Neuer Maßnahmenkatalog wird umfangreiche Veränderungen mit sich bringen



Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere präsentierte am Donnerstag (10.08.2016) einen neuen Maßnahmenkatalog im Kampf gegen Terror. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, sind die Innenminister von CDU und CSU für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze zur Terrorbekämpfung. Gleichzeitig wollen sie die Rechte von Muslimen in Deutschland einschränken.



Als Antwort auf die Anschläge von Würzburg und Ansbach im Juli, die von Flüchtlingen verübt wurden, reagiert die CDU und CSU mit der Ausarbeitung eines Maßnahmekataloges. In einer „Berliner Erklärung“ (sie umfasst insgesamt 27 Punkte) fordern die Unionspolitiker im Wesentlichen:


  • die Aufstockung der Polizei (zwischen 2015 und 2020 sollten 15.000 zusätzliche Polizisten bei Bund und Ländern eingestellt werden),
  • mehr Personal für Sicherheitsbehörden,
  • öffentliche Plätze und zentrale Verkehrsknotenpunkte sollten stärker durch Videokameras überwacht werden,
  • Langwaffen und Körperkameras für Polizisten,
  • mehr Präsenz der Bundespolizei in Zügen, Bahnhöfen und Flughäfen,
  • zum Einsatz der Bundeswehr im Innern wollen die Landesminister das Grundgesetz ändern,
  • Nutzung der Vorratsdatenspeicherung durch die Geheimdienste (die zudem die Möglichkeit erhalten sollen, bereits gegen 14-Jährige zu ermitteln),
  • mehr Befugnisse für die Nachrichtendienste,
  • Verschleierungsverbot (das Tragen der Burka soll verboten und bei Verstößen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden),
  • einer Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht (Ärzte sollen nach dem Maßnahmenkatalog künftig die Möglichkeit haben, über geplante Straftaten ihrer Patienten die Ermittlungsbehörden zu informieren),
  • Einsatz neuer Ermittlungstechnik,
  • zusätzliche Inhalte für Integrationskurse,
  • doppelte Staatsbürgerschaft abschaffen (das wäre ein zu großes Integrationsrisiko),
  • wer an Terrorkämpfen im Ausland teilnimmt, soll die deutsche Staatsbürgerschaft verlieren können,
  • mehr Personal solle auch dabei helfen, ausreisepflichtige Ausländer schneller als bisher abschieben zu können,
  • zur Bekämpfung der Kriminalität im Internet und der illegalen Beschaffung von Waffen im sogenannten Darknet werde ein Cyberabwehrzentrum beim Bundeskriminalamt (BKA) gefordert,
  • die Duldung ausreisepflichtiger Ausländer soll verkürzt werden, wenn sie etwa falsche Angaben zur Identität machen,
  • Verschärfungen für straffällig gewordene Ausländer und sogenannte Gefährder (sie sollen verstärkt in Haft genommen und schneller abgeschoben werden können aus Gründen der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, auch schnellere Verfahren bei der Justiz werden dabei angestrebt),
  • die umgehende Ausweisung nicht-deutscher Hassprediger,
  • das Unterbinden einer Finanzierung von Moscheen durch extremistische Organisationen
Laut Medienberichten wird Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Vorschläge am Donnerstag nächste Woche vorstellen und die „Berliner Erklärung“ unterzeichnen. Das Maßnahmepaket solle noch vor der Bundestagswahl 2017 verabschiedet werden, eine Zustimmung des Bundesrats werde nicht nötig sein.

Die Terrorbedrohung in Deutschland ist nach Einschätzung von Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) weiter hoch: „Alles in allem ist die Polizei in Deutschland aber gut aufgestellt,“ sagte de Maiziere. „Wir leben in schwierigen Zeiten“. Die Innenminister betonen verschiedenste Sicherheitsrisiken in Deutschland, dazu zählten die terroristische Bedrohung durch Islamisten aber auch durch linken und rechten Terror, Banden- und Cyberkriminalität. Vor allem die Zuwanderung sehen sie als Problem.

Fazit:

Natürlich gibt es, wie zu jeder Sache Befürworter und Gegner, so auch hier:

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte gegenüber RND zu dem Maßnahmenkatalog: „Wir müssen jetzt handeln. Die innere Sicherheit ist das zurzeit drängendste Thema.“

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner unterstützte die Forderungen der Landesminister: „Die Bürger wollen sehen, dass wir nicht nur über Probleme reden, sondern sie auch angehen und lösen.“ Eine „geteilte Loyalität“ sei immer schwierig, so Klöckner

Der Chef der FDP, Christian Linder, kritisierte gegenüber RND dagegen den Vorstoß der Innenexperten. Die Pläne zur inneren Sicherheit betrachte der liberale Politiker als „teilweise nutzlos“ und „teilweise rechtsstaatlich maßlos“. Linder wittert in dem CDU-CSU-Vorstoß ein politisches Manöver: „Die Innenminister der Union sind in erster Linie um eine Sicherheit besorgt – nämlich um die der Wahlergebnisse der Union in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.“ Deshalb folgte jetzt „auf die dünnen Sicherheitsplänchen von Angela Merkel aus ihrer Sommer-Pressekonferenz der Unions-Kärcher“.

