Medikamente - was tun, wenn nichts wirkt?

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Guten Abend Boardgemeinde,

hier wende ich mich relativ verzweifelt an euch. Ich bin leider ein Patient, bei dem viele Medikamente kaum Wirkung haben. Das betrifft alle möglichen Arten von Medikamenten, vor allem aber Analgetika (Schmerzmittel), aber auch Psychopharmaka (SSRI und andere Mittel, von denen man sich eine antidepressive Wirkung erhofft). Selbst Morphin wirkt bei mir nicht, wie bei den allermeisten Patienten, die Wirkung hält auch nur deutlich kürzer an. Problematisch ist hier, dass ich mit diesem Problem die Ärzte überfordere. Ganz gleich, wo ich hingehe, da wird halt versucht, den üblichen Verordnungsalgorithmus durchzudrücken, natürlich mit gleichbleibend geringem Erfolg. Ich weiß mittlerweile nicht mehr so recht, was ich machen soll.

Daher wäre meine Frage, ob ihr vielleicht Anlaufstellen kennt, die sich mit genau diesem Problem - also unzureichende oder ausbleibende Medikamentenwirkung - auseinandersetzen und auch solche Patienten beraten. Es wäre egal, wie weit ich reisen muss oder was es kostet.

Ich bin für jeden Tipp sehr dankbar!

Liebe Grüße

Mitch
 
Ohne zu wissen was du bisher alles schon so unternommen hast wird das wohl nicht gehen. Die Medizin in Deutschland ist derart differenziert, dass man für jedes Problem den richtigen Anlaufpunkt finden kann. In den Fällen, wo sich das als unmöglich erweist, liegt die Ursache meistens in der Person des Patienten.

Morphium zum Beispiel wirkt immer, wenn es nicht wirkt, ist die Dosierung nicht ausreichend. Morphin hat keinen ceiling Effekt. Aber Morphium wirkt natürlich nicht antidepressiv.
 
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  • #3
Vielen Dank soweit für deinen Beitrag!

Morphium zum Beispiel wirkt immer, wenn es nicht wirkt, ist die Dosierung nicht ausreichend. Morphin hat keinen ceiling Effekt. Aber Morphium wirkt natürlich nicht antidepressiv.

Es würde mich wundern, wenn ich dahingehend der einzige bekannte Patient wäre, bei dem das eben doch so ist. Während meines Krankenhausaufenthalts im vergangenen Oktober/November hatte man bei mir täglich die zulässige Dosis Dipidolor ausgereizt. Schmerz war gelindert, aber nicht 100% aufgehoben, Wirkzeitraum war sehr kurz, ich war ziemlich klar im Kopf (das Personal hat mich zunächst, wohl aus Gewohnheit ob der erwarteten psychoaktiven Wirkung, mit kindlicher Sprache angeredet). Novalgin ist wirkungslos, Tilidin und Tramadol ebenso, von Ibuprofen etc. möchte ich gar nicht erst anfangen zu sprechen.
 
Wie lange hast du die entsprechenden Medikamente genommen? Gerade Antidepressiva brauchen ordentlich Zeit um zu wirken, idealerweise stellt man das unter Beobachtung ein. Welche hast du probiert, es gibt ja nicht nur SSRI? Zusätzlich Sport, wenn's möglich ist. Fischöl bzw. Omega3 Fettsäuren, Vitamin D, Johanniskraut haben auch nachgewiesernermaßen einen positiven Effekt. Vielleicht mal damit (ergänzend) versuchen (in Absprache mit dem Arzt/Psychologen), wenn die Chemiekeule nicht will?

Bei den Schmerzmitteln bin ich überfragt, aber auch da sollte es Alternativen geben. Was sagen denn die Ärzte, wenn du ihnen die Liste mit schlecht wirkenden Medikamenten aufsagst? Individuelle Unverträglichkeiten sind ja nichts Undenkbares, wobei man auch gerne die Wirkung der Medikamente unterschätzt. Ich weiß ja nicht, wie schlimm die Schmerzen sind bzw. was sie lindern sollen.
 
Die Frage ist auch was du erwartest. Ich habe im KH bei sehr starken Schmerzen, nach dem die mir Literweise intravenös Zeug ohne Wirkung gegeben hatten, dann auch Novalgin, Tilidin und ab und an auch Tramadol bekommen. Allerdings darf man in einer solchen Situaltion nicht erwarten das der Schmerz dann weg ist. Ich konnte halt wieder aufstehen um aufs Klo zu gehen, selber einen Schluck Fanta nehmen ohne gleich wieder Krämpfe vor Schmerzen zu bekommen.

