[Sonstiges] Mehr als 100 Medikamenten-Zulassungen auf dem Prüfstand

Den Recherchen des NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung zufolge, haben die europäischen Aufsichtsbehörden, bei der Überprüfung des größten Studienanbieters in Asien Unregelmäßigkeiten festgestellt. Es soll zu systematischen Fälschungen von Medikamentenstudien gekommen sein. Bislang gehe man davon aus, dass nur Nachahmer-Präparate betroffen seien.

Im Zuge dieser Offenlegung werden auf dem deutschen Markt mehr als einhundert Medikamente auf ihre Zulassung überprüft. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), sollen zurzeit keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren für Patienten vorliegen.

Den Berichten nach, stehen aktuell 176 Medikamente von 28 Pharmaunternehmen auf dem Prüfstand. Bei den Medikamenten handelt es sich um Präparate, für die die indische Firma GVK, zwischen 2008 und 2014 Bioäquivalenzstudien durführen sollte. Die betroffenen Unternehmen wurden durch das BfArM über die Prüfungen bereits in Kenntnis gesetzt und erhielten im gleichen Zuge die Anordnung, keines der entsprechenden Medikamente weiter in Umlauf zu bringen.

Die betroffenen Pharmakonzerne und die Gesamtzahl der Medikamente, welche keine Zulassung erhalten werden, könne das BfArM erst nach Verfahrensabschluss mitteilen.

Gesundheitsökonom Gerd Glaeske von der Universität Bremen äußert sich zu dieser Thematik fordernd. Die Zulassungsbehörden sollten sich zögerlicher verhalten bei Neuzulassungen von Medikamenten und beim Verdacht einer nicht optimalen Studie, entsprechende Arzneien nicht in Umlauf bringen. Schuld seien vor allem die Studienvergaben ins günstigere Asien, aufgrund weniger straffer Auflagen und fehlender Überwachungsapparate, da es laut Glaeseke darum gehe, möglichst viel und schnell Geld zu verdienen mit der Durchführung von Zulassungsstudien.

Des Weiteren fordert der Wissenschaftler, dass derartige Studien künftig nicht mehr den Produzenten unterliegen sollten, sondern unabhängig durch Zulassungsbehörden in Auftrag gegeben werden müssten. Es solle in der erster Linie um die Sicherheit der Patienten gehen.

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wird eigentlich nur geprüft ob die Studien aus dem Ausland geschönt sind?
Welche unabhängige Stelle prüft denn ob die Studien europäischer Unternehmen geschönt sind?
 

Ich glaube das sind hier die jeweiligen Ethik-Kommissionen und mehrere Prüfer.
 

In dem Masse rügen, ist mir unbekannt. Menschen Medikamente ohne konkreten Nutzen oder mit toxischen Einheiten zu verabreichen, ist sofort zu unterbinden.:o Eine korrekte Trennung ist wohl nur von Fall zu Fall zu beanstanden. Nehme ich mal an. Ich bin kein Arzt.
 
Schön, wenn man alles im billigen Ausland anfertigen lassen kann. Wobei das wahrscheinlich bei anderen Studien genau so sein wird, die Institute sind doch alle von den Pharmakonzernen finanziert.

Tja, was soll man da machen. Also Kontrollen bezahlen, wo dann hinterher quasi nochmal die gleiche Studie durchgeführt werden müsste, um alles zu überprüfen? Nich so optimal...

Dann müssen die Studien eben gleich von unabhängigen Institutionen gemacht werden, die von öffentlicher Hand finanziert werden. Die Pharmaunternehmen bezahlen dann eine Prüfungsgebühr, etwa wie beim Führerschein und daraufhin wird das Medikament dann untersucht.

Aber leider wird man sowas gegen die riesige Lobby nicht durchsetzen können.
 
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Die Nachahmer Firmen sparen wo sie nur können. Damit sie die Medikamente auch absolut billig anbieten können. Wenn sie das nicht können, gelangen sie nicht auf die Liste verordnungsfähiger Medikamente der Krankenkassen. Und das ist dann das Aus.

Das mag so sein. Aber als Derjenige, der die bittere Pille im Zweifelsfall schlucken muss, interessiert mich das wenig...
 
Originalpräparate werden nicht so lax geprüft wie Me-too's. Die würde auch niemand in Asien prüfen lassen.

Die Nachahmer Firmen sparen wo sie nur können. Damit sie die Medikamente auch absolut billig anbieten können. Wenn sie das nicht können, gelangen sie nicht auf die Liste verordnungsfähiger Medikamente der Krankenkassen. Und das ist dann das Aus.

woher nimmst du diese Infos?
Irgendwelche nachlesbaren Belege dazu?
 
