, das kriegen wir ja nichtmal mit dem Osten hin, siehe Griechenland, Spanien, Polen,... das wird auch nie passieren.

Die Frage ist ja eigentlich, was eine realistische Alternative zu dem aktuellen IST-Zustand ist. Weil wenn es keine gibt, dann hat Deutschland nunmal so viel getan wie möglich.


Generell finde ich den Ansatz ok:
Du kannst herkommen. Aber wenn es darauf hinaus läuft, dass du nur arbeitslos bist, dann musst du zurück nach Spanien/Polen/... . Wenn du trotzdem nicht gehst, dann knasten wir dich nicht ein, lassen dich nicht verhungern, aber finanzieren dir dann nicht, dass du lieber in Deutschland sein möchtest.



@Bernd grad erst gesehen. Erstmal spannender Ansatz. Auch zu sagen: "Die meisten Probleme (auch die, die dann Geld kosten) hängen mit dem Wohnungsverlast zusammen initial, also geben wir jedem eine Wohnung." Muss man immer gucken, wie das strukturell in Finnland ist. Arbeitslosigkeitsquote etc.
 
@BurnerR:
Nun, man muss sich das Geld ja nicht aus Polen hohlen.
Man kann es von dem abziehen was man sowieso nach drüben zahlt.

Ich halte die Option jemanden hier wissentlich auf der Straße leben zu lassen für keine pragmatische Lösung.
Ich halte dies unser selbst für unwürdig.
 
Die Menge der Polen war immer schon hier. Heimlich. Im Transit oder Bulli flugs durch die Lande.
Nur jetzt können sie es offiziell, also nach Gesetz.

Oder was glaubt ihr, wer hier immer die ganzen Wohnungen renovierte, Gärten neu gestaltete oder Häuser umbaute?
 
Machen sie übrigens hervorragend und schnell, so allgemein. Habe mit diversen Menschen gesprochen, die sehr zufrieden waren bzw. habe das Ergebnis selber gesehen.

Man kann es von dem abziehen was man sowieso nach drüben zahlt.
Stimmt. Es bleibt aber das Problem, dass dann massenhaft arbeitslose Europäer herkommen würden, definitiv Millionen. Ich würde vermuten, dass das finanziell, organisatorisch und gesellschaftlich nicht zu stemmen ist.

Ich halte die Option jemanden hier wissentlich auf der Straße leben zu lassen für keine pragmatische Lösung.
Ist das nicht das ähnlich wie mit den deutschen Obdachlosen? Würden eine Wohnung kriegen aber müsste zum Arbeitsamt / zurück ins eigene Land.
 
Ist das nicht das ähnlich wie mit den deutschen Obdachlosen? Würden eine Wohnung kriegen aber müsste zum Arbeitsamt / zurück ins eigene Land.

Für deutsche Obdachlose interessiert man sich doch auch nur, wenn sie als Argumente gegen Flüchtlinge taugen.


Ich seh da kein Problem.
Beides sollte nicht vorkommen.
Beides ist eklig und einer westlichen Demokratie unwürdig.
Beides sollte man bekämpfen.

Gegen beides helfen fast die gleichen Methoden.
Seh da also kein sonderlich großes Problem das parallel zu machen.


Man kann mich da ruhig etwas naiv und blauäugig nennen, aber es gibt keine reichere Region auf der Welt als Mitteleuropa.
Da wird sich doch wohl sowas wie Obdachlosigkeit beheben lassen, oder habe ich zu viel Star Trek geschaut?
 
Das Argument ist ja:
Es gibt Möglichkeiten und Angebote, diese werden aber nicht wahrgenommen, von daher ist Obdachlosigkeit selbstgewählt.
Müsste man jetzt auf Finnland gucken ob oder warum die das besser hinkriegen.
 