Wie sieht das bei dir dahingehen aus? Was für Schmerzen hast du überhaupt? Allgemein kannst du ja nicht sagen das Morphine oder Opiate nicht wirken wenn du bisher nur eine Dosierung probiert hast. Genau so wenig darfst du erwarten das nach der Einnahme alles allright ist. Der Schmerz ist dann halt erträglicher.
 
Das Medikamente bei jedem anders wirken ist Standard. Gerade bei Psychopharmaka muß man häufig viel herumprobieren.
Wenn du mit Analgetika nicht weiter kommst würde ich alternative Maßnahme in Betracht ziehen wie z.B. Akupunktur, Hypnose, Entspannungstechniken wie PMR o.ä.
 
Bei Psychosomatischen Schmerzen kann ich aus sicherer Quelle bestätigen - hilft kein Schmerzmittel... Wenn man sich bestimmte Schmerzen einbildet reguliert die Vorstellung die Schmerzen nach - egal was du nimmst.
Vor allem da du von Antidepresiva sprichst würde ich auch mal in diese Richtung denken.
Schmerz kann auch eine Ausgleichs-Reaktion des Körpers sein, z.B. bei seelischen "Schmerzen" die der Körper oder Geist sonst nicht zu äußern vermag.. Dann ist es leichter etwas "bekanntes" zu zeigen wie ein Schmerz als Warnsignal.
Hilfe würde dann eine Psychotherapie versprechen.
 
Bei all den Mittelchen gilt, viel hilft nicht viel und viel sorgt immer nur dafür, dass dein Körper sich irgendwann daran gewöhnt und du - wie bei jeder anderen Droge - mehr und mehr brauchst, bis die gewünschte Wirkung eintritt.
Nach der Einnahme von Schmerzmitteln solltest du nicht erwarten, dass du prinzipiell Schmerzunempfindlich wirst, das ist auch nicht Sinn der Medizin. Schmerzen sollen erstmal auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Schmerzfrei ist zwar schön, aber sie zu reduzieren ist besser als nichts.

Ohne deine genaue Krankenhistorie zu kennen, wird dir niemand etwas sinnvolles sagen können. Der Tip mit Akkupunktur wird bei einem gebrochenen Bein bspw. herzlich wenig bringen, um mal nur ein Beispiel zu machen. Was genau der richtige Ansatz für dich ist, kann dir also so keiner hier sagen. Schon gar nicht, wenn es heißt, dass du "sämtliche Schmerzmittel" durchprobiert hast und "keines" geholfen hat.

und such dir einen Facharzt.
 
Nimm Ritalin resp. Ein Amfetamin Derivat. Ich glaube, dass ist das, was du suchst.
 
Ich hab keine psychosomatischen Probleme. Deswegen weiß ich nicht, ob du überhaupt eine Wirkung verspüren kannst. Mir geht's wie vielen anderen Leuten so, dass ich gerade im Winter, manchmal aber auch generell wegen einer momentanen Perspektivlosigkeit ein bisschen depressiv drauf bin.

Da ich mich nicht gern mit irgendwelchen Arzneimitteln vollpumpe, bin ich auf gestoßen. Lysin erhöht die Serotonin-Produktion und ist damit auch ein Stimmungsaufheller. Gekauft hab ich . Und zumindest bei mir kann ich eine etwas positivieres Denken feststellen. Erwarte aber keine Wunder.
 
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  • #12
Hallo Boardgemeinde,

mich stimmt ein wenig nachdenklich, dass von meiner Ausgangsfrage: " ob ihr vielleicht Anlaufstellen kennt, die sich mit genau diesem Problem - also unzureichende oder ausbleibende Medikamentenwirkung - auseinandersetzen und auch solche Patienten beraten" - auch per PN - unmittelbar recht konkrete Medikamenten/-Behandlungsempfehlungen/-Indikationen und sogar - und das finde ich ganz abstrus - irgendwelche Diagnosen abgeleitet wurden (Somatisierungsstörungen etc.). Der einzige, der ja die Stoßrichtung meiner Frage aufgegriffen hat, ist Badboyoli, der ja quasi riet, sich an einen Schmerztherapeuten zu wenden. Mit dem Rest kann ich leider nichts anfangen.

Mir wär's Recht, wenn hier zugemacht würde.

Lieben Gruß dennoch
 
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