GVK macht fast ausschliesslich BE-Studien, die aufzeigen sollen, das Generika dieselbe Wirkung haben wie die ursprünglichen Original-Präparate.
Es geht dabei nicht um Voll-Studien wie bei einer Neuzulassung, die z.B. die klinischen Studien I - III beinhalten.

Für "normale" klinischen Studien wird kaum ein forschender Arzneimittelhersteller nach Indien, China oder sonst ein "billiges" Land gehen, da
-diese Studien in Europa dann nur mit sehr grossem Aufwand anerkannt würden,
-der Patentschutz damit ausgehebelt werden könnte (ist noch nicht auf dem Markt, daher könnte Indien bei guter Wirkung das Patent schlicht ablehnen und die Produktion lokal in Auftrag geben)

Dann müssen die Studien eben gleich von unabhängigen Institutionen gemacht werden, die von öffentlicher Hand finanziert werden. Die Pharmaunternehmen bezahlen dann eine Prüfungsgebühr, etwa wie beim Führerschein und daraufhin wird das Medikament dann untersucht.

Aber leider wird man sowas gegen die riesige Lobby nicht durchsetzen können.
Das möchte die öffentliche Hand auch nicht wirklich. Bisher treten die Pharmafirmen als Sponsoren auf, haben also rechtlich die Verantwortung für den Ablauf. Sicher keine optimale Lösung, aber dadurch ist auch die Haftung entsprechend auf den Sponsor übergegangen.
Wird "nur" eine Prüfungsgebühr verlangt liegt die Haftung beim Prüfenden.

und die sind völlig unabhängig von der Pharmalobby?
Nicht vollkommen, das stimmt. Welche Funktionen drinne sitzen kann man z.B. hier erfahren: -> Suche nach Ethikkommision
 
wird eigentlich nur geprüft ob die Studien aus dem Ausland geschönt sind?
Natürlich, was denkst du denn? Ich kann dir auch gerne das Prüfungsverfahren erläutern:
1. Wähle einen Sachverständigen aus der Pharmalobby, 3 Politiker und 1 Person mit möglichst wenig Ahnung vom Fach. Diese stellen den Prüfungsausschuss dar.
2. Im Dialog wird eine Summe x vereinbart, unter welcher das Prüfungsergebnis negativ (gegen) bzw. positiv (für) die Präparate ausfallen wird.
3. Warte eine angemessene Frist ab, ob die Summe x plötzlich im Kreis des Ausschusses auftaucht.
4. Tritt Fall (3) ein, sind die Medikamente eindeutig positiv zu bewerten, sonst negativ.
5. Unabhängig von (4) sind die Medikamente niemals schädlich zu bewerten, um sich nicht selbst ins Bein zu schießen. Später könnte ja noch das niedere Volk aufmüpfig werden, insbesondere Geschädigte!

Welche unabhängige Stelle prüft denn ob die Studien europäischer Unternehmen geschönt sind?
Die unabhängige Pharmalobby-Prüfbehörde des internationalen Pharmabundes natürlich. Wer denn sonst?

Achso falls jemand keinen sinnvollen Inhalt entdecken kann, der Wink mit dem Zaunpfahl: Meine Meinung zu Politik und Pharmaindustrie, schön verpackt in 2 Kommentaren.
 
Heißt im Genauen: Keine Medikamente mehr zu sich nehmen.

Medikamente machen dich nur noch kränker als vorher.
 
@acc
ich bin ähnlicher Meinung, aber hast du da verlässliche, nachlesbare Beweise?
Ich mag das nicht irgendwas so darzustellen als sei es die Wahrheit, für das man aber keinen Beweis hat.
 
Was genau geschieht kann man hier sehen:

As part of the review, the EMA’s Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) is identifying, together with Member States of the European Union (EU), which medicines are affected by the inspection findings.

Und wer oder was ist besagtes CHMP?
The CHMP is composed of:

a chair, elected by serving CHMP members;
one member and an alternate nominated by each of the 28 Member States;
one member and an alternate nominated by Iceland and by Norway;
up to five co-opted members, chosen among experts nominated by Member States or the Agency and recruited, when necessary, to provide additional expertise in a particular scientific area.

Dabei geht es auch nicht um die neu-Bewertung der Studienergebnisse, sondern um die Prüfung ob die nicht-Einhaltung der GCP Richtlinien (die von einem französischen Audit entdeckt wurden) auch Auswirkung für die zu prüfenden Produkte hat.
[Analogie aus dem "Alltag": Man stellt fest, der TÜV Prüfer Hans Meier hat Plaketten für die HU ausgegeben, obwohl die Bremsen nicht geprüft wurden. Nun wird überprüft welche HUs der durchgeführt hat. Und für jede HU bei der es nicht beweisbar ist, dass der Bremsentest gemacht und bestanden wurde wird die Plakette aberkannt]
Wird bei einer Produktstudie eine Abweichung von den GCP Richtlinien festgestellt, ist die Studie nichtig.
 
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