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  • #48
Ich glaube in der Tat das das gar nicht so simpel ist.
Wie so oft kann man viele auch nicht zu ihrem Glück zwingen - und bevor nun einer schnaupt - lest weiter ^^

Wie hoch die Anteile derer sind die wirklich nicht für ihre Lage können ist schwer einzuschätzen - aber wie hier vorhin auch geschrieben wurde machen diese Leute auch sehr gerne einmal etwas sehr günstig und zwar schwarz. Da sich Schwarz dann auf die schnelle mehr Geld machen lässt.... Bzw. man das Geld zur Familie heim verschieben kann ohne groß aufzufallen usw.
Auf der anderen Seite existiert dann vielleicht der Wunsch - wenn ich das "legal" mache möchte ich davon auch ein schönes Haus haben in Deutschland, tolles Auto usw... darunter rentiert sich das nicht.
Will sagen - ich denke durchaus das wir in Deutschland Arbeit haben / hätten und diese Leute dann in die Kasse einzahlen könnten und auch passend abgesichert sind - die Hürde dahin (Mit Anträgen Auf Selbständigkeit, Regularien die man einhalten muss usw.) sind sicher nicht niedrig aber schaffbar.

@Nördliche Länder
Die Gesellschaft hat eine andere Mentalität und wesentlich pragmatischere Regularien.
Ich war dort gerade im Urlaub. Der großteil ist sehr gelassen, sauber und ordentlich und achtsam gegenüber der Umwelt. Es ist meist sehr viel Sauberer. Sowas wie *ist ja öffentlich, schmeiße ich halt meinen Dreck auf den Boden, macht schon wer sauber* gibt es dort eher nicht.
In Geschäften gab es viele Lebensmittel die bei uns extra in Schränken stehen mit Zangen zum nehmen oder extra verpackt sind - einfach offen stehend - jeder könnte hin langen. Es wird nicht gleich alles angefingert sondern das genommen was man möchte.
Eventuell hat man einfach mehr Zeit und Geld für andere Dinge wenn man es mit den Regeln nicht so übertreibt und das Gemüt der Leute färbt denke ich auch auf andere ab die unter ihnen liegen.
Bettler am Straßenrand sieht man aber auch da immer wieder. Außerdem darf man nicht vergessen das die Länder eine sehr viel geringere Bevölkerungs-Dichte haben.

Das das mit dem Geldausgleich funktionieren kann denke ich auch nicht - wenn man den Ländern Geld abzieht verarmt das Land noch mehr. Ein Angleichen ist definiv ein tolle Vorstellung, dürfte aber zum einen nicht bezahlbar sein und zwar auch nicht auf 100 Jahre gerechnet und zum anderen möchten ja viele Länder vielleicht auch nicht "Reformiert" werden. Es verlassen ja auch nicht alle Bürger Polens - Polen und kommen nach Deutschland. Wer sagt denn das wir für alle in Europa lebenswert leben.
 
150 Jahre Moderne Psychologie und wir haben nix gelernt
Kann man so sagen, ja. Jedenfalls sind wir nicht soweit dysfunktionale Muster 'mal eben' aus Menschen heraus zu kriegen. Psychotherapie dauert ewig, KGV und Co. gehen schneller aber halt alles ganz weit von 100% entfernt. Selbst wenn da im Wochenrythmus mit einem Psychologen (o.ä.) dran gearbeitet wird, der 120 Euro die Stunde abrechnet.
Und das sind die Menschen, die ja aktiv was ändern wollen. Menschen 'zu ihrem Glück' zwingen ist ja ziemlich aussichtslos.
Ist deine Mum nicht sogar Psychologin?.... .. :D #stalking

Was ich aus dem Beitrag aber mitnehmen könnte: Jeder Obdachlose sollte paar mal die Möglichkeit kriegen, an die Hand genommen zu werden um eine Wohnung zu kriegen. Notfalls mit langen Wartezeiten, aber dass da einer sagt 'ich brauch jemand, der mich an die Hand nimmt' das sollten wir eigentlich hinkriegen, nicht immer sofort für jeden, aber an sich prinzipiell.
 
Gerade auf Twitter entdeckt, auch interessant:



Video verfügbar bis 03.11.2018, 20:00

Bericht sagt, man soll sich nicht zwischen Geld oder Brötchen entscheiden, sondern mit den Leuten reden und fragen, was sie brauchen. Und dass die Obdachlosen im Video durchaus mal ein Bierchen aus der Plastikpulle zischen, dennoch der größte Teil des Geldes für warme Kleidung und Lebensnotwendiges draufgeht. Und dass die Notunterkünfte nur für 8h verfügbar sind und ca. 80% der Toiletten bspw. kaputt sind.

Armes Deutschland. Auf der einen Seite die Manager, die 4000x so viel wie der kleinste Arbeiter verdienen, auf der anderen Seite die Obdachlosen. Entwickeln wir uns sozial zurück?

