[Netzwelt] NATO-Websites durch DDoS lahm gelegt

Mehrere Websites der NATO wurden in der vergangenen Nacht durch DDoS-Angriffe lahm gelegt. Verantwortlich sind dafür wahrscheinlich ukrainische Hacktivisten; eine entsprechende Gruppe bekannte sich zu den Attacken.

Die Gruppe mit dem Namen CyberBerkut (angelehnt wohl an die berüchtigte ukrainische Polizeieinheit) teilte auf ihrer Webseite mit: "Wir erklären, dass wir heute [Samstag] um 18.00 Uhr eine Attacke gegen die NATO gestartet haben." Die NATO habe auf ukrainischem Territorium nichts zu suchen, hieß es weiter.

Die lädt noch immer sehr langsam und unzuverlässig. Nach Angaben einer Sprecherin auf Twitter bemühen sich die zuständigen Administratoren derzeit darum, die Seite wieder voll funktionsfähig zu machen.

Quelle:
 
Das sind keine ukrainischen Hacktivisten. Das war Putin und seine Schergen, ganz klar :rolleyes:
(Das Traurige daran - manche denken genau das)
 
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  • #4
@TheHSA: Und genau deswegen ist ein echter "Cyberwar" so gut wie nicht zu realisieren. Du hast da quasi den Finger genau in die Wunde gelegt: Zuordnung (Englisch "attribution"; beschreibt das Ganze imho noch etwas besser, wer also eine besser Übersetzung weiß, dem wäre ich dankbar). Bei allem, was über das Netz stattfindet, ist es so gut wie unmöglich, den Urheber zweifelsfrei festzustellen. Somit besteht immer das Risiko, gegen den Falschen zurück zu schlagen. Dafür hat bislang noch niemand eine überzeugende Lösung gefunden.
 

Das kann aber genau so im "analogen" Krieg passieren.
Auch auf der Krim kann man momentan die "Selbstverteidigungskräfte" nicht eindeutig zuschreiben (auch wenn sich, jedenfalls dem Vernehmen nach, inzwischen einige als russische Spezialkräfte geoutet haben). Oder um ein etwas historischeres Beispiel zu nennen: Bei dem Überfall auf den Sender Gleiwitz hat Hitler ja sogar extra einen nicht zuschreibbaren Vorfall provoziert, um einen Krieg anfangen zu können.

Für politische Akteure sind Vorfälle kein Grund kausal zu reagieren und zum Beispiel den Urheber zu finden und ihn zu bestrafen. Es ist vielmehr ein Anlass zu agieren und seine eigenen Ziele umzusetzen. Daher ist es zwar nützlich zu wissen, was tatsächlich vorgefallen ist; an den eigenen Folgeaktionen ändert es aber wenig.
Egal ob man weiß wer der Urheber des Angriffs war oder ob man keine Ahnung hat wer dahinter steckt: Man wird auf jeden Fall denjenigen als Schuldigen benennen, der für seine eigenen Absichten der beste "Schuldige" ist.

Wenn also beispielsweise die IT-Infrastruktur der Vereinigten Staaten angegriffen werden würde, dann würden diese zwar sicher versuchen herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist, aber nicht unbedingt auch den Verantwortlichen als solchen bezeichnen; sondern unter Umständen die Gunst der Stunde nutzen um militärische Mittel oder eigene "Cyber-Attacken" gegen einen Dritten zu rechtfertigen.

Das es technisch nur schwer möglich ist den Urheber eines "Cyber-Angriffes" auszumachen, verhindert also leider keine elektronischen Kriege. Es gibt den beteiligten Akteuren nur viel mehr Möglichkeiten darauf zu reagieren, als es bei der klassischen Kriegsführung der Fall war.
 
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