So äußerte sich auch Parteichef Sigmar Gabriel der „Berliner Zeitung“ zum Thema: „Die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft ist mit der SPD nicht zu machen“.

„Altbackene Forderungen wiederkauen ist keine Antwort auf die Anforderungen unserer Zeit“, erklärte auch der migrationspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
[*]Nutzung der Vorratsdatenspeicherung durch die Geheimdienste (die zudem die Möglichkeit erhalten sollen, bereits gegen 14-Jährige zu ermitteln),
Wie war noch mal das Geschwätz der Politiker von wegen "VDS blablabla nur für Strafverfolgungsbehörden blablabla, niemand hat die Absicht die Daten den Geheimdiensten zur Verfügung zu stellen"?
Tja, da wundern die sich, wieso viele diese Stimmhuren nicht mal mehr mit dem Arsch anschauen.

[*]mehr Befugnisse für die Nachrichtendienste,
Klar, Dienste, die selbst ihre Kontrollgremein belügen, ihnen Informationen vorenthalten und sie hinters Licht führen benötigen mehr Befugnisse. Alles klar.

[*]Verschleierungsverbot (das Tragen der Burka soll verboten und bei Verstößen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden),
Wer sich gegen die zukünftige Gesichtserkennungssoftware der Videoüberwachung schützen will, der ist gleich mal hoch verdächtig und muss Strafe löhnen. Der kluge Überwachungsfetischist baut vor.
***

[*]Einsatz neuer Ermittlungstechnik,
Glaskugelbefragung, oder Staatshacker?

[*]zur Bekämpfung der Kriminalität im Internet und der illegalen Beschaffung von Waffen im sogenannten Darknet werde ein Cyberabwehrzentrum beim Bundeskriminalamt (BKA) gefordert,
Laut Medienberichten konnte man die "echten" Waffenhändler in Europa an einer Hand abzählen. Die wurden auch allsamt über kurz oder lang eingesackt. Das ganze ohne Cyberabwehrzentrum. Aber gut, als Populist muss man eben populistische Forderungen aufstellen. Ach ja, was ist denn mit der Kinderpornografie los? War da nicht das Darknet voll davon und alles war total schlimm? Sind die alle in Rente, oder braucht man die nicht mehr, weil man nun die Terrorsau durchs Dorf treiben kann?

EDIT:
***
Wenn die Polizei derzeit jemand zur Fahndung ausschreibe, hängen sie Plakate an Litfaßsäule. Künftig könne er sich einen automatisierten Abgleich von Gesichtsbildern vorstellen, wenn etwa "ein gesuchter Schwerverbrecher in den Bahnhof geht".

Niemand hat aber vor, diese Technik auszuweiten Ehrlich. Ich meins so ernst, wie bei der VDS.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oho schaut her, es wird im Wähler-Sumpf der AfD gefischt!
 
Bin ich der einzige, für den sich das mehr wie ein "How to Polizeistaat" ließt, als wie ein Aktionsplan gegen Terror?
 
@Antonia: Jetzt müsste man dem Titel nur noch entnehmen können, worum es sich hier dreht. :rolleyes: Will die Bahn etwas gegen Verspätungen unternehmen? :unknown:

de Maiziere lässt wirklich keine Gelegenheit zur Verunsicherung aus.
Populismus, sinnlose und überzogene Maßnahmen, Beschwörungsformeln, Pfeifen im Wald und Angelei am rechten Rand. Alles wie gehabt.
 
@Laui: Natürlich den, der am Stammtisch die meisten Runden :beer: schmeißt. So machen wie es hier im Dorf und sind bis jetzt immer gut damit gefahren. Wenn es politisch mal unrund läuft, müssen wir dabei wenigstens keinen Durst leiden. :cool:

@xxMauixx: Bestimmt ist auch ein Troll dabei.
 
War ja klar, dass die Daten der VDS an die Geheimdienste gehen sollen. Wieso das nicht schon früher vorgeschlagen wurde??
 
Das ist ja noch harmlos. Kurz vor dem Verbot durch das Verfassungsgericht wollten sie die Ösis einsetzen um Raubkopierer zu verfolgen :D
 
zur Bekämpfung der Kriminalität im Internet und der illegalen Beschaffung von Waffen im sogenannten Darknet werde ein Cyberabwehrzentrum beim Bundeskriminalamt (BKA) gefordert,

Die sollten besser erstmal auf ihre eigene Bewaffnung aufpassen.
 
Passend dazu:

Aus der Waffenkammer einer Justizvollzugsanstalt in Nordrhein-Westfalen sind 1000 Schuss Munition verschwunden. "Die sind weg", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal und bestätigte damit einen Bericht der "Rheinischen Post". Ermittelt werde wegen Diebstahls gegen Unbekannt. Die Patronen hätten das Kaliber 9 Millimeter und passten in die Dienstwaffen der Bediensteten von Polizei und Justiz in NRW.

 
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