Um zu den positiven Vorurteilen (sind auch Vorurteile!) zu Polenhandwerkern zurückzukommen: die werden deshalb so positiv wahrgenommen, weil sie nicht so drecksfaul wie die Deutschen sind. Auf der Arbeit hat Roman (Name der Redaktion bekannt) innerhalb eines Tages ne komplette Wand mit Netzwerkdosen und Beleuchtung hochgezogen. Und das war auf keinste Weise Pfusch.
 
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  • #52
Sozial zu sein ist aber nicht einfach - wie auch in dem anderen Bereicht gezeigt wurde. Es gibt immer 2 Seiten der Mediale. Wenn man zu viel anbietet arbeitet übertrieben gesagt keiner mehr, braucht auch keiner eine eigene Wohnung... das Verstärkt die Schere zwischen arm und Reich. Und dann noch mehr Geld rein pumpen macht es nur schlimmer.
 
Der Zeitraum ist zu lang. Aber zumindest in den letzten 20 Jahren ist z.B. die soziale Verantwortung der Arbeitgeber doch stark zurück gegangen.
 
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  • #55
Also ich kann mich ganz und gar nicht beschweren.... und kenne viele Firmen die sehr viel für ihre Mitarbeiter tun.
 
Sehe ich auch so. Im Raum München bauen Firmen aus dem Niedriglohnsegment wieder Firmenwohnungen, um den eigenen Mitarbeiter günstigen Wohnraum anbieten zu können.
 
In gewisser Weise schon, die Stadt hat es ja vorgezogen die eigenen günstigen Wohnungen zu verkaufen, damit man für die Besserverdiener Luxus-Appartements bauen kann.
Klar geht es den Unternehmen auch darum überhaupt Personal zu bekommen bzw. halten zu können, weil die Mieten nicht mehr bezahlbar sind.
 
Der Beitrag ist aber auch.... was wird da angebracht gegen die Unterkünfte?
* Sie dürfen da nicht als Paar rein
* Viele Toiletten kaputt
* Küche muss geteilt werden mit anderen
Sorry, für wen das ein Ausschlusskriterium ist, für den ist es schlicht nicht so schlimm draußen zu nächtigen.
Einzige Sache halt, dass die Dame mal da beklaut wurde.. das ist definitiv nen krasser abfuck. Ding ist halt auch, für so einen Beitrag wird natürlich eher ein vorzeigbarer Obdachloser gezeigt..
Toiletten gehen ja auch nicht immer von alleine kaputt und kann man von ausgehen, dass die öfters kaputt gemacht werden von Besuchern als Toiletten irgendwo sonst.

Armes Deutschland. Auf der einen Seite die Manager, die 4000x so viel wie der kleinste Arbeiter verdienen, auf der anderen Seite die Obdachlosen. Entwickeln wir uns sozial zurück?
Habe das irgendwann mal hochgerechnet.
Man muss ja auch überlegen: Was verdient der Chef eines mittelständischen Unternehmens mit sagen wir 10-25 Angestellten? Und die Konzernmanager sind ja oft mitverantwortlich für tausende und zehntausende von Menschen. Da ist dann ein Millionengehalt sehr schnell sehr angemessen, zumal das in der Regel ja ein mieser abfuckjob ist und viel Zeit und Nerven kostet.
Beispielgehälter für generell leitende Angestellte.


Gucken wir uns im Vergleich die Obdachlosen an: Haben vernünftige Kleidung an, die würde man glatt für normale Passanten halten. Kommen über die Runden. Es gibt Notfallschlafplätze. Kleiderkammer. Es gibt sogar eine Obdachlosenzeitung die sich verkaufen können und die auch von Obdachlosen geschrieben wird. Alles in allem ganz gut.


Gucken wir uns die allgemeine Tendenz an. Vor 50 Jahren. Oder davor. Oder der Rest der Welt. Wir sind was das soziale angeht absolut Top im Vergleich zu der Welt heute und früher.
Nicht nur weil wir so nett sind btw. wir können uns es schlicht leisten Menschen die nichts haben was zu schenken, damit sie gerade noch zurecht kommen, damit es sich weniger lohnt uns für 50 Euro oder neue Schuhe abzustechen.
 
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