[Technik] Niederländer wollen Plastikstraßen bauen

Ein niederländisches Bauunternehmen will Straßen aus dem Plastikmüll der Ozeane bauen. Diese Plastikstraßen sollen billiger in der Herstellung sein und auch länger halten als Straßen aus Asphalt.

Die Straßenelemente sollen kastenförmig gebaut werden, so dass darin auch Rohrleitungen oder Kabel verlegt werden können. Durch das leichtere Gewicht seien auch weniger aufwändige Fundamente nötig. Zudem sei die Instandhaltung der Elemente, welche Temperaturen zwischen -40 und +80 Grad vertragen sollen, geringer als bei normalen Straßen. Somit sollen die Straßen bis zu drei mal so lange halten wie eine normale Straße. Weiterhin soll dieser "Straßenbelag" geräuschärmer sein. Denkbar wäre auch über sogenanntes Energy Harvesting Strom zu gewinnen indem z. B. Sensoren eingebaut werden, die die Vibration in elektrische Energie umwandeln.

Bisher sind die Plastikstraßen nur ein Konzept. Die Stadt Rotterdam hat allerdings schon Interesse bekundet und angeboten dem Bauunternehmen ein Testgelände zur Verfügung zu stellen.

Quelle:
 
Interessanter Ansatz, den ich wirklich begrüße! Die Frage ist nur, sondert das Plastik irgendwelche Stoffe auf den Boden oder Umwelt aus, die Schaden könnten?
 
Tatsächlich eine auf den ersten Blick gute Idee. Aber wie will man das Problem mit der Reifenhaftung und Rutschgefahr bei Nässe lösen? Mir ist schon klar, dass Plastik nicht ausschließlich das Zeug ist, in dem Joghurt verkauft wird. Aber konkret kann ich mir das nicht vorstellen. Rutschfestes Hartplastik? Wenn man das mit einem Belag löst, ist dieser wiederum nicht abnutzungsanfällig?
 
Das Material muß ja nicht massiv sein, darf es auch gar nicht, sondern muß eine Struktur haben, so daß auch Wasser aufgenommen werden kann.
 
Da die Straßenelemente aus Kunststoffmüll gemacht werden sollen der eh schon im Meer rumschwimmt, sehe ich da nicht das Problem. Sondert sich u.U. der "Mist" eben da ab wo er hingehört, bei den Verursachern (uns) uns nicht im Meer. Gut, eigentlich gehört der Kunststoffmüll erst garnicht Produziert, aber das ist ein anderes Thema.
 
Echt interessant.
Allerdings habe ich in den letzten Jahren/Jahrzehnten schon soooo viele Ideen aus ähnlichen Bereichen gesehen und von denen hat man leider nie wieder was gehört...
Also mal abwarten.
 
*Aluhut auf* Plastik wird aus Erdöl gewonnen, Bitumen für den Strassenbau sind ebenfalls Abfallprodukte aus der Ölraffinerie. Stell dir mal vor die Nachfrage nach Erdöl ginge zurück, weil man sinnvoll recyclen könnte? *Aluhut ab*
 
Ist es wirklich kostengünstig, das benötigte Material aus dem Meer zu holen und für den gedachten Zweck aufzubereiten?
Ich habe da meine Zweifel, wäre sonst das Meer nicht schon längst als kostengünstiger Rohstofflieferant erschlossen worden und damit gleichzeitig dem Müllproblem Einhalt geboten? Ich hab zwar schon von interessanten Konzepten gehört, jedoch noch von keiner Umsetzung. Das vorrangige Ziel sollte eh die Säuberung der Meere sein. Ob und wie der Kunststoff dann zu verwerten ist, sollte zweitrangig sein. Noch besser wäre natürlich den Abfall gänzlich zu vermeiden. Denn wenn er nicht auf unseren Straßen zu finden sein wird, auf unseren umso sicherer.
 
Das vorrangige Ziel sollte eh die Säuberung der Meere sein. Ob und wie der Kunststoff dann zu verwerten ist, sollte zweitrangig sein.

"Unser Vater KAPITAL, der du bist von dieser Welt, allmächtiger Gott, der du den Lauf der Flüsse veränderst und Berge durchstichst, der du Erdteile voneinander trennst und Nationen zusammenkettest, Schöpfer der Waren und Quelle des Lebens, der du Königen und Untertanen, Arbeitern und Unternehmern befiehlst, dein Reich werde errichtet auf Erden.
Gib uns Käufer in Menge, die unsere Waren abnehmen, die guten wie die schlechten. Gib uns notleidende Arbeiter, die ohne Murren die härteste Arbeit und den niedrigsten Lohn annehmen. Gib uns Gimpel, die auf den Leim unserer Prospekte gehen.
Gib, dass unsere Schuldner ihre Schulden völlig an uns abzahlen.
Führe uns nicht in das Zuchthaus, sondern befreie uns von dem Bankrott und verleihe uns ewige Renten. Amen!"



Oder kurz gesagt: Der Verwertung steht immer an erster, zweiter und dritter Stelle.
 
Ist es wirklich kostengünstig, das benötigte Material aus dem Meer zu holen und für den gedachten Zweck aufzubereiten?
Ich habe da meine Zweifel, wäre sonst das Meer nicht schon längst als kostengünstiger Rohstofflieferant erschlossen worden und damit gleichzeitig dem Müllproblem Einhalt geboten?
Ich denke, das "Außerdem sollen sie dazu beitragen, die Meere sauber zu halten." aus der ursprünglichen Quelle kommt da wohl am ehesten hin. Heißt: Wir verarbeiten unseren Müll hier vor Ort direkt zu Straßen, so dass er von vorneherein gar nicht in's Meer gelangt. Natürlich könnte man auch genauso den Müll aus dem Meer fischen aber wirtschaftlich wird das zumindest nicht sein.
 
Es gibt doch diese riesigen Plastikmüll-Teppiche in einigen Ozeanen. Zumindest dort sollte man den Müll recht einfach sammeln und eventuell schon an Board vorverarbeiten können...
 
Das kommt auf die Definition der Inseln an. Wenn dort der Gehalt an Plastik erhöht ist, spricht man von einer Ansammlung und wenn so eine "Insel" das Ausmaß von halb Europa hat, dann spricht man von einer großen Insel.

Eine erhöhe Konzentration bedeutet wohl z.B. 1.000.000 Mikropartikel/ km. Das ist für ein Gewässer vielleicht viel, bedeutet aber 1 Partikel pro m.

Selbst eine Tonne Plastik auf 1km sind 1 gr. pro m,
 
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